Ein ausgeprägter Höhentrog führt zu Wochenbeginn maritime Polarluft nach Mitteleuropa. Dabei kommt es in den kommenden Tagen zu wiederholten Schauern und lokalen Graupelgewittern. In Lagen oberhalb von 600 Metern fällt zeitweise Schnee, was im Berufsverkehr regional zu winterlichen Straßenverhältnissen führt. Begleitet werden die konvektiven Niederschläge von starken bis stürmischen Windböen. Ab der Wochenmitte sorgt zunehmender Hochdruckeinfluss für eine nachhaltige Wetterberuhigung.
Wechselhafter Montag mit Schnee, Gewittern und Sturmböen
Das synoptische Geschehen wird aktuell von einem Höhentrog über Mitteleuropa dominiert. Die Höhenkaltluft mit Temperaturen von bis zu -35 Grad im 500-Hektopascal-Niveau sorgt in Verbindung mit durchmischter maritimer Polarluft für eine stark labile Schichtung der Atmosphäre. Ein Ausläufer des Tiefdruckgebiets ODILE über dem Europäischen Nordmeer überquert das Vorhersagegebiet ostwärts. Rückseitig dieser Okklusion fließt unter einer nordwestlichen Höhenströmung frische Meeresluft ein. Im weiteren Verlauf tropft der Trog in Richtung Italien ab. Bis Mittwoch etabliert sich über dem zentralen Mittelmeer ein umfangreiches Höhentief, welches von hohem Geopotenzial flankiert wird und die westliche Strömung stabilisiert.

Die Kombination aus hochreichender Kaltluft und der tagesgangbedingten Erwärmung der unteren Luftschichten generiert aktuell ausreichend konvektive Energie für kleinräumige, aber intensive Entwicklungen. Besonders die starke vertikale Temperaturabnahme fördert Graupelgewitter, bei denen abwärts gerichtete Fallböen (Downbursts) den Höhenwind bis in die Niederungen transportieren. Dies erklärt die lokal eng begrenzten, stürmischen Böen abseits der reinen Druckgradienten. Die absinkende Schneefallgrenze ist typisch für Aprilwetterlagen unter Trogfluss, birgt jedoch ein hohes Gefahrenpotenzial, da die nassen und schweren Flocken bei unzureichend geräumten Straßen sofortige Glätte verursachen.

Regionale Wettervorhersagen und Prognosen
In Nordrhein-Westfalen zeigt sich der Himmel zwischen der Kölner Bucht und dem Münsterland wechselnd bis stark bewölkt mit wiederholten Schauern. Im Hochsauerland, etwa rund um den Kahlen Asten, fällt bei Höchstwerten um 4 Grad Schnee. Für den Verkehr bedeutet dies eine Rutschpartie auf ungeräumten Nebenstrecken; Autofahrer sollten ihre Fahrweise unbedingt anpassen. In den Tieflagen entlang des Rheins werden bis zu 11 Grad erreicht. Der Wind weht mäßig aus Nordwest, frischt jedoch bei Schauern böig auf. In der Nacht zum Dienstag sinken die Temperaturen im Rothaargebirge auf bis zu -2 Grad.


Hessen: In der Region rund um die documenta-Stadt Kassel sowie im Habichtswald entwickeln sich wiederholt Schauer und einzelne Graupelgewitter. In höheren Lagen des Hochtaunus, wie am Großen Feldberg, sowie auf der Wasserkuppe fällt der Niederschlag als Schnee. Im Raum Frankfurt, von Hofheim bis in das hessische Ried bei Gernsheim, erreichen die Höchstwerte bis zu 11 Grad. In Schauer- und Gewitternähe treten starke bis stürmische Böen um 70 km/h auf. Dabei können erste Äste abbrechen oder lose Gegenstände auf Balkonen zu Wurfgeschossen werden. In der Nacht sinken die Werte rund um Alsfeld und Marburg auf +2 bis -2 Grad.


Rheinland Pfalz: Im Raum Andernach und Boppard sowie im tief eingeschnittenen Moseltal um Cochem kommt es im Tagesverlauf zu Graupelgewittern. Auf den rauen Eifelhöhen, speziell im Bereich von Daun und Gerolstein, mischt sich Schnee unter die Niederschläge. Die Thermometer zeigen Maximalwerte zwischen 7 Grad im Bergland und 12 Grad entlang der Weinstraße bei Neustadt. Bei kräftigeren Entwicklungen sind rund um den Donnersberg einzelne Sturmböen bis 80 km/h möglich; meiden Sie bei Aufzug des Gewitters Waldgebiete. Nachts geht die Schauertätigkeit zurück, bei Tiefstwerten bis 0 Grad in der Pfalz und -2 Grad im Hunsrück.
Nordbayern: Im Maindreieck um Würzburg sowie im westlichen Spessart werden heute milde 11 Grad erreicht, während am ostbayerischen Grenzkamm und am Großen Arber Dauerfrost bei -3 Grad herrscht. In den oberfränkischen Lagen um Hof und Wunsiedel fallen bis zu 10 Zentimeter Neuschnee. An den bekannten Steigungen des Fichtelgebirges droht erhöhte Gefahr durch querstehende Lkw. Von der Noris über das Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen bis in die Domstadt Regensburg an der Donau treten ab der zweiten Tageshälfte Gewitter mit Sturmböen auf. Nachts sinkt die Schneefallgrenze auch in tiefere Täler an der Altmühl, es besteht großflächige Glättegefahr bei bis zu -2 Grad.

Fazit und Lageeinschätzung
Die nasskalte und windige Witterungsphase hält bis einschließlich Dienstag in allen genannten Regionen an. Ab Mittwoch verlagert sich die Tiefdruckdynamik in Richtung Südeuropa. Ein sich von Westen aufbauender Hochdruckrücken bringt anschließend eine deutliche Stabilisierung der Luftmassen. Damit einher gehen landesweit steigende Temperaturen, nachlassender Wind und längere sonnige Abschnitte.
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