Ein ungewöhnlicher Temperatursprung erfasst Spanien mitten im Mai. Mit Höchstwerten von bis zu 38 Grad hat der nationale Wetterdienst Aemet für weite Landesteile die erste Hitzewarnung des Jahres ausgerufen und rechnet mit lokalen Rekorden.
Die aktuelle Wetterlage in Spanien
Nach einem vergleichsweise kühlen Monatsauftakt erleben Einheimische und die ersten Pfingsturlauber in Spanien einen abrupten Wetterwechsel. In weiten Teilen des Landes klettern die Temperaturen weit über die 30-Grad-Marke. Besonders intensiv zeigt sich die Hitze im Westen der iberischen Halbinsel, wo in der Region Extremadura rund um Badajoz und Mérida Spitzenwerte von bis zu 38 Grad erwartet werden. Für diese Gebiete haben die Behörden die amtliche Warnstufe Gelb aktiviert.

Die ungewöhnliche Erwärmung erfasst jedoch nicht nur den Süden und Westen, sondern strahlt bis weit in den Norden aus. Im Baskenland meldet Bilbao Werte um die 34 Grad, und die Warngebiete weiten sich zum Freitag zusätzlich auf Asturien bei Oviedo aus. Auch auf Mallorca und entlang der Costa Blanca herrscht bereits hochsommerliches Niveau. Obwohl die Meteorologen im strengen synoptischen Sinne noch nicht von einer offiziellen Hitzewelle sprechen – da hierfür die Schwellenwerte über mehrere Tage noch flächendeckender überschritten werden müssten –, erreichen sowohl die Tagesmaxima als auch die nächtlichen Tiefstwerte ein Niveau, das statistisch erst im Hochsommer zu erwarten wäre.
Darum ist es aktuell so heiß in Spanien
Ursache für diese frühzeitige Hitzeepisode ist eine markante atmosphärische Konstellation über Südwesteuropa. Ein kräftiger Hochdruckrücken hat sich direkt über der Iberischen Halbinsel positioniert. Dieses System blockiert die Westwindzone und lenkt atlantische Tiefdruckgebiete weiträumig um Spanien herum. Gleichzeitig fungiert das Hoch als dynamische Barriere, an deren westlicher Flanke eine straffe südliche Strömung in Gang gekommen ist.

Diese Luftmassenadvektion transportiert extrem trockene und heiße Subtropenluft direkt aus dem nordafrikanischen Raum über das westliche Mittelmeer nach Norden. Begünstigt durch den bereits hohen Sonnenstand im Spätmai und einen wolkenlosen Himmel setzt über dem spanischen Festland eine intensive diabatische Erwärmung ein. Da die subtropische Luftmasse zudem eine sehr geringe relative Feuchte aufweist, heizt sich der bodennahe Luftraum durch die ungehinderte solare Einstrahlung rapide auf, während das großräumige Absinken der Luftmassen im Zentrum des Hochs eine Wolkenbildung vollständig unterbindet.
Die Großwetterlage bleibt nach Einschätzung des Wetterdienstes Aemet in den kommenden Tagen stabil. Mindestens bis zur Mitte der nächsten Woche hält die ausgeprägte Sommerphase auf der Halbinsel unvermindert an. Weitere lokale Temperaturrekorde für die zweite Maidekade sind im Zuge dieser stabilen Hochdrucklage wahrscheinlich, bevor eine nachhaltige Umstellung der atmosphärischen Zirkulation kühlere Atlantikluft herbeiführen kann.
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