Faktencheck

Faktencheck: Schwerpunkte der aktuellen Gewitterlage in Deutschland

Eine markante Luftmassengrenze über der Mitte Deutschlands trennt derzeit kühle und stabile Luft im Norden von feuchtwarmer, labiler Luft im Süden. In der Folge verlagert sich der Schwerpunkt für teils unwetterartige Schauer und Gewitter am Wochenende zunehmend in die südliche und östliche Landeshälfte. Begleitet werden diese Entwicklungen von erheblichen Niederschlagsmengen und lokaler Sturmgefahr. Welche Regionen …

Eine markante Luftmassengrenze über der Mitte Deutschlands trennt derzeit kühle und stabile Luft im Norden von feuchtwarmer, labiler Luft im Süden. In der Folge verlagert sich der Schwerpunkt für teils unwetterartige Schauer und Gewitter am Wochenende zunehmend in die südliche und östliche Landeshälfte. Begleitet werden diese Entwicklungen von erheblichen Niederschlagsmengen und lokaler Sturmgefahr.

Welche Regionen waren von den ersten Gewittern besonders betroffen? Die ersten starken Zellen bildeten sich im Nordwesten und zogen über den Norden Nordrhein-Westfalens bis nach Niedersachsen. Dabei kam es lokal zu hohen Niederschlagssummen, beispielsweise fielen in Havixbeck und Steinfurt bis zu 34 Liter pro Quadratmeter. Dies führte in Orten wie Rheine bereits zu kleinräumigen Überflutungen.

Welche Windgeschwindigkeiten wurden bei den bisherigen Durchzügen gemessen? In den Gewitterzonen traten Sturmböen und lokal schwere Sturmböen auf. In Delmenhorst wurden beispielsweise Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 76 Kilometern pro Stunde registriert, und auch Bremen verzeichnete den Durchzug einer schweren Sturmböe.

Wie entwickeln sich die Temperaturen in den kommenden Nächten? Die Temperaturgegensätze über Deutschland bleiben deutlich bestehen. Während in den Metropolen am Rhein und Main, wie in Köln oder Frankfurt, Tropennächte mit Tiefstwerten kaum unter 20 Grad verzeichnet werden, kühlt es am Alpenrand im Oberallgäu auf bis zu 7 Grad ab.

Wohin verlagert sich der Gewitterschwerpunkt im Verlauf des Samstags? Am Samstag liegt die Unwettergefahr primär in einem Streifen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland über Hessen hinweg bis nach Franken und Niederbayern. Im weiteren Tagesverlauf und bis zum Abend ziehen die Gewitter weiter in Richtung Oberpfalz, Niederbayern und an die nördlichen Alpen.

Welche meteorologischen Begleiterscheinungen sind zu erwarten? Aufgrund einer starken vertikalen Windscherung in der labilen Luftmasse besteht das Risiko für die Bildung rotierender Superzellen. Diese können von größerem Hagel, schweren Sturmböen und Starkregen begleitet sein. Lokal sind Niederschlagsmengen von 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich, was das Risiko von Aquaplaning und lokalen Überflutungen erhöht.

Welche Großwetterlage verursacht diese Luftmassengrenze? Ein Tiefdruckgebiet namens Laudin über dem Süden Skandinaviens führt auf seiner Rückseite frischere und stabilere Luft in den Norden Deutschlands. Gleichzeitig verbleibt der Süden in einer heißen Luftmasse mit Spitzenwerten von bis zu 34 Grad im Südwesten, während an den Küsten im Norden lediglich Höchstwerte um 20 Grad erreicht werden.

Wie gestaltet sich die synoptische Prognose für den weiteren Verlauf des Wochenendes? Am Sonntag muss in weiten Teilen des Landes erneut verbreitet mit Schauern und Gewittern gerechnet werden. Erst am Montag beruhigt sich das Wettergeschehen und es bleibt meist trocken. Lediglich im Süden hält die Schauer- und Gewitterneigung bei Werten zwischen 22 und 27 Grad noch weiter an.

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