Ein umfangreiches Hochdruckgebiet über der Nordsee und Dänemark bestimmt in den kommenden Tagen maßgeblich das Wetter in Deutschland. Während sich in den südwestlichen Regionen wie dem Breisgau und entlang des Rheins milde Luftmassen mit viel Sonnenschein durchsetzen, sorgt eine sich abschwächende Kaltfront in den östlichen Bundesländern für dichtere Wolken und einen spürbaren Temperaturrückgang. Nennenswerter Niederschlag wird nicht erwartet. Zum Wochenende nähert sich zudem ein isoliertes Höhentief den ostbayerischen Mittelgebirgen, dessen genaue Zugbahn noch leichte Unsicherheiten aufweist.
Die Synoptische Übersicht am Donnertagabend
Das Wetter in Mitteleuropa wird aktuell von einer langgestreckten Hochdruckzone dominiert, deren Achse von Großbritannien über Dänemark bis nach Russland reicht. Ein stabilisierender Höhenrücken – ein Bereich mit absteigenden Luftmassen in der höheren Atmosphäre – unterdrückt die Wolkenbildung in weiten Teilen des Landes.

Lediglich an der Ostflanke dieses Hochs zieht ein Trog mit einer schwachen Kaltfront südwärts. Da diese Front auf das starke, absinkende Hochdruckumfeld trifft, löst sie sich auf ihrem Weg allmählich auf (Frontolyse) und bringt kaum noch Niederschläge mit sich. Mit einer nordöstlichen Strömung wird zunehmend trockene, aber kühlere Polarluft in die nordöstliche Hälfte Deutschlands geführt.
Nacht zum Freitag: Front erreicht die Mittelgebirge
In der Nacht zum Freitag schiebt sich die Kaltfront bis an die nördlichen Ränder der Mittelgebirge, etwa vom Rothaargebirge bis zum Harz, vor. In Regionen wie Brandenburg und Vorpommern zeigt sich der Himmel stark bewölkt, vereinzelt fällt leichter Regen. Im Anschluss lockern die Wolken in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wieder auf. Aufgrund der einfließenden Feuchtigkeit bildet sich dort jedoch gebietsweise Nebel.

In Bayern und Baden-Württemberg sowie in den zentralen Landesteilen ziehen lediglich lockere, mittelhohe Wolkenfelder durch. Bei längerem Aufklaren tritt in den Kammlagen der südlichen und mittleren Gebirge sowie in Teilen Schleswig-Holsteins leichter Frost auf.
Freitag: Milder Südwesten, kühler Nordosten
Im Tagesverlauf löst sich die schwache Kaltfront auf ihrem Weg in Richtung Main weiter auf. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg sowie in weiten Teilen der Landesmitte dominieren dichte Wolkenfelder, es bleibt jedoch überwiegend trocken. Deutlich freundlicher zeigt sich das Wetter im Nordwesten, etwa im Emsland und in Ostfriesland, sowie im gesamten süddeutschen Raum, wo verbreitet die Sonne scheint.

Es baut sich ein markanter Temperaturgegensatz auf: Während in der Oberrheinebene und am Neckar milde Werte von über 15 Grad Celsius erreicht werden, sinken die Temperaturen an den Küsten von Nord- und Ostsee durch den Einfluss der Kaltluft auf einstellige Höchstwerte. Der Wind weht meist schwach. Lediglich in den Hochlagen des Schwarzwalds treten kräftigere, jedoch nicht warnrelevante Böen aus östlichen Richtungen auf.
Wochenende: Viel Sonne und ein Kaltlufttropfen im Südosten
In der Nacht zum Samstag lösen sich letzte Frontenreste über Süddeutschland auf. Insbesondere in Niedersachsen und Schleswig-Holstein bildet sich erneut Nebel oder Hochnebel. Bei klarem Himmel ist lokal leichter Frost möglich. Am Samstag verbleiben Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und weite Teile der Mitte unter starkem Hochdruckeinfluss mit viel Sonnenschein.
Im äußersten Südosten, vom Fichtelgebirge bis zum Bayerischen Wald, greift hingegen ein sogenannter Kaltlufttropfen (ein kleinräumiges Höhentief) über. Dies führt dort zu starken Wolken und leichtem Niederschlag. Die Schneefallgrenze sinkt in diesen Regionen auf knapp unter 1000 Meter. Aufgrund der Labilität der Luftschichten sind im ostbayerischen Raum auch vereinzelte, kurze Gewitter möglich. Die Höchstwerte liegen am Samstag im Breisgau erneut bei bis zu 16 Grad Celsius, während sie unter dichteren Wolken in Sachsen und an den Küsten im einstelligen Bereich verharren.
Fazit und Ausblick
Die Hochdruckdominanz über weiten Teilen der Bundesrepublik hält auch am Sonntag voraussichtlich an. Die größte Unsicherheit der aktuellen Modellprognosen liegt in der genauen Zugbahn des Höhentiefs im Südosten, welches die Niederschlagsneigung in Ostbayern noch lokal verändern könnte. Insgesamt bestätigt sich jedoch der Trend zu einer ruhigen Wetterphase mit anhaltenden Temperaturunterschieden zwischen dem milden Südwesten und dem kühleren Osten und Norden.
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