Für viele Hessen beginnt dieser Sonntag zunächst mit einem verhaltenen Blick aus dem Fenster, denn die Wetterküche serviert uns eine klassische winterliche Zweiteilung. Eine zähe Hochnebeldecke hält weite teile unseres Bundeslandes fest im Griff, was insbesondere in den Flussniederungen von Lahn, Fulda und im Rhein-Main-Gebiet für einen trüben Start in den Tag sorgt.
Meteorologisch betrachtet befinden wir uns in einer austauscharmen Wetterlage, bei der die feuchte, kühle Luft in den Tälern wie gefangen liegt und durch den nur schwach bis mäßig wehenden Wind aus östlichen Richtungen kaum durchmischt wird. Wer sich heute nach Vitamin D sehnt, muss entweder Geduld mitbringen oder sich in die Höhe begeben, denn die größten Chancen auf ungestörten Sonnenschein finden wir im höheren Bergland.


Während Wanderer auf der Wasserkuppe oder dem Großen Feldberg im Taunus durchaus über dem Grau stehen und blaue Lücken erhaschen könnten, bleibt es in den Niederungen oft beim typischen “Hessisch Grau”. Es ist dabei jedoch weitgehend niederschlagsfrei; nur vereinzelt können sich aus der dichten Wolkendecke ein paar verirrte Schneeflocken oder Nieseltröpfchen lösen, die aber kaum nennenswerte Auswirkungen auf den Straßenverkehr oder Sonntagsspaziergang haben dürften. Die thermische Verteilung spiegelt die Topografie wider: Im nordhessischen Upland, etwa rund um Willingen, verharrt das Quecksilber bei winterlichen 1 Grad, während wir an der klimatisch begünstigten Bergstraße in Südhessen vergleichsweise milde Höchstwerte von bis zu 6 Grad erwarten dürfen. Auf den Gipfeln selbst pendeln sich die Temperaturen zwischen dem Gefrierpunkt und 2 Grad ein.
Ein Hoffnungsschimmer für Sonnenanbeter deutet sich jedoch für den Sonntagnachmittag an. Die Modellrechnungen zeigen, dass die Wolkendecke im Tagesverlauf Lücken bekommt, wobei sich die Sonne voraussichtlich am ehesten in den östlichen Landkreisen durchsetzen wird. Dieser Prozess der Nebelauflösung ist jedoch fragil und stark von der lokalen Orografie abhängig – wo sich der Nebel hält, bleibt es den ganzen Tag über dämpfig kühl.
Mit dem Einbruch der Dunkelheit in der Nacht zum Montag sollten Sie sich auf einen deutlichen Temperaturrückgang einstellen. Da der Himmel vielerorts aufklart oder nur gering bewölkt ist, kann die Wärme ungehindert ins All abstrahlen, was uns Tiefstwerte zwischen -1 und klirrenden -6 Grad beschert. Eine Ausnahme bildet hier erneut die Rheinschiene, wo sich dichte Wolkenfelder oder neuer Nebel als isolierende Schicht halten können. Besondere Vorsicht ist für alle Verkehrsteilnehmer geboten, die in den späten Abend- oder frühen Morgenstunden unterwegs sind: Durch überfrierende Nebelnässe und Reifbildung muss stellenweise mit gefährlicher Glätte gerechnet werden. Passen Sie Ihre Fahrweise den Bedingungen an, damit Sie sicher in die neue Woche starten.
Keine Unwetterwarnung mehr verpassen!
Unterstützen Sie unsere unabhängige Redaktion: Fügen Sie die Meteozentrale mit nur einem Klick als bevorzugte Nachrichtenquelle in Ihrer Google-Suche hinzu. So erhalten Sie unsere Warnungen bei kritischen Wetterlagen garantiert immer sofort als Erstes.
⭐ Bei Google als bevorzugt markieren





