Ein beständiges Hochdruckgebiet über Nordeuropa dominiert derzeit das Wettergeschehen und lenkt anhaltend trockene Festlandsluft nach Mitteleuropa. Dies führt tagsüber zu viel Sonnenschein und steigenden Temperaturen, während die Nächte bei klarem Himmel stark auskühlen. Besonders in exponierten Lagen und Talsenken droht leichter Bodenfrost. Begleitet wird das ruhige Wetter von einem spürbar auffrischenden Ostwind, der lokal starke Böen erreicht. Aufgrund der andauernden Trockenheit steigt zudem die Waldbrandgefahr in vielen Gebieten kritisch an.
Aktuelle Wetterlage über Deutschland. Waldbrandgefahr akut.
Das steuernde Bodenhoch verlagert seinen Schwerpunkt allmählich von Südskandinavien in Richtung Deutsche Bucht, während die Höhenantizyklone nahezu ortsfest bleibt. An der Südwestflanke dieses Systems bleibt ein scharfer Luftdruckgradient aufrecht. Entlang der Divergenzachse strömt kontinuierlich sehr trockene und in ihrem Ursprung kühle Luft ein. Unter der starken Sonneneinstrahlung erwärmt sich die Grundschicht am Tag deutlich. In den Nächten führt die fehlende Bewölkung in Kombination mit der extrem trockenen Luftmasse jedoch zu einer starken Ausstrahlung und entsprechenden Temperaturstürzen.

Die aktuelle Konstellation ist ein lehrbuchhaftes Beispiel für strahlungsdominierte Wetterlagen unter Zufuhr kontinentaler Luftmassen. Die extrem niedrige relative Luftfeuchte entzieht der Atmosphäre ihre dämpfende Wirkung, was die ausgeprägte Temperaturamplitude zwischen Tag und Nacht erklärt. Der auflebende Ostwind, oft noch verstärkt durch lokale Low-Level-Jets an der Inversionsobergrenze, verschärft die Verdunstung erheblich. Dies trocknet die oberen Bodenschichten rasant aus und führt zu einer akuten Wald- und Flächenbrandgefahr, da die natürliche Feuchtigkeitsrückkopplung derzeit vollständig unterbrochen ist.
Regionale Prognosen und Vorhersagen
Nordrhein-Westfalen: Im Westen bleibt es wolkenlos und niederschlagsfrei. Zwischen der Eifel und den Hochlagen des Sauerlandes weht ein mäßiger bis stark böiger Ostwind, der auf exponierten Strecken zu erhöhter Seitenwindgefahr führen kann. Die Höchstwerte erreichen heute 17 bis 23 Grad, bevor es am Freitag bei viel Sonne auf 20 bis 26 Grad erwärmt. In der Nacht kühlt es auf 9 bis 5 Grad ab. In tiefen Tälern des Berglandes sinken die Werte bis auf 3 Grad, wo vereinzelt mit Bodenfrost zu rechnen ist.
Hessen: Zwischen dem Großraum Kassel, dem Marburger Land und der Mainmetropole Frankfurt bestimmt die trockene Festlandsluft das Wetter. Die Temperaturen steigen heute auf 17 bis 21 Grad, am Freitag klettern die Werte rund um die südhessischen Ballungsräume sogar auf sommerliche 22 bis 26 Grad. Im Bereich des Vogelsbergs und entlang des Taunuskamms frischt der Wind zeitweise stark böig auf. In der sternenklaren Nacht sinken die Werte auf 7 bis 3 Grad. In lokalen Kaltluftseen an Eder und Lahn kühlt es bis auf 1 Grad ab, örtlich bildet sich Bodenfrost, der vereinzelt zu lokaler Reifglätte führen kann.


Rheinland-Pfalz: Vom Westerwald über das eng eingeschnittene Moseltal bis in die pfälzische Rheinaue scheint die Sonne ungestört von einem wolkenlosen Himmel. Die Thermometer zeigen 17 bis 22 Grad, am Freitag im Raum Trier sowie im Mainzer Becken milde 21 bis 26 Grad. Auf den Eifelhöhen und im Pfälzerwald, am Nachmittag auch im südwestlichen Flachland, ist mit stark böigem Wind zu rechnen. Nachts gehen die Werte auf 7 bis 3 Grad zurück. In typischen Kaltluftrinnen der Vulkaneifel drohen Tiefstwerte um 2 Grad und Frost in Bodennähe.

Nordbayern: Rund um das Maindreieck bei Würzburg, der mittelfränkischen Metropolregion Nürnberg sowie in der ostbayerischen Domstadt Regensburg bleibt es sonnig. Die Höchstwerte liegen heute zwischen 14 und 18 Grad, am Untermain örtlich bis 20 Grad. Auf dem Großen Arber werden 6 Grad erreicht. Am Freitag steigen die Temperaturen verbreitet auf 21 bis 25 Grad. Der frische Ostwind bringt zeitweise starke Böen mit sich, die vereinzelten Astbruch verursachen können. In der Nacht kühlt es auf 6 bis 1 Grad ab. In den Tälern des Fichtelgebirges und des Bayerischen Waldes ist leichter Frost bis -1 Grad möglich.

Das Fazit und die Fakten zum Wetter am Donnerstag
Der blockierende Hochdruckeinfluss bleibt uns auch in den kommenden Tagen erhalten und sorgt für sehr stabiles Wetter. Eine signifikante Änderung der trockenen Luftmassen ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Die Kombination aus starker Sonneneinstrahlung, Ostwind und fehlendem Niederschlag wird die Austrocknung der Natur weiter beschleunigen.
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