Faktencheck

Faktencheck: Schwergewitterlage und Unwetterpotenzial in Deutschland

Eine grundlegende Umstellung der Großwetterlage führt in Deutschland zu einer markanten Schwergewitterlage. Durch den Einfluss atlantischer Tiefdruckgebiete und eines starken Starkwindbandes in der Höhe baut sich eine hohe atmosphärische Labilität auf. Diese Kombination sorgt in den kommenden Tagen regional für ein erhebliches Unwetterpotenzial durch Superzellen, schwere Sturmböen und großen Hagel.

Welche meteorologischen Faktoren lösen die aktuelle Unwetterlage aus? Das prägende Hochdruckgebiet zieht sich nach Südwesteuropa zurück, wodurch atlantische Tiefdruckgebiete wetterbestimmend werden. Die Strömung dreht auf West, begleitet von einem markanten Starkwindband in neun Kilometern Höhe. Diese ausgeprägte Windscherung begünstigt die Entstehung rotierender Gewitterstrukturen und sogenannter Superzellen.

Wo liegt der Schwerpunkt der Gewitter am Freitag? Am Freitagnachmittag und am Abend ist die Atmosphäre im Nordwesten Deutschlands besonders labil geschichtet, wodurch sich dort die ersten schweren Gewitter formieren. In der Nacht zum Samstag verlagern sich diese Gewitterzellen dann weiter in Richtung Nordosten sowie in die Mitte des Landes.

Mit welchen Begleiterscheinungen muss bei den Gewittern gerechnet werden? In den stark betroffenen Regionen drohen schwere Unwetter mit lokalem Hagelschlag und schweren Sturmböen. Durch die hohe Windscherung und atmosphärische Labilität ist im direkten Umfeld der Gewitterzonen zudem ein erhöhtes Tornadorisiko gegeben.

Wie verlagert sich das Unwetterpotenzial am Samstag? Am Samstag konzentriert sich die größte Gewittergefahr auf die Landesmitte und die südlichen Mittelgebirge. Besonders über dem Bayerischen Wald, dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb können sich kräftige Entwicklungen bilden. Im Norden Deutschlands beruhigt sich das Wetter hingegen deutlich und bleibt niederschlagsfrei.

Welche Temperaturentwicklung wird am Wochenende erwartet? Am Freitag werden vor den Gewittern 25 bis 34 Grad erreicht, wobei der Südwesten die höchsten Werte verzeichnet. Am Samstag kühlt es im Norden auf maximal 25 Grad ab, während im Südwesten weiterhin bis zu 34 Grad gemessen werden. Am Sonntag liegen die Höchstwerte bundesweit zwischen 20 und 30 Grad.

Wie verläuft die Wetterentwicklung am Sonntag? Am Sonntag greifen von Südwesten her erneut Gewitterwellen über und erfassen den gesamten Süden sowie zunehmend auch die Landesmitte. Dabei besteht die Gefahr, dass sich regelrechte Sturmfronten mit starken Windböen organisieren. Am längsten trocken und sonnig bleibt es im Osten, insbesondere in Brandenburg und im Bereich der Oder.

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Angelo D Alterio

Angelo D'Alterio analysiert seit dem Jahr 2013 professionell komplexe Wetterphänomene. Sein meteorologischer Schwerpunkt liegt auf der Synoptik und der Erstellung präziser Unwetterwarnungen. Im Jahr 2015 war er Mitgründer der Unwetteralarm Schweiz GmbH, wo er bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2021 als Chef-Meteorologe die fachliche Leitung innehatte. In dieser Zeit kooperierte er unter anderem mit dem Meteorologen Jörg Kachelmann, um präzise Unwetterwarnungen für die Schweiz und Deutschland bereitzustellen (dokumentiert im Wikipedia-Eintrag von Kachelmann). Im Anschluss begleitete er maßgeblich den Aufbau der Meteoleitstelle Hessen, wo er bis heute seine Expertise bei der Auswertung lokaler Wettermodelle und der Herausgabe von verlässlichen Unwetterwarnungen einbringt. Aktuelle Wetter-Einschätzungen und fachliche Updates veröffentlicht Angelo D'Alterio regelmäßig auf seinen Profilen bei LinkedIn, Twitter/X, Facebook, Threads, Instagram und TikTok. More »
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