Hessen rutscht heute in einen waschechten Herbststurm: Ein kräftiges Orkantief nahe Schottland schickt seine Fronten über das Land und bringt Regen, kräftige Böen und kurze, ruppige Wetterwechsel. Aus meteorologischer Sicht ist das ein klassischer „Kaltfronttag“: erst kompakter Regen, dann ein Schwall mit heftigen Böen, dahinter Schauerfenster mit kurzen Auflockerungen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigt für den Samstag verbreitet stürmisches Wetter mit zeitweise starkem Regen und einem lebhaften bis stürmischen Wind, der besonders in exponierten Lagen richtig anpackt.

Am Vormittag zieht zunächst verbreitet Regen durch – vielerorts grau, nass und windig. Mit dem Durchgang der Kaltfront legt der Wind deutlich zu, die Böenspitzen klettern häufig in den Bereich von 65 bis 85 km/h; in den Gipfellagen, etwa an der Wasserkuppe, sind auch um 95 km/h im Bereich des Möglichen. Danach atmet die Atmosphäre kurz durch, ehe am Nachmittag hinter der Front wieder Schauer ins Spiel kommen – lokal begleitet von kurzen, kräftigen Böen. Am Abend zudem eine geringe Gewitterchance bereit, vor allem im Raum Kassel. Die Höchstwerte bewegen sich zwischen 13 und 17 Grad, in den Hochlagen bleibt es um 10 Grad.

Im Rhein-Main-Gebiet öffnen sich zwischen den Schauern zeitweise sogar sonnige Lücken – freundlich wird es dadurch nicht, aber die Temperaturgegensätze fallen hier etwas milder aus. Die Meteoleitstelle zeichnet für das Wochenende insgesamt ein ungemütliches Bild: nass, windig und mit Spitzenwerten meist im mittleren Zehnerbereich.

Auch morgen setzt sich der herbstliche Wechsel fort. Der Sonntag bringt einen Mix aus vielen Wolken, wiederholten Schauern bis hin zu schauerartig verstärktem Regen. Der Wind bleibt spürbar und kann vor allem im Bergland in Böen nochmals anziehen; die Temperaturen verharren bei 13 bis 17 Grad, auf den Höhen um 9 Grad.
Meteorologisch wird die Lage von einem großräumigen Sturmsystem geprägt, das in der Fachkommunikation bereits als „Detlef“ geführt wird. Obwohl das Zentrum über dem Nordostatlantik und Großbritannien liegt, reicht sein Sturmfeld bis nach Mitteleuropa. Fachanalysen erwarten verbreitet Böen im Bereich 60 bis 80 km/h, in exponierten Mittelgebirgslagen punktuell um oder knapp unter 100 km/h

Tipps und Fakten für Hessen
Planen Sie Ihren Tag mit dem „Böen-Fenster“ um die Mittagsstunden: In dieser Phase der Kaltfront sind die Spitzen am häufigsten. Sichern Sie lose Gegenstände auf Balkon, Terrasse oder Gerüst, parken Sie – wenn möglich – nicht unter alten Bäumen, und rechnen Sie auf Brücken sowie in Hochlagen mit ruppigen Querschlägen. Auf den Gipfeln und Kämmen – etwa rund um den Feldberg im Taunus – ist das Risiko für sehr kräftige Böen am größten; in den Städten wie Offenbach und Wiesbaden wird es zwar ebenfalls stürmisch, doch hier wirkt die Bebauung dämpfend. Nach der Front prasseln Schauer teils kurz und kräftig durch, die Sicht kann dabei plötzlich abreißen.
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