Kaum hat sich die stürmische Unruhe, die Tief “Elli” über das Land brachte, gelegt, stehen wir bereits vor der nächsten meteorologischen Herausforderung. Die Atempause war kurz, denn mit Tief “Gunda” zieht nun ein Wettersystem auf, das weniger durch Windgeschwindigkeiten, sondern durch eine tückische Mischung aus Niederschlag und tiefen Temperaturen besticht. Besonders in der Westhälfte der Bundesrepublik hat sich die Gefahrenlage in den letzten Stunden von orkanartigen Böen hin zu einer großflächigen Glatteissituation verschoben. Für Sie als Verkehrsteilnehmer bedeutet dies: Höchste Wachsamkeit ist geboten.
Eine gefährliche Rutschpartie auf den Straßen
Die Kombination aus den noch tiefgefrorenen Böden der letzten Tage und den neu aufziehenden Regenfällen sorgt für eine kritische Situation, die Meteorologen als “Glatteisregen” bezeichnen. Wenn der Regen auf den gefrorenen Asphalt trifft, gefriert er augenblicklich zu einer spiegelglatten Eisschicht.
Dies hat den morgendlichen Berufsverkehr massiv beeinträchtigt. Während die Meldungen über Unfälle im Sauerland bereits die Runde machten, ist die Lage auch in angrenzenden Mittelgebirgsregionen angespannt. Besonders betroffen sind aktuell auch Teile der Eifel sowie das Bergische Land, wo die Topografie die Straßenverhältnisse zusätzlich erschwert. Die Streu- und Räumdienste sind im Dauereinsatz, kommen jedoch gegen die sich ständig neu bildende Eisschicht kaum an. Sollten Sie in diesen Regionen unterwegs sein müssen, rechnen Sie bitte mit erheblichen Verzögerungen und passen Sie Ihre Fahrweise defensiv an die Witterung an.
Geduldsprobe für Flugreisende und Bahnkunden
Die Auswirkungen von “Gunda” beschränken sich nicht nur auf den Straßenverkehr. Am Frankfurter Flughafen, dem größten Drehkreuz Deutschlands, startete der Tag mit einem “angespannten Winterbetrieb”. Rund 100 Flüge mussten bereits annulliert werden, da die Enteisung der Maschinen und die Sicherheit auf den Startbahnen Zeit kosten. Auch an den südlichen Knotenpunkten, wie in München und Nürnberg, kommt es zu witterungsbedingten Ausfällen. Wir raten Ihnen dringend, Ihren Flugstatus digital zu prüfen, bevor Sie sich auf den Weg zum Flughafen machen.
Auch die Deutsche Bahn musste auf die extreme Witterung reagieren. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wurde die Höchstgeschwindigkeit der ICE-Züge auf diversen Hauptstrecken gedrosselt. Dies betrifft primär die Nord-Süd-Verbindungen, etwa zwischen Hannover und Würzburg sowie die West-Ost-Achse von Köln nach Frankfurt. Besondere Einschränkungen gelten für Reisende in Richtung Berlin: Die ICE-Verbindung zwischen der Hauptstadt und Frankfurt am Main lässt derzeit die Halte in Braunschweig und Hildesheim aus. Zudem entfällt die IC-Linie zwischen Dresden und Dortmund komplett.
Die Bahn zeigt sich jedoch kulant: Die Zugbindung ist aufgehoben. Sollten Sie ein Ticket für den Reisezeitraum bis zum 12. Januar 2026 besitzen, welches bis einschließlich gestern (07.01.26) gebucht wurde, können Sie Ihre Reise flexibel zu einem späteren Zeitpunkt antreten.
Fazit: Warum ist die Lage aktuell so brisant?
Vielleicht fragen Sie sich, warum gerade jetzt die Straßen so extrem glatt sind, obwohl es nicht stark schneit. Das meteorologische Phänomen hinter dieser Lage ist eine sogenannte “Inversionswetterlage” in Verbindung mit einer Warmfront.
In der Höhe strömt durch Tief “Gunda” mildere Luft ein, die den Niederschlag als Regen fallen lässt. Am Boden hält sich jedoch noch hartnäckig die schwere Kaltluft der vergangenen Tage. Der Regen fällt also als flüssiges Wasser durch die warme Luftschicht, trifft dann aber auf den Boden, der Temperaturen unter dem Gefrierpunkt aufweist. Das Resultat ist kein Schnee, sondern ein sofortiger Eispanzer auf allen Oberflächen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Gefahr ist unsichtbar, aber real. Während der Schneefall oft gut erkennbar ist, wird das Klareis auf den Straßen oft zu spät bemerkt. Planen Sie mehr Zeit ein, vermeiden Sie unnötige Fahrten und kommen Sie sicher durch diese winterlichen Tage.
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