Deutschland steht in den kommenden fünf Tagen unter dem Einfluss massiver Polarluft, die in den Hochlagen der Alpen Neuschneemengen von bis zu einem Meter sowie Schauer und Gewitter bis in tiefere Lagen bringt. Während am Feldberg im Schwarzwald und in Mittenwald bereits neue Kälterekorde für Ende März verzeichnet wurden, bleibt die Wetterlage durch eine nordwestliche Strömung vorerst nasskalt und frostanfällig. In den Mittelgebirgen wie dem Taunus, dem Vogelsberg und dem Fichtelgebirge ist in den Abend- und Morgenstunden mit Glätte durch Schnee und Graupel zu rechnen. Ab Ostersonntag deutet sich jedoch ein markanter Temperaturumschwung an, der am Ostermontag Spitzenwerte von bis zu 21 Grad Celsius ermöglichen könnte.
Die Großwetterlage zeigt weiterhin Spannung
Die synoptische Situation wird derzeit von einem abziehenden Tiefdruckgebiet und einer nachfolgenden, straffen Nordwestströmung dominiert. Diese führt labil geschichtete Polarluft nach Mitteleuropa, die in 5,5 Kilometern Höhe Temperaturen von bis zu -35 Grad Celsius aufweist. In der Schicht von 1.500 Metern (850 hPa) bewegen sich die Werte um -5 Grad Celsius, was die Frostgefahr und die winterlichen Niederschläge begünstigt. Diese Luftmassen werden insbesondere gegen den Alpenrand gedrückt, wo Staueffekte zu ergiebigen Schneefällen führen. Erst zum Osterwochenende deutet sich durch die Vorderseite eines herannahenden Tiefs eine Zufuhr deutlich milderer Luftmassen aus südwestlichen Richtungen an.
Meteorologisch betrachtet erleben wir eine klassische spätwinterliche Rückschlagphase. Die Labilität der einströmenden Polarluft sorgt für eine hohe Schaueraktivität, wobei die Kombination aus isobarer Drängung und Kaltluftadvektion besonders in den Staulagen der Mittelgebirge und Alpen für unwetterartige Bedingungen sorgt. Die am 27. März registrierten Tiefstwerte an Stationen wie Mittenwald-Buckelwiesen (neuer Rekordwert seit 1937) unterstreichen die Intensität dieser Kaltluftzufuhr. Der prognostizierte Temperatursprung zu Ostern ist zwar noch mit Unsicherheiten behaftet, wird aber durch die Mehrheit der Ensemble-Modelle gestützt.

Winterliche Bedingungen im hessischen Bergland und Rhein-Main-Gebiet
In Nordhessen sowie im Kasseler Becken zieht heute eine Front mit Schneeregen und Schnee oberhalb von 600 Metern durch. Während in Frankfurt am Main und im Main-Taunus-Kreis eher nasskaltes Wetter vorherrscht, bleibt es in den Hochlagen des Vogelsbergs und des Taunus, etwa rund um den Großen Feldberg, winterlich mit Glättegefahr. Die Temperaturen erreichen im Hessischen Ried sowie an der Bergstraße Werte zwischen 5 und 11 Grad, sinken jedoch in der Nacht im Odenwald und im Lahntal teils deutlich unter den Gefrierpunkt.

Schneefall und Frost in Franken und der Oberpfalz
In Unterfranken, insbesondere im Raum Würzburg und Schweinfurt, zeigt sich das Wetter wechselhaft. Deutlich ungemütlicher bleibt es in Oberfranken: Im Fichtelgebirge und im Frankenwald ist mit anhaltenden Schneeschauern und Verwehungen zu rechnen. Auch in der Oberpfalz und im Bayerischen Wald, etwa um Cham und Regen, sorgt die Staulage für winterliche Straßenverhältnisse. Die Höchstwerte in Mittelfranken, beispielsweise in Nürnberg und Erlangen, bewegen sich am Sonntag nur noch zwischen 6 und 12 Grad, wobei zum Start der Sommerzeit verbreitet Frostgefahr besteht.
Wind und Schauer in der Eifel und am Mittelrhein
In Rheinland-Pfalz prägt die Polarluft vor allem die Eifel und den Hunsrück. Rund um Daun, Prüm und Simmern muss mit Graupelgewittern und stürmischen Böen gerechnet werden. Im Moseltal sowie in Rheinhessen, etwa in Mainz und Worms, bleibt es bei einem Mix aus Sonne und Wolken meist bei einstelligen Höchstwerten. In der Vorderpfalz und im Pfälzerwald klingen die Niederschläge am Sonntag vorübergehend ab, bevor am Montag ein neues Regengebiet die Region von Nordwesten her erreicht.

Massive Schneefälle am Alpenrand
Die extremste Wetterentwicklung findet entlang der Alpen statt. Hier werden in den kommenden Tagen Neuschneemengen von über einem Meter in den Hochlagen erwartet. Pässe sind ohne Winterausrüstung kaum passierbar, zudem steigt die Lawinengefahr massiv an. In Mittenwald und Regensburg zeigt sich der Kontrast zwischen Kälterekorden und lokaler Erwärmung besonders deutlich.
FAZIT und Lageeinschätzung
Der Spätwinter hält Deutschland bis zur Mitte der Karwoche fest im Griff, wobei Frost und Schnee in den Mittelgebirgen dominieren. Ein vorsichtiger Trend zeichnet sich für die Ostertage ab: Nach aktuellem Stand könnten der Ostersonntag und Ostermontag die freundlichsten Tage der Woche werden, mit einem massiven Temperatursprung auf frühlingshafte 17 bis 21 Grad. Bis dahin bleibt die Wetterlage jedoch nasskalt und niederschlagsreich.
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