Aus unserer Meteoleitstelle blicken wir heute auf eine Wetterlage, die Deutschland regelrecht in zwei Hälften teilt und im Süden für eine erhebliche Gefahrenlage sorgt. Die Regisseure dieses Schauspiels sind zwei mächtige Druckgebilde: das Hochdruckgebiet „Petralilly“ über Skandinavien und das Tiefdruckgebiet „Calvin“ mit Zentrum über Italien. Diese Konstellation sorgt für extreme Kontraste, die von sonnigen Herbsttagen bis hin zu akuter Unwettergefahr durch extremen Regen reichen. Was bedeutet diese Wetterküche konkret für Sie in den kommenden Tagen? Wir haben die Details.
Am heutigen Mittwoch zeigt sich das Wetter von seiner ungleichen Seite. Während sich die Menschen von Niedersachsen bis an die Küsten Mecklenburg-Vorpommerns über reichlich Sonnenschein freuen dürfen, spitzt sich die Lage im Süden dramatisch zu.

Besonders kritisch wird es in einem Korridor, der vom Saarland über die Pfalz bis in den Kraichgau reicht. Hier sprechen wir nicht mehr nur von starkem Regen, sondern von einer echten Unwetterlage. Der länger anhaltende, teils schauerartig verstärkte Regen hält gebietsweise bis in die Nacht auf Donnerstag an. Über einen Zeitraum von 24 bis 30 Stunden erwarten wir hier markante Niederschlagssummen zwischen 50 und 80 Litern pro Quadratmeter. Örtlich sind sogar Spitzenwerte bis zu 100 Liter nicht ausgeschlossen! Solche Wassermassen können Bäche und kleine Flüsse schnell über die Ufer treten lassen und für erhebliche Überflutungen sorgen.

Auch in den umliegenden Gebieten des Südwestens fallen beachtliche Mengen zwischen 30 und 50 Litern. Im Tagesverlauf verlagert sich der Schwerpunkt der Niederschläge zudem auf weite Teile Bayerns.
Die Temperaturen spiegeln diese Zweiteilung wider. Nach einer empfindlich kalten Nacht mit Werten um 2 Grad und örtlicher Bodenfrostgefahr im Norden, wird es dort tagsüber mit 18 bis 19 Grad angenehm mild. In den Unwetterregionen des Südens hingegen klettert das Thermometer unter der dichten Wolkendecke kaum über kühle 9 bis 12 Grad. Begleitet wird das Ganze von einem lebhaften Nordostwind, der besonders vom Harz bis zum Bayerischen Wald stürmische Böen erreichen kann.
Ausblick auf Donnerstag und Freitag: Ausweitung und langsame Entspannung
In der Nacht auf Donnerstag (25. September) weitet das Regengebiet seine Fühler weiter aus. Besonders Südthüringen und der Norden Bayerns – von Unterfranken bis zur tschechischen Grenze – geraten dann in den Fokus. Hier sind bis Donnerstagvormittag nochmals Mengen zwischen 20 und 30, örtlich sogar bis 50 Liter pro Quadratmeter zu erwarten.

Doch es gibt einen Lichtblick: Im Laufe des Donnerstags entspannt sich die Dauerregenlage von Westen her allmählich und die Intensität der Niederschläge lässt nach. Zum Start ins Wochenende, am Freitag (26. September), scheint Tief „Kelvin“ dann endgültig die Puste auszugehen. Die Regenfälle klingen weiter ab, es bleibt aber oft stark bewölkt.
Fazit: Höchste Wachsamkeit im Süden, Genuss im Norden
Zusammenfassend lässt sich sagen: Deutschland erlebt eine scharf getrennte Wetterlage. Während der Norden einen Vorgeschmack auf den goldenen Oktober bekommt, kämpft der Süden mit den Auswirkungen eines ausgewachsenen Regen-Unwetters.
Unsere dringende Empfehlung aus der Meteoleitstelle lautet daher: Wenn Sie in den genannten Unwetter-Gebieten leben oder unterwegs sind, verfolgen Sie bitte aufmerksam die lokalen Wetterwarnungen. Stellen Sie sich auf überflutete Straßen und volllaufende Keller ein und bringen Sie sich nicht unnötig in Gefahr. Wir behalten die Entwicklung für Sie selbstverständlich genau im Auge.
FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten
1. Wo genau ist die Unwettergefahr am Mittwoch und in der Nacht am größten? Die höchste Gefahr eines Unwetters durch extremen Dauerregen besteht in einem Streifen vom Saarland über die Pfalz bis in den Kraichgau. Aber auch in angrenzenden Gebieten und später in Südthüringen und Nordbayern ist die Gefahr von lokalen Überflutungen und Starkregen sehr hoch.
2. Warum ist das Wetter in Deutschland aktuell so unterschiedlich? Das liegt am Aufeinandertreffen zweier starker Wettersysteme: Ein Hochdruckgebiet über Skandinavien blockiert feuchte Luft im Norden und sorgt für Sonne. Gleichzeitig pumpt ein Tiefdruckgebiet über Italien sehr feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum in den Süden Deutschlands, wo sie als Unwetter abregnet.
3. Wann lässt der starke Regen im Süden endlich nach? In den Haupt-Unwettergebieten hält der Regen bis in die Nacht auf Donnerstag oder den Donnerstagvormittag an. Im Laufe des Donnerstags lässt die Intensität der Regenfälle dann landesweit spürbar nach.
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