Die Sommer in Berlin werden spürbar heißer, die Hitzewellen häufiger. Um dem Klimawandel im urbanen Raum zu begegnen, testet die Hauptstadt neue Wege zur Abkühlung. Ein Beispiel dafür ist der sogenannte “Cooling Point”, der derzeit im Mauerpark entsteht. Die Idee: Ein schattiger Bereich mit etwas Grün und einem Trinkbrunnen soll Bürgerinnen und Bürgern eine Erfrischung bieten. Doch was simpel klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als zähes und kostspieliges Projekt.
Was steckt hinter dem Cooling Point?
Für rund 55.000 Euro entsteht in Berlin-Mitte ein Platz zur Hitzeentspannung. Etwa 45.000 Euro fließen in die Installation eines Dachs, einiger Sitzgelegenheiten und Pflanzkübel. Weitere 10.000 Euro entfallen auf einen separaten Trinkbrunnen.
Zuständig sind dabei nicht etwa ein oder zwei Stellen – ganze sechs Behörden sind involviert. Vom Landesamt für Gesundheit bis hin zu den Berliner Wasserbetrieben ist eine lange Liste an Institutionen mit dem Projekt befasst. Die Folge: Ein halbes Jahr Bauzeit für eine vergleichsweise einfache Anlage, bei der viele Berliner*innen den Kopf schütteln.
Die Meinung auf der Straße: Zwischen „nett“ und “unnötig”
In der Bevölkerung kommt der Cooling Point unterschiedlich an. Einige loben die Idee, dass es überhaupt Bemühungen gibt, dem urbanen Hitzestress zu begegnen. “Knuffig”, nennt es eine Besucherin im Interview und meint damit: nett, aber mehr auch nicht. Der Schatten sei willkommen, gerade in der Mittagshitze, und ein kostenloser Trinkbrunnen sei nie verkehrt.
Andere sehen das Projekt deutlich kritischer. Sie bemängeln die hohen Kosten für eine einfache Konstruktion und die Tatsache, dass der Standort am ohnehin schattigen Mauerpark nicht gerade als Vorreiter für innovative Stadtplanung gilt. In sozialen Medien reißen spöttische Kommentare über “Berliner Baukunst” und “Verwaltungswirrwarr” nicht ab.
Kritik am Ablauf: Bürokratie als Bremsklotz
Besonders in der Kritik stehen die lange Realisierungsdauer und die zahlreichen beteiligten Stellen. Warum braucht es sechs Monate, um ein Dach mit Pflanzen aufzustellen? Die Berliner Wasserbetriebe verweisen auf notwendige Abstimmungen und Genehmigungen. In der Verwaltung heißt es, die Dauer sei “für Berliner Verhältnisse normal” – ein Satz, der eher für Stirnrunzeln als für Verständnis sorgt.
Auch das Thema Nachhaltigkeit steht auf der Kippe. In der Vergangenheit wurden ähnliche Anlagen nach kurzer Zeit Opfer von Vandalismus oder wurden schlicht nicht gepflegt. Es bleibt abzuwarten, ob der Cooling Point dieser Entwicklung entkommen kann.
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