Pünktlich zur Wochenmitte brodelt es am Himmel über weiten Teilen Nordrhein-Westfalens, Hessens, Rheinland-Pfalz und Nordbayerns. Ein Schwall kalter Höhenluft sorgt für ein unbeständiges Wettergeschehen, das vor allem Pendlern im Feierabendverkehr einiges abverlangen wird. Neben kräftigen Regengüssen drohen lokal auch Gewitter, die mit stürmischen Böen und Graupel einhergehen können. Eine rasche Wetterbesserung ist vorerst nicht in Sicht.
Meteorologische Analyse: Kalte Höhenluft sorgt für Zündstoff
Die Ursache für das wechselhafte Wetter liegt in einem sogenannten Höhentrog – einem Bereich mit tiefem Luftdruck in höheren Atmosphärenschichten. Dieser lenkt einen umfangreichen Schwall kalter Luft aus Nordwesten zu uns. Trifft diese kalte Höhenluft auf die etwas milderen Luftmassen in Bodennähe, entsteht eine labile Schichtung.

Die Luft wird gezwungen aufzusteigen, was zur Bildung von Quellwolken und schließlich zu Schauern und Gewittern führt. Obwohl die Energie für Schwergewitter fehlt, reicht die starke Höhenströmung aus, um die Gewitterzellen rasch ziehen zu lassen. Das Hauptrisiko liegt heute in plötzlichen Windböen, die besonders in Verbindung mit Gewittern auftreten können.
Nordrhein-Westfalen: Stürmischer Südwestwind und Graupelgewitter
Im Rheinland und im Ruhrgebiet zeigt sich der Himmel heute meist stark bewölkt. Bereits am Vormittag frische der Wind aus Südwest spürbar auf und bringt besonders im Bergland und in den westlichen Landesteilen starke Böen. Ab dem Nachmittag bilden sich verbreitet Schauer, die örtlich von Gewittern begleitet werden. Dann sind auch stürmische Böen bis 70 km/h möglich, vereinzelt mischt sich Graupel unter den Regen. Autofahrer sollten sich auf der A3 und der A4 auf plötzlich einsetzenden Platzregen und rutschige Fahrbahnen einstellen. Die Temperaturen erreichen 13 bis 15 Grad, in den Hochlagen des Sauerlands bleibt es bei frischen 9 Grad.


Hessen: Gewitterrisiko steigt am Nachmittag
Ähnlich präsentiert sich das Bild in der Mainmetropole und ihrem Umland. In Hessen dominieren dichte Wolken, aus denen sich ab dem Nachmittag vermehrt Schauer und lokale Gewitter entladen. Auch hier liegt der Fokus auf den Windgeschwindigkeiten: In Gewitternähe sind stürmische Böen zwischen 50 und 70 km/h zu erwarten. Wer auf der A5 oder A7 unterwegs ist, sollte die Geschwindigkeit bei starken Regengüssen anpassen, um Aquaplaning zu vermeiden. Die Höchstwerte liegen zwischen 13 und 15 Grad, in den Kammlagen der Rhön werden kaum mehr als 9 Grad gemessen. In der Nacht zum Donnerstag klingen die Gewitter vorübergehend ab.
Rheinland-Pfalz: Kräftige Böen an Mittelrhein und Mosel
Entlang von Rhein und Mosel, rund um Koblenz und Trier, gestaltet sich der Mittwoch ebenfalls ungemütlich. Nach örtlichen Schauern am Morgen intensiviert sich die Schauer- und Gewittertätigkeit am Nachmittag. Der mäßige Südwestwind frischt in Böen stark bis stürmisch auf, besonders in den exponierten Lagen von Eifel und Hunsrück. Auch hier sind bei Gewittern lokale Sturmböen und Graupelschauer nicht ausgeschlossen. Die Temperaturen steigen auf 14 bis 15 Grad, in der Hocheifel werden 11 Grad erreicht. Zum Abend hin lässt der Wind allmählich nach.
Nordbayern: Wolken, Regen und kühle Luft im Anmarsch
In der fränkischen Metropolregion und im Maindreieck bleibt es heute überwiegend stark bewölkt bis bedeckt. Zunächst fällt nur stellenweise etwas Regen, doch am Nachmittag ziehen von Nordwesten her vermehrt schauerartige Niederschläge auf. Kurze Gewitter sind dabei auch im Raum Würzburg und Bamberg möglich. Der Südwestwind weht mäßig bis frisch, in Böen stark. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 10 und 15 Grad. In den Hochlagen des Fichtelgebirges und des Bayerischen Waldes, wie etwa am Großen Arber, bleibt es mit 4 bis 7 Grad empfindlich kühl.
Das Fazit und die Fakten für den Mittwoch
Der Donnerstag (Christi Himmelfahrt) bringt keine durchgreifende Wetteränderung. Es bleibt bei einem Mix aus vielen Wolken, Schauern und vereinzelt kurzen Gewittern. Wer den Feiertag für Ausflüge nutzen möchte, sollte zwingend einen Regenschirm und wetterfeste Kleidung einpacken. Ein besonderer Hinweis für Nordbayern: In der Nacht zum Donnerstag sinkt die Schneefallgrenze ab, sodass am Donnerstagmorgen in den Kammlagen von Fichtelgebirge und Frankenwald örtlich Glätte durch Schneematsch möglich ist. Fahren Sie hier besonders vorsichtig!
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