
Katastrophale Unwetter verwüsten den Mittleren Westen und Süden der USA
Nashville/Frankfort, 7. April 2025 – Gewitter, Tornados und massive Überschwemmungen haben in den letzten Tagen den Mittleren Westen und Süden der USA heimgesucht und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Die extremen Wetterereignisse, die seit Mittwoch über die Region hereinbrechen, haben mindestens 16 Menschenleben gefordert und zahlreiche Gemeinden in eine humanitäre Krise gestürzt. Meteorologen sprechen von den heftigsten Niederschlägen seit Jahrzehnten, während die Schäden an Infrastruktur und Eigentum in die Milliarden gehen könnten.

Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Tennessee, Kentucky, Indiana, Missouri und Arkansas. In Tennessee allein starben zehn Menschen, viele davon durch die plötzlichen Fluten überrascht. Ein besonders erschütternder Vorfall ereignete sich in Kentucky: Ein neunjähriger Junge wurde auf dem Weg zum Schulbus von reißenden Wassermassen mitgerissen und konnte nur noch tot geborgen werden. In Arkansas verlor ein fünfjähriges Kind sein Leben, als sein Zuhause von den Fluten heimgesucht wurde – die genauen Umstände bleiben unklar, doch die Behörden bestätigen einen Zusammenhang mit dem Unwetter.
Rettungskräfte arbeiten rund um die Uhr, oft unter lebensgefährlichen Bedingungen. In vielen Gebieten sind Straßen unpassierbar, Brücken eingestürzt, und Einsatzkräfte kommen nur noch per Boot voran. Ganze Stadtteile stehen unter Wasser, Häuser und Autos versanken bis zur Dachkante in einer braunen Brühe, die Felder, Straßen und Eisenbahngleise überschwemmt hat.
Tornados und Sturmböen verschärfen die Lage
Neben den sintflutartigen Regenfällen wüteten auch Tornados und heftige Sturmböen über die Region. Der Nationale Wetterdienst (NWS) meldete zahlreiche bestätigte Tornados und warnte wiederholt vor akuter Lebensgefahr. In mehreren Städten wurden Dächer abgedeckt, Lagerhallen eingestürzt und Bäume entwurzelt. In Indiana musste eine Frau aus einem eingestürzten Lagerhaus gerettet werden, während in Tennessee die Kleinstadt Selmer nach einem Tornado als „völlig ausgelöscht“ beschrieben wurde. Meteorologen erklären die extreme Wetterlage mit einer Kombination aus warmen, feuchten Luftmassen aus dem Golf von Mexiko und einem starken Kaltfrontsystem, das Superzellen und Tornados begünstigt. Über 90 Millionen Menschen von Texas bis Minnesota waren zeitweise von den Unwettern bedroht.
Drohende Verschlimmerung und historische Dimension
Die Lage könnte sich in den kommenden Tagen weiter zuspitzen. Der NWS warnt vor steigenden Flusspegeln, die auch bislang verschonte Gebiete überfluten könnten. Besonders in Kentucky, Tennessee und Arkansas wird mit „lebensbedrohlichen, katastrophalen und potenziell historischen“ Sturzfluten gerechnet. Hunderttausende Haushalte sind ohne Strom, und die Schäden an der Infrastruktur erschweren die Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser.

Experten sehen in der Häufigkeit und Intensität solcher Ereignisse ein Zeichen für die Auswirkungen des Klimawandels. Erst im März 2025 hatten Unwetter in denselben Regionen rund 40 Menschenleben gefordert, darunter zahlreiche Opfer durch Tornados und Überschwemmungen. Damals wurden in acht Bundesstaaten etwa 80 Tornados registriert – eine Zahl, die die diesjährige „Tornado Alley“ erneut in den Fokus rückt.