Am heutigen Sonntag überquert ein markantes Tiefdruckgebiet mit seiner zugehörigen Kaltfront weite Teile der Bundesrepublik. Dabei kommt es im Tagesverlauf zu schauerartigen Regenfällen, die örtlich von Gewittern begleitet werden. Besonders in den Vormittags- und Mittagsstunden ist lokal mit intensivem Starkregen zu rechnen, der die Gefahr von Aquaplaning auf Autobahnen und Bundesstraßen birgt. Gegen Abend beruhigt sich das Wettergeschehen zusehends, bevor in der darauffolgenden Nacht spürbar kühlere Luft einströmt und örtlich Frost in Bodennähe auftritt.
Der Wetterwechsel am Sonntag, was passiert genau?
Ein umfangreicher Höhentrog bestimmt das synoptische Geschehen und tropft im Tagesverlauf ab, wodurch sich über der Nordsee ein abgeschlossenes Höhentief formiert. Die zugehörige Kaltfront verlagert sich allmählich südostwärts. Im Bereich der stärksten Hebungsprozesse bildet sich am Vormittag über den zentralen Landesteilen ein kleinräumiges Wellentief, das bis zum Abend in Richtung Polen abzieht. Rückseitig der Front strömt unter zunehmendem Hochdruckeinfluss eine deutlich kühlere Meeresluftmasse ein, was zu einer Wetterberuhigung bei absinkenden Temperaturen führt.

Die aktuelle Lage ist geprägt durch die rasche Bildung eines Randtiefs entlang der dominierenden Luftmassengrenze. Solche kurzlebigen Wellentiefs verstärken die Niederschlagsintensität auf engem Raum oft beträchtlich. Bei mäßiger Windscherung und leichter Labilität der Luftschichtung besteht am Nachmittag an orografischen Hindernissen die Gefahr hochreichender Konvektion. Neben kurzzeitigem Starkregen stehen dabei vor allem kleinräumige Fallböen (Downbursts) im Fokus, die durch die Kaltluftströmung aus der Höhe entstehen und vereinzelt Äste von den Bäumen brechen können.
Regionale Prognosen und Einschätzungen für den Sonntag
Nordrhein-Westfalen: Entlang der Rheinschiene und im Ruhrgebiet zieht der schauerartige Regen am Vormittag in Richtung Ostwestfalen ab. Nachfolgend lockert die Bewölkung zunehmend auf, bevor am Nachmittag vom Münsterland bis zum Niederrhein neue Schauer und vereinzelte, kurze Gewitter durchziehen. Bei Starkregenmengen bis 20 Liter pro Quadratmeter kann es lokal zu Wasseransammlungen in Unterführungen kommen. Die Höchstwerte erreichen 11 bis 15 Grad, im Rothaargebirge um 8 Grad. In Schauernähe treten starke Böen aus nördlichen Richtungen auf.


Hessen: Zwischen dem Rheingau und der nordhessischen Senke fällt zunächst kräftiger Regen. Im Raum Baunatal sowie entlang der Kinzigaue bis nach Schlüchtern sind Vormittags Regenmengen von bis zu 25 Litern pro Quadratmeter möglich, was an kleinen Wasserläufen zu rasch steigenden Pegeln führen kann. Am Nachmittag entwickeln sich über dem Habichtswald und dem Kellerwald neue Schauer und kurze Gewitter. Die Temperaturen liegen zwischen 11 und 17 Grad, auf dem Hoherodskopf werden rund 9 Grad erreicht.


Rheinland-Pfalz: Im Raum Speyer und in der südlichen Rheinaue zieht der anfängliche Regen zügig ostwärts ab, woraufhin sich ein Wechsel aus Sonne und Wolken einstellt. Am Nachmittag und Abend bilden sich im Westerwald und rund um das Neuwieder Becken örtliche Schauer. Im Umfeld von Montabaur und Andernach sind kurze Gewitter mit Windböen bis 60 km/h möglich, die leichte Gegenstände umherwehen können. Die Thermometer zeigen 13 bis 18 Grad, auf den Höhen des Erbeskopfs um 12 Grad.

Nordbayern: In der mainfränkischen Region rund um Würzburg und Aschaffenburg lockert die Wolkendecke nach morgendlichem Regen ab dem frühen Nachmittag auf. Vom Frankenwald über das Coburger Land bis in die Oberpfalz rund um Schwandorf und Amberg bilden sich ab Mittag teils kräftige Gewitter. Hier drohen Starkregen, kleinkörniger Hagel und Windböen bis 80 km/h, welche das Fahren auf exponierten Brücken und Waldstrecken erschweren. Die Höchsttemperaturen erreichen 12 bis 17 Grad, am Großen Arber maximal 7 Grad.
Fazit und Fakten
In der Nacht zum Montag beruhigt sich das Wettergeschehen in allen genannten Regionen rasch und der Regen zieht ab. Bei aufklarendem Himmel und abflauendem Wind sinken die Tiefstwerte auf 6 bis 1 Grad. In Talsenken sowie in den höheren Lagen der Mittelgebirge muss mit leichtem Frost in Bodennähe gerechnet werden. Zudem bildet sich gebietsweise dichter Nebel, der im morgendlichen Berufsverkehr am Montag für erhebliche Sichtbehinderungen sorgen kann.
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