Ein kräftiges Tiefdruckgebiet über Westeuropa und ein stabiles Hoch über Skandinavien teilen Deutschland zum kalendarischen Herbstanfang in zwei völlig unterschiedliche Wetterwelten. Während sich die Menschen in einigen Regionen über spätsommerliche Momente freuen dürfen, ist in anderen Landesteilen der Griff zum Regenschirm unerlässlich. Wir von der Meteoleitstelle erklären Ihnen, was diese Wetterlage für Sie in den kommenden Tagen bedeutet.

Die aktuelle Wetterlage: Ein Kampf der Giganten
Haben Sie heute Morgen aus dem Fenster geschaut und sich über graue Wolken geärgert, während Freunde in anderen Teilen Deutschlands von Sonnenschein berichteten? Das ist kein Zufall. Aktuell liegt Deutschland genau an der Grenze zweier mächtiger Luftdrucksysteme. Ein umfangreicher Tiefdruckkomplex nahe den Britischen Inseln schaufelt feuchte und kühle Luft nach Mitteleuropa. Seine Fronten bringen dichte Wolken und teils kräftigen Regen, wie man es heute beispielsweise rund um Würzburg und in weiten Teilen Süddeutschlands erlebt. Gleichzeitig hält ein blockierendes Hochdruckgebiet über dem Norden Europas dagegen. Es stabilisiert das Wetter vor allem von der Küste bis nach Brandenburg und sorgt dort für trockene Luft und sonnige Abschnitte. Diese klare Trennlinie wird das Wettergeschehen auch in den nächsten Tagen bestimmen.

Die Prognose bis Mitte der Woche
Die Wettergrenze verläuft weiterhin quer über Deutschland. In einem breiten Streifen von Baden-Württemberg bis nach Bayern bleibt der Himmel wolkenverhangen und es regnet immer wieder. Vereinzelt sind auch Gewitter eingelagert, die den nasskalten Eindruck verstärken. Ganz anders die Situation weiter nördlich: In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen scheint häufig die Sonne. Lediglich direkt an der Nordseeküste kann der eine oder andere Schauer durchziehen. Die Temperaturen spiegeln diesen Kontrast wider: Im Süden werden kaum mehr als 13 bis 15 Grad erreicht, während es im Norden mit bis zu 18 Grad für die Jahreszeit angenehm mild wird.

Mittwoch, 24. September: Das Regengebiet verlagert sich langsam etwas weiter in die Landesmitte. Das bedeutet, dass nun auch Regionen in Hessen, Thüringen und Sachsen vermehrt mit Schauern rechnen müssen. Im Süden bleibt es unbeständig. Doch das ist nicht alles: Der Wind frischt spürbar auf. Insbesondere in den Mittelgebirgslagen, vom Harz über die Rhön bis hin zum Bayerischen Wald, müssen Sie sich auf stürmische Böen einstellen. Seien Sie hier bei Waldspaziergängen oder auf Bergwanderungen besonders vorsichtig! Der Norden, allen voran die Ostseeküste, bleibt der klare Wetter-Gewinner. Hier erwarten Sie viele Sonnenstunden bei milden Temperaturen.
Donnerstag, 25. September: Die Wetterlage ändert sich kaum. Ein breites Band mit dichten Wolken und zeitweiligem Regen erstreckt sich über die Mitte Deutschlands. Der Süden bleibt anfällig für Schauer und kurze Gewitter. Die besten Chancen auf trockene und freundliche Abschnitte haben weiterhin die Menschen, die nahe der Küsten leben.
Fazit: Der Herbst startet mit klaren Gegensätzen
Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Herbst ist da und zeigt sich von seiner wechselhaftesten Seite. Die kommenden Tage bringen keine grundlegende Änderung. Der Süden und die Mitte müssen sich auf unbeständiges, nasses und windiges Wetter einstellen, während der Norden einen Hauch von Spätsommer bewahrt. Packen Sie also je nach Wohnort entweder die Sonnenbrille oder die Regenjacke ein – oder im Zweifelsfall beides.

FAQ: Ihre wichtigsten Fragen beantwortet
1. Warum ist das Wetter in Deutschland aktuell so gespalten? Das liegt am Aufeinandertreffen eines Tiefdruckgebiets über Westeuropa, das feuchte Luft zu uns lenkt, und eines stabilen Hochdruckgebiets über Skandinavien, das trockene Luft bringt. Deutschland liegt genau an der Grenze dieser beiden Systeme, was die scharfe Wetter-Zweiteilung verursacht.
2. Auf welche Wettergefahren muss ich mich einstellen? Die größten Gefahren gehen vom Wind und vom Regen aus. In den Mittelgebirgen kann es am Mittwoch stürmisch werden, was Äste abbrechen lassen kann. In den Dauerregengebieten im Süden kann es lokal zu kleineren Überschwemmungen oder rutschigen Straßen kommen. Fahren Sie vorausschauend!
3. Gibt es Hoffnung auf einen “Goldenen Oktober”?
Die Chancen dafür sind durchaus vorhanden! Für einen “Goldenen Oktober” benötigen wir ein stabiles Hochdruckgebiet direkt über Mitteleuropa. Dieses sorgt für sonnige, trockene Tage und kühle, klare Nächte, die die Laubfärbung intensivieren. Aktuelle Langfristmodelle deuten darauf hin, dass sich nach der jetzigen unbeständigen Phase im Oktober durchaus eine solche beständige Hochdrucklage einstellen könnte. Eine Garantie gibt es aber noch nicht.
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