Wer heute Morgen in den Muldenlagen der Rhön oder im Upland vor die Tür trat, spürte die volle Härte des aktuellen Winters, denn eine nordöstliche Strömung versorgt Hessen weiterhin mit polarer Kaltluft, die die Temperaturen in der Nacht örtlich auf bis zu minus 15 Grad abstürzen ließ. Diese klirrende Kälte bestimmt auch den heutigen Sonntag, der sich zwar weitgehend niederschlagsfrei und teils heiter bis wolkig präsentiert, aber kaum Gelegenheit zum Aufwärmen bietet.

Wir müssen uns landesweit auf Dauerfrost einstellen, wobei die Höchstwerte im vergleichsweise milden Rhein-Main-Gebiet kaum über minus ein Grad klettern, während es im nordhessischen Bergland bei eisigen minus fünf Grad bleibt. Nutzen Sie diesen ruhigen Sonntag für Erledigungen, die keinen Aufschub dulden, denn die meteorologische Situation steht unmittelbar vor einem drastischen Umbruch, der Ihre volle Aufmerksamkeit erfordert.
Der Grund für die bevorstehende Wetterverschlechterung liegt in der Großwetterlage: Das dominante Hochdruckgebiet verliert seinen Einfluss und macht Platz für ein umfangreiches Frontensystem eines Tiefs, das derzeit noch nördlich von Schottland liegt. Dieses System schiebt sukzessive mildere Luftmassen vom Atlantik in unsere Region, was in der Atmosphäre zu einer klassischen, aber gefährlichen Gleitschichtsituation führt.
Während sich die Luft in der Höhe erwärmt, hält sich am Boden die schwere Kaltluft hartnäckig – eine Konstellation, die Meteorologen mit Sorge betrachten, da sie den idealen Nährboden für extrem gefährliches Glatteis bietet. Die Ruhe des heutigen Tages ist also trügerisch und dient lediglich als Vorbote für eine turbulente Nacht zum Montag.
In der ersten Nachthälfte bleibt es zunächst noch trocken, wobei die Temperaturen erneut tief in den Keller rauschen und verbreitet mäßigen, im Nordosten teils strengen Frost bis minus 11 Grad erreichen. Doch in der zweiten Nachthälfte greift von Westen her, etwa über den Taunus und den Westerwald, der Niederschlag auf Hessen über.
Anfangs fällt dieser noch als Schnee, was im Bergland für Neuschneemengen von bis zu fünf Zentimetern sorgen kann, doch mit dem Vordringen der wärmeren Luftschichten geht dieser Schneefall rasch in gefrierenden Regen über. Hier besteht akute Unwettergefahr: Der Regen trifft auf die tiefgefrorenen Böden und Straßenbeläge, was binnen Sekunden zu spiegelglatten Flächen führt.
Der Montagmorgen könnte sich für viele Pendler zwischen Kassel und Darmstadt somit zu einer ernsten Herausforderung entwickeln, da genau zum Berufsverkehr die Glatteisgefahr ihren Höhepunkt erreicht. Während die Niederschläge im Tagesverlauf ostwärts abziehen, folgt aus Südwesten bereits neuer Regen nach, der insbesondere in den Mittelgebirgen wie dem Vogelsberg oder der Wasserkuppe auch am Nachmittag noch gefrieren kann.
Die Temperaturen beginnen jedoch langsam zu steigen und erreichen Höchstwerte zwischen null und vier Grad, begleitet von einem auffrischenden Südwind, der in den Kammlagen stürmische Böen erreichen kann. Diese Milderung setzt sich in der Nacht zum Dienstag fort, wobei im östlichen Bergland weiterhin Vorsicht geboten ist, da der Regen dort noch gefrieren kann.
Der Blick auf den weiteren Wochenverlauf zeigt eine deutliche Entspannung der Frostsituation, aber auch ein unbeständiges Wetterbild. Am Dienstag dominieren dichte Wolken und zeitweiliger Regen das Geschehen, während das Thermometer spürbar auf vier bis acht Grad ansteigt und damit das Tauwetter endgültig einläutet.
Auch der Mittwoch bleibt bei Temperaturen bis zu acht Grad und starker Bewölkung eher nasskalt, wobei in exponierten Gipfellagen weiterhin mit starken Böen zu rechnen ist. Zusammenfassend lässt sich sagen: Genießen Sie die winterliche Optik des heutigen Sonntags, aber bereiten Sie sich mental und logistisch auf einen extrem glatten Start in die neue Woche vor – Sicherheit sollte am Montagmorgen absoluten Vorrang haben.
Keine Unwetterwarnung mehr verpassen!
Unterstützen Sie unsere unabhängige Redaktion: Fügen Sie die Meteozentrale mit nur einem Klick als bevorzugte Nachrichtenquelle in Ihrer Google-Suche hinzu. So erhalten Sie unsere Warnungen bei kritischen Wetterlagen garantiert immer sofort als Erstes.
⭐ Bei Google als bevorzugt markieren





