Panorama

Lach- und Sachgeschichten: Die Sache mit dem Turbo-Frühling

Das hier ist Deutschland. Und das da oben, das ist das Wetter. Das Wetter macht gerade Sachen, die selbst die Experten, die den ganzen Tag auf bunte Karten starren, ein bisschen ratlos machen. Die haben nämlich gerade ordentlich…

Das hier ist Deutschland. Und das da oben, das ist das Wetter. Das Wetter macht gerade Sachen, die selbst die Experten, die den ganzen Tag auf bunte Karten starren, ein bisschen ratlos machen. Die haben nämlich gerade ordentlich Kopfschmerzen. Klingt komisch, ist aber so.

Warum das so ist, das schauen wir uns jetzt mal an. In den nächsten Tagen passiert nämlich etwas Seltsames: Unser Land wird quasi in der Mitte durchgeschnitten. Auf der einen Seite, hier im Südwesten, kommt eine riesige Ladung warmer Luft angeflitzt. Das ist so, als würde man im Badezimmer den Föhn auf volle Pulle stellen und die Fliesen anpusten. Die Erde dort ist schon ein bisschen vorgewärmt, und die Natur denkt sich: „Prima, Zeit zum Aufwachen!“

Aber – und jetzt kommt’s – auf der anderen Seite, im Nordosten, sieht die Welt noch ganz anders aus. Da steckt der Winter noch tief in der Erde. Um genau zu sein: bis zu dreißig Zentimeter tief. Das müsst ihr euch vorstellen wie einen riesigen Eiswürfel, der unter dem Rasen vergraben ist. Während man im Südwesten also schon fast die Sonnenmilch suchen möchte, friert man sich in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg noch die Nase ab.

Der Weg zum Frühling ist allerdings erst mal ein bisschen holprig und ziemlich nass. Am Montag zum Beispiel ist das Wetter eher so ein Typ, den man nicht auf seiner Party haben will. Es windet, es regnet, und in den Alpen wird der Schnee zu Matsch, was zum Skifahren eher so mittelgut ist. Es gibt sogar Schauer und Graupelgewitter – das ist dieser kleine, fiese Hagel, der so laut am Fenster klappert.

Aber passen Sie mal auf, was am Dienstag passiert: Da schiebt sich eine Warmfront über uns drüber wie eine kuschelige Wolldecke. Und die bereitet den Weg für den großen Star der Woche vor: den Mittwoch. An diesem Tag gibt die Sonne im Südwesten alles. Die Temperaturen klettern dort auf bis zu 21 Grad. Das fühlt sich auf der Haut schon richtig nach echtem Frühling an. Da könnte man glatt vergessen, dass wir eigentlich noch Februar haben.

Doch während die einen den Kaffee draußen genießen, müssen die Leute im Nordosten ganz besonders vorsichtig sein. Da herrscht nämlich eine richtige Wetterwarnung. Weil der Boden dort noch so tief gefroren ist, kann das Wasser nicht einsickern. Wenn es dann regnet oder taut, wird die Straße nachts und morgens zur Rutschbahn. Das nennt man „gefrierende Nässe“. Da hilft kein Fluchen und kein Drängeln, da hilft nur: gaaanz vorsichtig fahren. Das ist für die Autofahrer dort eine echte Herausforderung.

Zum Ende der Woche hin, so ab Donnerstag, ist der Zauber dann auch schon wieder fast vorbei. Von Nordwesten her kommt neuer Besuch in Form einer Regenfront, der Wind frischt auf und die Temperaturen gehen wieder nach unten. Der Frühling sagt also nur mal kurz „Hallo“, isst ein paar Kekse und verschwindet dann wieder, um Platz für neue Wetter-Unsicherheiten am Wochenende zu machen.

Wir halten also fest: Diese Woche haben wir in Deutschland alles gleichzeitig – T-Shirt-Wetter und Schlittschuh-Gefahr.

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