Modell-Animation: ICON-D2 (Hochaufgelöst)
Ein Kräftemessen atlantischer Tiefdruckgebiete mit kalter Kontinentalluft prägt das Wettergeschehen über weiten Teilen Deutschlands. Während milde, feuchte Luftmassen aus Westen und Südwesten vordringen, hält sich in Bodennähe noch immer eisige Kaltluft. Diese Konstellation führt zu einer erhöhten Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen, die das Wochenende vielerorts beeinträchtigen wird.
Akute Warnlage: Glatteis und Frost dominieren
Die aktuelle Warnlage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt ein alarmierendes Bild: Für 157 Kreise in der Mitte und im Süden Deutschlands bestehen akute Warnungen vor Glatteis. Hinzu kommen 158 Frostwarnungen und 15 Schneewarnungen, die die Gefahr auf den Straßen und Wegen unterstreichen (Stand: 30.01.2026, 14:26 Uhr). Besonders betroffen sind Regionen von Rheinland-Pfalz über Hessen bis nach Bayern. Die Gefahr durch gefrierenden Regen ist nicht zu unterschätzen und erfordert höchste Vorsicht.
Der Freitagabend und die Nacht zum Samstag
Am Freitagnachmittag zeigte sich das Wetter noch wechselhaft: teils sonnig, teils dicht bewölkt und trocken. Doch bereits am Abend zieht von Rheinland-Pfalz her Niederschlag auf. Dieser fällt zunächst als Regen, in höheren Lagen auch als Schneeregen oder Schnee. Die Höchstwerte am Freitag lagen zwischen 0 Grad an der Diemel und 5 Grad im Ried, auf den Bergen wurden -3 bis 0 Grad erreicht (Quelle: Hessenschau).
In der Nacht auf Samstag überwiegen die Wolken. Örtlich fällt anfangs noch etwas Regen, im Bergland Schneeregen oder Schnee. Im Laufe der Nacht beruhigt sich die Lage vielerorts, und es bleibt trocken, wobei sich stellenweise Nebel bilden kann. Gegen Morgen erreicht neuer Niederschlag den äußersten Südwesten Hessens. Die Tiefstwerte fallen verbreitet unter den Gefrierpunkt. Laut unseren Karten liegen sie in der Nacht zum Samstag meist zwischen -1 und -3 Grad, im Rheingau können es noch +2 Grad sein, während an der Fulda bis zu -5 Grad erreicht werden (Quelle: Hessenschau, Karte 3). Im südlichen Bayern, etwa in Ingolstadt, sind sogar -5 Grad zu erwarten.
Samstag: Regen, Glätte und wenig Schnee
Der Samstag beginnt vielerorts trüb und bewölkt. In den Mittelgebirgen kann es durch aufliegende Wolken neblig sein. Von Westen her zieht am Morgen und Vormittag gebietsweise Regen auf, der vereinzelt gefrieren kann und somit erneut für Glatteis sorgt (Quelle: Hessenschau, Quelle: SWR Wetter). In höheren Lagen der Mittelgebirge rieseln ein paar Flocken. Unsere Neuschneekarte für die nächsten 24 Stunden zeigt jedoch keine signifikanten Mengen an Neuschnee (Karte 4), was bedeutet, dass es sich meist um geringe Mengen handelt.
Am Nachmittag stellen sich allgemein mehr trockene Abschnitte ein, und die Wolken können etwas besser auflockern. Lediglich im Umfeld des Sauerlandes sind weiterhin leichte Niederschläge möglich. Die Höchstwerte am Samstag erreichen laut unseren Karten im Nordwesten (z.B. Münster) bis zu 5 Grad, im Westen (z.B. Köln) 4 Grad. In der Mitte Deutschlands, etwa in Gießen oder Fulda, liegen die Werte bei 1 bis 2 Grad, während in Willingen sogar -1 Grad erreicht werden. Im Süden, beispielsweise in Karlsruhe oder Stuttgart, sind 3 Grad zu erwarten, in Ingolstadt nur 0 Grad (Karte 2).
Sonntag und Ausblick auf die neue Woche
Der Sonntag bringt mehr Wolken als Sonne, bleibt aber meist trocken. Örtlich fallen nur ein paar Tropfen oder es rieseln geringe Mengen Schnee. Die Tiefstwerte liegen zwischen +2 und -3 Grad, die Höchstwerte zwischen 0 und 5 Grad (Quelle: Hessenschau).
Was ist gefrierender Regen?
Gefrierender Regen ist ein gefährliches Wetterphänomen, das entsteht, wenn Regentropfen durch eine Schicht mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt fallen, die sich nahe am Erdboden befindet. Die Regentropfen selbst sind in der Regel unterkühlt, das heißt, sie sind flüssig, obwohl ihre Temperatur unter 0 Grad Celsius liegt. Sobald diese unterkühlten Tropfen auf eine Oberfläche treffen, die ebenfalls unter dem Gefrierpunkt liegt – sei es die Fahrbahn, ein Baumast oder ein Auto –, gefrieren sie sofort und bilden eine spiegelglatte Eisschicht. Diese Eisschicht, auch Glatteis genannt, ist extrem gefährlich für den Straßenverkehr und Fußgänger, da sie oft schwer zu erkennen ist.
Fazit & Aussicht
Das Wochenende steht ganz im Zeichen der Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen. Besonders in der Nacht zum Samstag und am Samstagvormittag ist höchste Vorsicht geboten. Auch wenn die Niederschläge im Laufe des Samstags nachlassen, bleibt die Gefahr auf den Straßen bestehen. Die Temperaturen bleiben winterlich kühl, mit verbreitetem Frost in den Nächten. Ein Blick auf die kommende Woche zeigt, dass die Glättegefahr am Dienstag erneut an Brisanz gewinnen könnte, wenn die Niederschläge von Schnee in Regen übergehen und erneut gefrierender Regen mit Glätte droht (Quelle: Hessenschau). Planen Sie Ihre Fahrten entsprechend und informieren Sie sich regelmäßig über die aktuelle Warnlage.

🎧 Audio-Report
Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen: Ein tückisches Winterwochenende steht bevor. Carmen Rommel von der MeteoZentrale mit allen Details zur akuten Warnlage.
Detailkarten zur Lage



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