Zum Wochenbeginn bestimmt eine markante Luftmassengrenze das Wettergeschehen in weiten Teilen der Bundesrepublik. Am Montag und Dienstag entwickeln sich regional schauerartige Niederschläge und Gewitter. Das Hauptrisiko geht dabei von mehrstündigem Starkregen aus, der punktuell unwetterartige Mengen erreichen kann. Begleitet werden die Niederschläge von kleinkörnigem Hagel und steifen bis stürmischen Windböen. Die Temperaturen weisen ein deutliches Gefälle zwischen der einfließenden kühleren Luft und den verbleibenden wärmeren Zonen auf.
Die aktuelle Wetterlage über Deutschland und dessen Änderungen.
Ein hochreichendes Tiefdruckgebiet über Skandinavien dehnt seinen Einflussbereich weiter nach Südosten aus und lenkt einen Trog über Westeuropa ostwärts. Diese synoptische Konstellation verschiebt eine bodennahe Luftmassengrenze weiter in Richtung Süden. Während in der Höhe antizyklonale Bedingungen dominieren, sorgen frontogenetische Impulse sowie positive Vorticityadvektion für ausreichende Hebungsprozesse in den unteren Atmosphärenschichten. Dies führt zur Bildung von Konvektion am warmen Rand der Luftmassengrenze.

Die aktuelle Wetterlage zeichnet sich durch eine Diskrepanz zwischen den Boden- und Höhenströmungen aus. Die verfügbare potenzielle konvektive Energie (CAPE) von 200 bis 800 Joule pro Kilogramm reicht für die Bildung lokaler Gewitter aus, jedoch fehlt aufgrund geringer Höhenwinde und fehlender Windscherung der dynamische Antrieb für langlebige Schwergewitter. Das Hauptaugenmerk der meteorologischen Überwachung liegt eindeutig auf dem Starkregen. Durch die äußerst langsame Zuggeschwindigkeit der Zellen drohen rasche Überflutungen von Unterführungen und tieferliegenden Straßen. Zudem besteht akute Gefahr von Aquaplaning (Wasserglätte) auf den Autobahnen. Verkehrsteilnehmer müssen ihre Geschwindigkeit zwingend anpassen.
Die aktuellen Prognosen und Vorhersagen
Nordrhein-Westfalen: Im Laufe des Montags intensivieren sich die Schauer und Gewitter, wobei sich der Schwerpunkt am Abend in das Münsterland sowie nach Ostwestfalen verlagert. Es droht Starkregen bis 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit; lokal sind unwetterartige Summen bis 50 Liter pro Quadratmeter binnen weniger Stunden nicht ausgeschlossen. Dazu treten kleinkörniger Hagel und Windböen um 60 Kilometer pro Stunde auf. In der Nacht zum Dienstag lässt die konvektive Aktivität nach, jedoch geht der Niederschlag in gewöhnlichen Dauerregen über, der besonders im Umfeld des Teutoburger Waldes ergiebig ausfällt. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 22 Grad, in den Kammlagen des Sauerlandes bei 17 Grad.
Hessen: Ab Montagnachmittag bilden sich besonders rund um die documenta-Stadt Kassel, am Habichtswald sowie im angrenzenden Waldecker Land einzelne Gewitter. Diese bringen Starkregen bis 25 Liter pro Quadratmeter sowie Windböen um 60 Kilometer pro Stunde mit sich. Am Dienstag erfassen neue schauerartige Regenfälle mit eingelagerten Gewittern das Gebiet vom Rheingau über die Mainmetropole Frankfurt bis in das Lahntal. Dabei stehen Niederschlagsmengen von 20 bis 30 Litern in wenigen Stunden im Fokus. Die Temperaturen erreichen 20 bis 24 Grad, im Bereich des Hohen Meißner werden um 18 Grad gemessen.
Rheinland-Pfalz: Am Montag breitet sich zum Mittag von der Römerstadt Trier und dem Saargau her teils schauerartiger Regen aus. Einzelne Gewitter mit Starkregen sind im Bereich des Kannenbäckerlandes und am Deutschen Eck in Koblenz am Nachmittag nicht ausgeschlossen. Die Höchstwerte liegen zwischen 18 und 22 Grad. Der Dienstag bringt von der Westpfalz bis in das rheinhessische Hügelland neuen, teils länger anhaltenden Starkregen mit eingelagerten Gewittern. Die Temperaturen erreichen 17 bis 21 Grad in der Vorderpfalz, während es auf den rauen Eifelhöhen bei rund 15 Grad deutlich kühler bleibt.


Nordbayern: Am späten Montagnachmittag entwickeln sich im fränkischen Weinland um Würzburg sowie im weiten Obermaintal einzelne Gewitterzellen. Diese verlagern sich in der Nacht zum Dienstag über die Fränkische Schweiz bis in die ostbayerische Regierungshauptstadt Regensburg und in den Oberpfälzer Wald. Erwartet werden Starkregen bis 20 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, stürmische Böen bis 75 Kilometer pro Stunde und kleinem Hagel. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 22 und 26 Grad, auf dem Großen Arber werden 17 Grad gemessen. Am Dienstag formieren sich von Südwesten her neue konvektive Ereignisse ähnlicher Intensität.

Fazit und die Fakten zum aktuellen Wetter
Die eingefahrene Wetterlage mit wiederholten Niederschlagsimpulsen bleibt bis zur Wochenmitte bestehen. Erst in der Nacht zum Mittwoch geht die konvektive Aktivität landesweit in skaligen, ungewittrigen Regen über, der allmählich an Intensität verliert. Eine nachhaltige Stabilisierung durch den Aufbau eines kräftigen Hochdruckgebiets ist in der Kurzfrist noch nicht in Sicht.
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