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Hundstage markieren heißeste Zeit des Jahres: Kommt die große Hitze erst noch?

Die Hundstage gelten traditionell als heißeste Phase des Jahres. In diesem Sommer passt der Begriff zumindest teilweise zur Wetterentwicklung: Die ganz große flächige Hitze steht nach aktuellem Stand nicht unmittelbar für ganz Deutschland an, aber besonders im Westen,…

Die Hundstage gelten traditionell als heißeste Phase des Jahres. In diesem Sommer passt der Begriff zumindest teilweise zur Wetterentwicklung: Die ganz große flächige Hitze steht nach aktuellem Stand nicht unmittelbar für ganz Deutschland an, aber besonders im Westen, Südwesten und Süden wird es in den kommenden Tagen wieder heiß. Der Norden und die Küsten bleiben dagegen deutlich gedämpfter.

Woher kommt der Name „Hundstage“?

Mit Hunden auf dem Sofa oder hechelnden Vierbeinern im Schatten hat der Begriff nichts zu tun. Der Name stammt aus der Astronomie. Gemeint ist das Sternbild „Großer Hund“ mit dem hellen Stern Sirius. In der Antike tauchte Sirius zur heißesten Zeit des Sommers wieder am Morgenhimmel auf. Daraus entstanden die „Tage des Hundes“, lateinisch „dies caniculares“. Der klassische Zeitraum wird bis heute meist vom 23. Juli bis 23. August angegeben.

Die Hundstage gelten traditionell als heißeste Phase des Jahres. In diesem Sommer passt der Begriff zumindest teilweise zur Wetterentwicklung: Die ganz große flächige Hitze steht nach aktuellem Stand nicht unmittelbar für ganz Deutschland an, aber besonders im Westen, Südwesten und Süden wird es in den kommenden Tagen wieder heiß. Der Norden und die Küsten bleiben dagegen deutlich gedämpfter.

Wichtig ist: Diese alte Zuordnung passt astronomisch heute nicht mehr sauber. Durch die langsame Verschiebung der Erdachse hat sich der sichtbare Aufgang des Sirius im Kalender nach hinten verlagert. Für Deutschland liegt er inzwischen eher gegen Ende August. Die Hundstage sind also kein meteorologischer Schalter, der automatisch Hitze einschaltet.

Hat die Bauernregel Einfluss auf unser Wetter?

Nein. Eine Bauernregel beeinflusst das Wetter nicht. Sie beschreibt höchstens, was Menschen früher über viele Jahre beobachtet haben. Dass Ende Juli und Anfang August häufig heiße Tage auftreten, ist meteorologisch gut erklärbar: Die Sonne steht zwar schon wieder etwas tiefer als im Juni, aber Landflächen, Städte, Böden und Gewässer haben sich bis dahin stark aufgeheizt. Die Atmosphäre startet also mit viel gespeicherter Sommerwärme.

Trotzdem ist daraus keine feste Regel abzuleiten. Mal liegen Hochdruckgebiete günstig und bringen trockene, heiße Luft. Mal schieben Tiefs kühlere Atlantikluft nach Mitteleuropa. Die Hundstage sind daher eher ein klimatologischer Erfahrungswert als eine verlässliche Wetterprognose. Auch fachlich gilt: Ein einzelner Kalendereintrag macht noch keine Hitzewelle.

Was sagen die aktuellen Prognosen?

Nach aktuellem Stand nimmt die Wärme in Deutschland in den nächsten Tagen wieder deutlich zu. Am Wochenende zeigt sich häufig sonniges Sommerwetter. Am Samstag liegen die Höchstwerte im Norden und Osten meist zwischen 25 und 30 Grad, an den Küsten eher um 22 Grad. Im Süden und Westen werden 29 bis 35 Grad erwartet, am Oberrhein kann es noch heißer werden. Am Sonntag sind im Südwesten örtlich bis 36 Grad möglich.

Zu Wochenbeginn wird die Hitze vor allem in der Südwesthälfte markanter. Für Montag werden dort 32 bis 37 Grad berechnet, während es nach Norden und Nordosten mit 27 bis 32 Grad weniger heiß bleibt. Auch Dienstag und Mittwoch bleiben sehr warm bis heiß, verbreitet trocken und sonnig. Einzelne Gewitter sind vor allem an den Alpen und im Südschwarzwald möglich.

Die Warnlage bleibt dabei zunächst vergleichsweise ruhig. Bis Freitag werden keine markanten Wettererscheinungen erwartet, am Wochenende steigt vor allem in der Südwesthälfte die Wärmebelastung. Auch bis Dienstag wird dort eine zunehmende Hitzebelastung genannt, während größere Unwetterlagen aktuell nicht im Vordergrund stehen.

Große Hitze für alle? Eher nicht

Der entscheidende Punkt ist die Verteilung. Deutschland liegt eher am Rand der großen Hitzeblase über West- und Südwesteuropa. Dadurch bleiben die Temperaturunterschiede groß: Im Südwesten kann es heiß werden, im Norden und an den Küsten bleibt es deutlich angenehmer. Diese Einordnung passt auch zu aktuellen Modell- und Wettertrends, die eine neue extreme Hitzewelle für ganz Deutschland derzeit nicht als wahrscheinlichste Lösung sehen.

Damit kommt die Hitze zwar zurück, aber nicht überall mit gleicher Wucht. Für Rheinland-Pfalz, das Saarland, Baden-Württemberg, Hessen, Teile Nordrhein-Westfalens und Bayern sind heiße Tage wahrscheinlicher als für Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder die Nordseeküste. Besonders in den Flusstälern und Ballungsräumen kann die Wärmebelastung spürbar werden, vor allem wenn die Nächte nur noch wenig abkühlen.

Fazit

Die Hundstage sind kein Wettergesetz. Ihr Name kommt vom Sternbild Großer Hund und dem Stern Sirius, nicht von besonders leidenden Hunden im Hochsommer. Meteorologisch fällt der Zeitraum aber tatsächlich oft in die wärmste Phase des Jahres, weil die Sommerwärme bis Ende Juli und Anfang August gut aufgebaut ist.

Für die nächsten Tage heißt das: Die große flächige Hitze für ganz Deutschland ist nach aktuellem Stand nicht das wahrscheinlichste Szenario. Der Süden, Westen und Südwesten müssen sich aber auf mehrere heiße Tage einstellen. Im Norden bleibt der Sommer deutlich gemäßigter. Die Hundstage liefern also keinen Automatismus, aber sie erinnern daran, dass der Hochsommer noch nicht fertig ist.

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