Wer heute Morgen in Hessen vor die Tür tritt, spürt sofort den markanten Wetterwechsel, der sich in den letzten Stunden vollzogen hat. Das abziehende Tiefdruckgebiet “Elli”, das uns gestern noch unbeständiges Wetter bescherte, verlagert seinen Schwerpunkt nun allmählich von Nordrhein-Westfalen über unsere Köpfe hinweg in Richtung Bayern und öffnet dabei quasi die Hintertür für eine massive Zufuhr kalter Polarluft.
Diese meteorologische Konstellation sorgt dafür, dass wir es heute mit einem klassischen, inversen Temperaturverlauf zu tun haben, bei dem die Höchstwerte bereits am frühen Vormittag erreicht wurden und das Quecksilber im weiteren Tagesverlauf unaufhaltsam sinkt. Während wir entlang der Weser und im nordhessischen Bergland bereits mit leichtem Frost in den Tag gestartet sind, erleben die Menschen im Rhein-Main-Gebiet und an der Bergstraße zunächst noch letzte Plusgrade, bevor auch dort der Winter unmissverständlich Einzug hält.

Die aktuelle Niederschlagsentwicklung erfordert von allen Verkehrsteilnehmern höchste Aufmerksamkeit, denn die Straßenverhältnisse passen sich rasch den sinkenden Temperaturen an. In den Mittelgebirgen wie dem Hohen Meißner, der Rhön oder dem Upland fällt bereits seit den Morgenstunden durchweg Schnee, was in Staulagen für Neuschneemengen von bis zu zehn Zentimetern sorgen kann, während im Flachland eine dünne weiße Decke von ein bis drei Zentimetern zu erwarten ist.

Spannend gestaltet sich die Lage im Süden Hessens: In Städten wie Darmstadt oder Frankfurt geht der anfängliche Regen nun zunehmend in Schneeregen und nassen Schneefall über, was in Verbindung mit den fallenden Temperaturen zu gefährlicher Glätte durch Überfrieren führen kann. Der Wind, der im Süden anfangs noch aus westlichen Richtungen weht, dreht im Tagesverlauf auf Nordost und frischt mitunter spürbar auf, was das subjektive Kälteempfinden nochmals verstärkt.
Ein Lichtblick kündigt sich jedoch für den Nachmittag an, wenn sich das Wettergeschehen beruhigt und die Wolkendecke von Norden her aufreißt. Bewohner im Landkreis Kassel und im Eichsfeld dürfen sich zuerst über Auflockerungen freuen, während die Schneeschauer im Süden erst gegen Abend allmählich abklingen. Diese Wetterberuhigung ist der Vorbote für eine meteorologisch hochinteressante, aber bitterkalte Nacht.
Da der Himmel vielerorts aufklart und der Wind abflaut, kann die gespeicherte Bodenwärme ungehindert abstrahlen, was uns eine Nacht mit mäßigem bis strengem Frost beschert. In ungünstigen Lagen und über Schnee müssen wir mit Tiefstwerten zwischen minus sieben und minus 13 Grad rechnen, weshalb empfindliche Pflanzen unbedingt geschützt werden sollten und Wasserleitungen im Außenbereich gefährdet sein könnten.
Der Sonntag verspricht dann ein kurzes, aber prächtiges Winterintermezzo für Ausflügler, die sich warm anziehen. Unter Zwischenhocheinfluss präsentiert sich Hessen weitgehend heiter und niederschlagsfrei, wobei wir im Dauerfrostbereich verbleiben; selbst in den sonnigsten Momenten klettert das Thermometer kaum über minus ein Grad, auf der Wasserkuppe oder dem Großen Feldberg bleibt es bei minus fünf bis minus acht Grad tiefwinterlich.

Genießen Sie diesen ruhigen Wintertag, denn der Blick auf den Wochenstart mahnt bereits zur Vorsicht: In der Nacht zum Montag nähert sich von Westen her eine neue Front, die auf die kalte Bodenluft trifft. Dies birgt ein erhebliches Potenzial für gefrierenden Regen und massives Glatteis zum Berufsverkehr am Montagmorgen, weshalb Sie die Wetterentwicklung in den kommenden 24 Stunden besonders aufmerksam verfolgen sollten.
Keine Unwetterwarnung mehr verpassen!
Unterstützen Sie unsere unabhängige Redaktion: Fügen Sie die Meteozentrale mit nur einem Klick als bevorzugte Nachrichtenquelle in Ihrer Google-Suche hinzu. So erhalten Sie unsere Warnungen bei kritischen Wetterlagen garantiert immer sofort als Erstes.
⭐ Bei Google als bevorzugt markieren





