Gefühlt Februar statt Mitte Mai: Deutschland steckt in einer unterkühlten Wetterfalle. Während wir uns eigentlich auf die ersten Grillabende freuten, sorgt ein Schwall polarer Kaltluft für ein jähes Ende der Frühlingsgefühle. Besonders Pendler in den Mittelgebirgen und Wanderer, die für den kommenden Feiertag planen, müssen sich auf ungemütliche Bedingungen einstellen. Mit Höchstwerten, die kaum die 15-Grad-Marke knacken, und kräftigen Böen zeigt uns der Mai derzeit die kalte Schulter.
AUF EINEN BLICK
- Winter-Comeback: In den Hochlagen der Rhön, Eifel und Alpen fällt wieder Schnee.
- Frostgefahr: Autofahrer und Kleingärtner müssen sich in den Nächten auf Temperaturen um den Gefrierpunkt einstellen.
- Feiertags-Check: An Christi Himmelfahrt dominieren Regenschirm und dicke Jacke das Geschehen.
Das Wetter-Phänomen erklärt: Der „Staubsauger“ in der Höhe
Warum ist es plötzlich so ungemütlich? Verantwortlich ist ein sogenannter Höhentrog, der derzeit wie ein unsichtbarer Staubsauger über Deutschland liegt. Er saugt die Luft am Boden nach oben und lässt sie in der Höhe drastisch abkühlen. Das Ergebnis ist eine extrem instabile Atmosphäre: Kalte Polarluft strömt ungehindert aus dem Norden ein und sorgt dafür, dass sich mächtige Schauerwolken bilden, die sogar Graupel und kurze Gewitter im Gepäck haben.

Regionale Details: Wo es besonders ungemütlich wird
Hessen & die Mitte: In Nordhessen, rund um das Kasseler Becken und den Habichtswald, ziehen heute immer wieder kräftige Schauer durch. Auch in Osthessen, besonders in der Rhön und rund um Fulda, weht ein schneidender Wind. Hier kann es in Schauernähe zu stürmischen Böen kommen. Während es im Rheingau und in der Wetterau mit bis zu 15 Grad noch am mildesten bleibt, sinkt die Schneefallgrenze in den Hochlagen des Vogelsbergs zeitweise bis auf 800 Meter.
Rheinland-Pfalz & der Westen: In der Eifel und im Hunsrück herrscht fast schon Winterstimmung. Autofahrer rund um Daun und Prüm sollten aufpassen: In kräftigen Graupelschauern kann es kurzzeitig spiegelglatt werden. Im Moseltal zwischen Cochem und Koblenz bleibt es zwar meist flüssiger Regen, doch die Temperaturen fühlen sich durch den böigen Westwind deutlich kühler an, als das Thermometer vermuten lässt. In der Vorderpfalz, etwa in Ludwigshafen und Speyer, zeigt sich die Sonne zwar öfter, doch auch hier bleibt ein Schauerrisiko bestehen.

Nordbayern & Franken: In Unterfranken, besonders im Raum Würzburg und dem Maintal, startet der Tag noch freundlich, doch die Quellwolken wachsen schnell in den Himmel. Richtig ungemütlich wird es im Fichtelgebirge und dem Frankenwald: Rund um Hof und Wunsiedel erreichen die Werte kaum zweistellige Bereiche. Im Bayerischen Wald sorgt der Staueffekt an den Bergen für länger anhaltende Niederschläge, die am Kamm als Schnee fallen können.
Ausblick: Bibbern an Himmelfahrt
Wer für Donnerstag, den „Vaddertach“, eine Bollerwagen-Tour plant, braucht dieses Jahr die richtige Strategie. Das Tiefdruckgebiet „Fee“ schickt uns pünktlich zum Feiertag neue Schübe feuchter Kaltluft. Es bleibt bei einem Mix aus Sonne, vielen Wolken und wiederholten Schauern. Ein kleiner Trost: Wer sich am Oberrhein oder im Südosten Bayerns aufhält, hat die besten Chancen auf ein paar trockene Stunden.

FAZIT / TIPP: Holen Sie die Übergangsjacke wieder aus dem Schrank. Besonders Kleingärtner in den geschützten Lagen der Mittelgebirge sollten empfindliche Pflanzen in der Nacht zu Mittwoch schützen, da lokaler Bodenfrost droht. Für die Wanderung am Donnerstag gilt: Zwiebelprinzip und eine wasserfeste Außenhülle sind Pflicht.
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