Ein schweres Erdbeben hat am Montagmorgen die südlichen Philippinen erschüttert und vor allem Teile der Insel Mindanao schwer getroffen. Besonders aus der Region um General Santos City und der Provinz Sarangani werden eingestürzte Gebäude, Verletzte und Todesopfer gemeldet. Nach aktuellem Stand ist von mindestens 32 Toten und mehr als 130 Verletzten die Rede; die Zahlen gelten weiter als vorläufig.
Beben vor Mindanao löst große Erschütterungen aus
Das Zentrum des Bebens lag vor der Küste von Sarangani im Süden Mindanaos. Die philippinische Erdbebenbehörde Phivolcs stufte das Ereignis mit einer Magnitude von 7,8 ein. Auch internationale Messstellen meldeten ein sehr starkes Beben, wobei frühe Angaben zur Stärke zunächst leicht voneinander abwichen. Solche Unterschiede sind bei großen Erdbeben nicht ungewöhnlich, weil Messdaten in den ersten Minuten und Stunden noch nachberechnet werden.

Die Erschütterungen waren in mehreren Landesteilen deutlich zu spüren. In betroffenen Städten liefen Menschen ins Freie, Schulen und öffentliche Einrichtungen wurden geräumt, vielerorts begannen unmittelbar danach Kontrollen an Gebäuden, Straßen und Versorgungsleitungen.
General Santos City besonders betroffen
Schwerpunkt der Schäden ist nach bisherigen Berichten der Süden Mindanaos. In General Santos City wurden Gebäude beschädigt oder stürzten teilweise ein. Auch der Flughafen der Stadt wurde zeitweise geschlossen, mehrere Flüge waren betroffen. Aus der Provinz Sarangani wurden zudem Ausfälle bei Strom und Kommunikation gemeldet.
Besonders gefährlich sind nach einem solchen Beben nicht nur die ersten Sekunden der Erschütterung. Beschädigte Häuser, Risse in tragenden Strukturen und instabile Fassaden können auch Stunden später noch zur Gefahr werden. Deshalb fordern Behörden die Bevölkerung in betroffenen Gebieten auf, sichtbar beschädigte Gebäude nicht ohne Prüfung wieder zu betreten.
Tsunami-Warnungen inzwischen aufgehoben
Weil das Beben vor der Küste stattfand, wurden zunächst Tsunami-Warnungen für Teile der Philippinen und angrenzende Regionen ausgegeben. Diese Warnungen sind inzwischen wieder aufgehoben. Zuvor wurden an mehreren Küsten kleinere bis mäßige Wellen registriert; auf den Philippinen lagen die gemessenen Höhen nach Angaben von Phivolcs örtlich bei bis zu etwa 1,4 Metern.

Dass die Warnung später zurückgenommen wurde, bedeutet nicht, dass sie überflüssig war. Bei starken Seebeben zählt zunächst Vorsicht: Wenn sich der Meeresboden ruckartig hebt oder senkt, kann darüber auch die Wassersäule in Bewegung geraten. Ob daraus eine gefährliche Flutwelle entsteht, lässt sich erst mit Messdaten genauer bewerten.
Nachbeben halten die Region in Atem
Nach dem Hauptbeben registrierten die Messstellen zahlreiche Nachbeben, darunter auch kräftige Erschütterungen. Ein besonders starkes Nachbeben erreichte nach bisherigen Angaben eine Magnitude von 6,7.
Nachbeben sind nach einem starken Erdbeben normal, aber sie bleiben riskant. Man kann sich die Erdkruste wie ein gespanntes Material vorstellen: Der größte Ruck löst einen Teil der Spannung, danach ordnet sich das System weiter neu. Dabei kann es noch viele kleinere, aber auch einzelne stärkere Stöße geben. Für beschädigte Gebäude kann genau das kritisch werden.
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