Die Ruhe vor dem nächsten Regen-Schub endet: Ab der Nacht zum Donnerstag etabliert sich über dem Alpenraum ein Unwettertief, das besonders den Süden Deutschlands sowie die Südschweiz und Teile Norditaliens in den Fokus nimmt. Für Deutschland bedeutet, dass eine markante Umstellung von spätsommerlich-warm am Mittwoch auf verbreitet nasses, teils unwetterträchtiges Wetter am Donnerstag. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor mehrstündigem Starkregen, lokal mit Unwetterpotenzial.

Mittwoch – letzte Verschnaufpause vor der nassen Phase
Heute präsentiert sich das Wetter noch vergleichsweise freundlich: Sonne-Wolken-Mix, im Tagesverlauf vom Südwesten her einzelne, teils kräftige Schauer oder Gewitter. Die Temperaturen erreichen vielerorts 25 bis knapp 30 Grad, bevor die Luftmasse in der Nacht deutlich “umkippt”. Planen Sie Outdoor-Termine für den frühen Abend, behalten Sie aber den Himmel im Auge.
Donnerstag – der nasseste Tag der Woche
In der zweiten Nachthälfte zum Donnerstag und am Donnerstag selbst greift von Südwest nach Nordost ein breiter Regen- und Schauerstreifen über. Schwerpunkt: die südliche Mitte und der Süden mit zeit- und gebietsweise mehrstündigem Starkregen. In kurzer Zeit sind 20 bis 30 l/m² möglich, lokal über 40 l/m² – hier ist unwetterartige Entwicklung nicht ausgeschlossen. In den Hochlagen der östlichen Alpen ist vorübergehend Föhn mit Sturmböen denkbar. Rechnen Sie mit nassen Wegen, Aquaplaning-Risiko und Beeinträchtigungen im Verkehr.

Blick über die Grenze: Südschweiz unter hoher Warnstufe
Auf der Alpensüdseite spitzt sich die Lage zu. Das Schweizer Naturgefahrenportal (Bund) meldet für Teile Graubündens sogar Gefahrenstufe 5 (sehr große Gefahr), in weiten Teilen des Tessins Stufe 4 (große Gefahr). Je nach Region werden 80 bis 260 mm Regen bis Freitagmorgen erwartet; die intensivste Phase liegt am Donnerstag zwischen 06 und 18 Uhr. Zusätzlich bestehen Hochwasserwarnungen (teils Stufe 4) für betroffene Flusssysteme. Meiden Sie Uferzonen und steile Hänge; Murgänge sind in engen Tälern möglich.

Italien: Nordwesten/Nordosten mit starker Niederschlagsneigung
Für Donnerstag prognostiziert der italienische Zivilschutz diffuse, teils persistente und organisierte Regenfälle auf dem Bogen von Piemont über Ligurien und Lombardei bis in Teile von Venetien/Friaul-Julisch Venetien – gebietsweise mit moderaten bis sehr hohen Mengen. Regionalbehörden wie ARPA Piemonte haben bereits Orange (ARANCIONE) für mehrere Warnzonen ausgerufen, mit Gefahr lokaler Überflutungen und Hangrutschen.

Freitag – allmähliche Beruhigung, aber noch Schauer
Zum Freitag verlagert sich der Regen ostwärts; insgesamt bleibt es wechselhaft mit Schauern, lokal auch kurzen Gewittern. Eine nachhaltige Wetterberuhigung setzt sich zögerlich durch, dennoch sind örtlich nochmals Starkregenschauer möglich. Planen Sie flexibel und prüfen Sie vor Unternehmungen die Kurzfristprognosen.

Einordnung der Wetterlage – was dahinter steckt
Warme, feuchte Luft aus südlichen Breiten wurde bis heute in die Mitte und den Osten Deutschlands geführt. Mit Annäherung des Tiefs über dem Alpenraum kippt die Lage: Feuchte Strömung und Staueffekte an den Alpen verstärken die Regenintensität, während die Kaltluftzufuhr die sommerliche Wärme verdrängt. Ergebnis: kräftiger, teils konvektiv durchsetzter Dauerregen am Donnerstag – mit den höchsten Risiken im Alpenumfeld.
Fazit
Heute (Mittwoch) noch spätsommerlich und freundlich – ab der Nacht zum Donnerstag kippt die Lage: breiter, teils gewittrig verstärkter Starkregen zieht von Südwest nach Nordost über Deutschland, mit Unwetterschwerpunkten im Süden und Alpenumfeld. Die Südschweiz steht unter hohen Warnstufen mit teils dreistelligen Regenmengen, Norditalien von Piemont bis Venetien vor verbreitet intensiven Regenfällen. Am Freitag Übergang zu wechselhaftem Wetter mit abnehmender, aber nicht endender Schaueraktivität. Bitte verfolgen Sie die amtlichen Updates engmaschig.
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