Während die Atmosphäre über Mitteleuropa derzeit noch eine trügerische Ruhe ausstrahlt, deuten die aktuellen Modellberechnungen der Meteorologen auf eine signifikante Umstellung der Wetterlage hin. Wer den heutigen Dienstag für Spaziergänge oder Erledigungen nutzt, profitiert vom stabilisierenden Einfluss des Hochdruckgebiets Andreas. Doch diese Atempause ist von kurzer Dauer. Bereits zur Wochenmitte kündigen sich erste Boten eines Wetterumschwungs an, der insbesondere am Freitag in einer brisanten Mischung aus Sturm, Schnee und gefährlichem Glatteis gipfeln könnte.

Die Ruhe endet im Nordwesten
Schon am morgigen Mittwoch verliert der Hochdruckeinfluss an Kraft. Erste Ausläufer eines Tiefdrucksystems bei den Britischen Inseln erreichen den Nordwesten der Bundesrepublik. Bewohner im Emsland oder rund um Münster müssen sich auf aufkommende Niederschläge einstellen. Fallen diese zunächst noch als Schnee, breiten sie sich in der Nacht zum Donnerstag abgeschwächt weiter landeinwärts aus. Doch dies ist nur das Vorgeplänkel für eine weitaus dynamischere Entwicklung, die vom Atlantik heranzieht.
Brisante Mischung am Freitag: Wenn Regen auf Frost trifft
Der Fokus der Experten liegt auf der Entwicklung eines neuen, schnell ziehenden Tiefdruckgebiets namens ELLI. Dieses System verstärkt sich auf seinem Weg vom Atlantik über den Ärmelkanal massiv und nimmt Kurs auf Deutschland. Für Sie bedeutet das ab Donnerstagabend eine komplexe Wetterlage: Das Tief führt auf seiner Vorderseite mildere Luftmassen heran, während am Boden vielerorts noch Kaltluft lagert.
Wenn die Niederschläge – etwa im Saarland oder im Kölner Raum – einsetzen, gehen diese rasch von Schnee in Regen über. Hier besteht eine akute Gefahr: Trifft der Regen auf die gefrorenen Böden, bildet sich augenblicklich Glatteis. Diese Situation kann im Berufsverkehr am Freitagmorgen zu erheblichen Behinderungen führen. Im Gegensatz dazu verbleibt der Norden, beispielsweise Regionen wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern, voraussichtlich auf der sogenannten “kalten Seite” des Tiefs. Hier fallen die Niederschläge durchweg als Schnee, was die Räumdienste vor Herausforderungen stellen wird.
Zangenangriff des Windes
Neben den Niederschlägen spielt der Wind eine entscheidende Rolle. Tief ELLI bringt zwei getrennte Windfelder mit sich, die unterschiedliche Regionen treffen:
- Südflanke: In der Südwesthälfte Deutschlands drohen stürmische Böen bis in die Niederungen, auf den Gipfeln des Schwarzwaldes sind schwere Sturmböen möglich.
- Nordflanke: An den Küsten und im nördlichen Binnenland sorgt ein starker Ostwind für Ungemach. Besonders tückisch: In Kombination mit dem Schneefall im Norden kann der starke Wind zu massiven Schneeverwehungen führen, die Straßen unpassierbar machen können.
Warum ist das aktuell so? (Fazit)
Die Ursache für diese drohende Wetterverschlechterung liegt in der sogenannten Zyklogenese über dem Atlantik. Dabei formiert sich durch starke Temperaturgegensätze ein Tiefdruckgebiet, das sich rapide intensiviert und als Sturmtief über den Kontinent zieht. Durch die Zufuhr milder Luftmassen im Süden steigen die Temperaturen dort kurzzeitig auf bis zu 9 Grad an, was die Schneedecke dort dezimieren wird, bevor rückseitig des Tiefs erneut kältere Luft einfließt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die exakte Zugbahn von Tief ELLI ist in den Modellen noch nicht final zementiert. Kleine Abweichungen der Route nach Norden oder Süden können darüber entscheiden, ob Ihre Region “nur” Regen oder massiven Schneebruch und Glatteis erlebt. Bitte verfolgen Sie die Warnlage in den kommenden Tagen aufmerksam.
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