Wir blicken auf eine Woche, die meteorologisch spannender kaum sein könnte. Sie markiert einen scharfen Kontrast zwischen winterlichen Grüßen und einem fast schon frühlingshaften Warmluftvorstoß.
Aktuell, am heutigen Montag, befinden wir uns noch im Einflussbereich kühler Polarluft, die uns ein abziehendes Tiefdruckgebiet hinterlassen hat. Doch die Wetterküche brodelt bereits: Westlich von uns, über dem Atlantik und Westeuropa, formiert sich ein kräftiges Tiefdrucksystem. Gleichzeitig baut sich über dem östlichen Mittelmeerraum ein stabiles Hoch auf. Diese Konstellation ist ein klassischer “Motor” für eine starke Südwestströmung, die in den kommenden Tagen Luftmassen direkt aus dem Sahararaum über die Alpen zu uns lenkt. Der Star dieser Wetterlage ist der „Südföhn“, der ab der Wochenmitte für einen markanten Temperatursprung sorgen wird.
Der heutige Montag (27. Oktober): Winterliches Intermezzo in den Bergen
Der Start in die neue Woche gestaltet sich noch nach dem kühlen Muster der Vortage. Die Polarluft hält sich hartnäckig. Dies spüren wir besonders im Alpenraum, beispielsweise im Umfeld des Achensees, wo heute noch Schnee fällt. In höheren Lagen muss durch den stürmischen Wind mit Schneeverwehungen gerechnet werden – auf den höchsten Alpengipfeln herrscht sogar akute Sturmgefahr.
Aber auch im südlichen Flachland, etwa in weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, bleibt es durchweg windig. Schauerfronten, die im Tagesverlauf durchziehen, können lokal für kräftige Windböen sorgen. Im übrigen Deutschland erleben wir einen wechselhaften und für die Jahreszeit kühlen Tag.
Der morgige Dienstag (28. Oktober): Der große Übergang
Der Dienstag fungiert als meteorologischer Übergangstag. Das alte Kaltluft-Tief verliert endgültig seinen Einfluss über Mitteleuropa. Die Strömung beginnt spürbar zu drehen und etabliert sich auf Südwest. Die kalte Polarluft wird nun konsequent ausgeräumt.

Das bedeutet: Die Kälte der Vortage ist vorbei. Es wird zwar noch nicht überall schlagartig warm, aber die Temperaturen klettern zaghaft nach oben. Während es im Süden, etwa im Alpenvorland, bereits freundlicher und trockener wird, können im Nordwesten – beispielsweise in Niedersachsen und Schleswig-Holstein – noch dichtere Wolkenfelder durchziehen und vereinzelt Regen bringen.


Der Mittwoch (29. Oktober): Der Föhn schlägt zu
Zur Wochenmitte ist es dann so weit: Der Südföhn setzt sich im Alpenraum durch. Diese warme und trockene Fallströmung entsteht, weil die feuchte Saharaluft gezwungen wird, die Alpen zu überqueren. An der Alpensüdseite (in Italien und Österreich) regnet es sich ab, während die Luft auf der Alpennordseite (bei uns in Bayern) absinkt, sich dabei stark erwärmt und abtrocknet.
Das Ergebnis ist spektakulär: viel Sonnenschein südlich der Donau und ein rasanter Temperaturanstieg. Besonders in den klassischen Föhntälern und im gesamten Alpenvorland sind Spitzenwerte von bis zu 20 Grad Celsius absolut realistisch! Doch auch im Rest von Deutschland wird es deutlich milder. Die Höchstwerte erreichen verbreitet 12 bis 18 Grad. Einzig direkt an der Nordsee könnte es bei auflandigem Wind und dichteren Wolken etwas kühler bleiben.
In den Föhntälern selbst muss am Mittwoch allerdings mit teils stürmischen Böen gerechnet werden.
Fazit
Sie sehen, uns steht eine extrem dynamische Wetterwende bevor. Der winterliche Gruß in den Bergen ist nur von kurzer Dauer. Die Weichen werden klar auf milde Spät-Herbst-Wärme gestellt, angeführt vom Südföhn. Genießen Sie die milde Luft ab Mittwoch, aber seien Sie in den Alpentälern auf den starken Wind vorbereitet. Wie es zum Wochenende weitergeht, ist derzeit noch unsicher – die Prognosen schwanken zwischen einer Fortsetzung der milden Witterung und einer erneuten Abkühlung. Wir in der Meteoleitstelle behalten die Entwicklung für Sie im Auge.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Was genau ist “Südföhn”? Südföhn ist ein warmer, trockener Fallwind auf der Nordseite der Alpen. Er entsteht, wenn feuchte Luft aus dem Süden (z.B. vom Mittelmeer) gegen die Alpen strömt. Die Luft steigt auf, kühlt ab und regnet an der Südseite (Luv) ab. Auf der Nordseite (Lee), also bei uns in Bayern, sinkt die nun trockene Luft ab, erwärmt sich dabei stark (stärker als sie sich beim Aufstieg abgekühlt hat) und sorgt für hohe Temperaturen und klare Sicht.
2. Wo wird es am Mittwoch am wärmsten? Die höchsten Temperaturen werden durch den Föhneffekt im unmittelbaren Alpenvorland und in den bayerischen Alpentälern erwartet. In diesen sogenannten “Föhntälern” sind am Mittwoch lokal bis zu 20 Grad Celsius möglich.
Keine Unwetterwarnung mehr verpassen!
Unterstützen Sie unsere unabhängige Redaktion: Fügen Sie die Meteozentrale mit nur einem Klick als bevorzugte Nachrichtenquelle in Ihrer Google-Suche hinzu. So erhalten Sie unsere Warnungen bei kritischen Wetterlagen garantiert immer sofort als Erstes.
⭐ Bei Google als bevorzugt markieren





