Am Ostersonntag bestimmt ein ausgedehntes Sturmtief das Wettergeschehen in der westlichen und zentralen Mitte. Eine Kaltfront überquert die Regionen im Tagesverlauf und bringt neben schauerartigem Regen vor allem stark auffrischenden Wind mit sich. Die Temperaturen steigen im Vorfeld nochmals auf milde Werte, bevor am Abend ein spürbarer Luftmassenwechsel einsetzt. In der Nacht zum Ostermontag klart der Himmel auf, was lokal zu Frost in Bodennähe führt.
Die Großwetterlage über Deutschland in Überblick
Das Tiefdruckgebiet verlagert sein Zentrum in Richtung Südnorwegen. Die dazugehörige Kaltfront schwenkt im Tagesverlauf über das Vorhersagegebiet hinweg. Im Frontbereich sowie präfrontal baut sich ein markanter Druckgradient auf, der in Kombination mit einem Starkwindband in den unteren Atmosphärenschichten (Low-Level Jet) für eine signifikante Windzunahme sorgt. Nach dem Frontdurchgang strömt polare Meeresluft ein, und ein sich aufbauender Zwischenhocheinfluss sorgt in der Nacht für abklingende Niederschläge und rasch sinkende Temperaturen.

Die synoptische Konstellation zeigt eine klassische Frontenpassage, bei der die Windentwicklung das primäre meteorologische Augenmerk erfordert. Durch die vertikale Durchmischung können die hohen Windgeschwindigkeiten aus 850 Hektopascal phasenweise bis zum Boden herabgemischt werden, was besonders in Verbindung mit konvektiven Schauern zu kurzzeitigen Sturmböen führt.
Die nachfolgende Aufklarung in der polaren Meeresluft begünstigt eine starke Ausstrahlung. Landwirtschaftliche Kulturen sind durch den raschen Temperatursturz und den auftretenden Bodenfrost lokal gefährdet.

Regionale Vorhersagen für den heutigen Ostersonntag
Nordrhein-Westfalen: Im Flachland, etwa von der Kölner Bucht bis ins Münsterland, treten ab dem Vormittag starke Böen um 60 km/h auf. In Schauernähe sowie im Sauerland und Rothaargebirge werden stürmische Böen bis 70 km/h erwartet, im Weserbergland vereinzelt Sturmböen um 80 km/h. Es besteht erhöhte Seitenwindgefahr auf Talbrücken und exponierten Strecken. Die Höchstwerte erreichen 14 bis 17 Grad, im höheren Bergland 11 bis 13 Grad. Zum Abend lässt der Wind rasch nach.
Hessen: Im Großraum Kassel sowie rund um den Habichtswald zieht am Mittag dichte Bewölkung mit schauerartigem Regen auf. Im Dreieck Wiesbaden-Frankfurt-Darmstadt und entlang der Bergstraße bleibt es meist niederschlagsfrei bei sehr milden Werten bis 21 Grad, während in der nordhessischen Senke 16 bis 19 Grad erreicht werden. Der Wind frischt auf, mit starken bis stürmischen Böen, besonders auf den Höhen von Taunus und Rhön. Erste Äste können abbrechen, weshalb in Waldgebieten Vorsicht geboten ist.
Rheinland-Pfalz: Im Neuwieder Becken und über den Westerwald ziehen schauerartige Niederschläge hinweg. In der pfälzischen Rheinebene sowie im Mainzer Becken bleibt es oft trocken und mit bis zu 21 Grad sehr mild. Auf den rauen Eifelhöhen und entlang des Hunsrück-Kamms werden Höchstwerte um 14 Grad erwartet. Auch hier drohen starke Windböen aus Südwest bis West, auf den Bergen und in Schauernähe vereinzelt stürmische Böen, bevor sich die Lage am Abend beruhigt.


Nordbayern: Im Maindreieck um Würzburg sowie im Coburger Land scheint anfangs noch häufig die Sonne bei 16 bis 19 Grad, in Teilen der mittelfränkischen Metropolregion werden im Vorfeld der Front bis zu 24 Grad erreicht. Zum Abend hin verdichtet sich die Bewölkung, und im Fichtelgebirge sowie am Obermain frischt der Wind mit stürmischen Böen auf. Vereinzelt sind späte Schauer möglich.

Nachtentwicklung (alle Regionen): In der Nacht zum Ostermontag klart es vom Münsterland über die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt und das Rhein-Main-Gebiet bis in das fränkische Seenland rasch auf. Die Niederschläge klingen ab. Die Temperaturen sinken auf 5 bis 0 Grad, wodurch verbreitet mit Bodenfrost zu rechnen ist.
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