Eine weitgespannte Tiefdruckzone über Europa lenkt mit einer straffen Westströmung kühle maritime Polarluft direkt nach Süddeutschland. Während ein Randtief Richtung Adria abzieht und die Regenfälle am Alpenrand intensiviert, sorgt labil geschichtete Kaltluft in den übrigen Regionen für ein hohes Potenzial an Schauern und Gewittern. Die Schneefallgrenze sinkt in den Hochlagen auf bis zu 1000 Meter.
Die aktuelle Wetterlage im Süden von Deutschland
Die aktuelle Wetterlage präsentiert sich zweigeteilt und für die Jahreszeit deutlich zu kühl. Während die Nordhälfte Bayerns und weite Teile Baden-Württembergs unter dem Einfluss labiler Kaltluft stehen, die immer wieder konvektive Umlagerungen in Form von Graupelgewittern auslöst, etabliert sich im Voralpenland eine klassische Staulage. Hier sorgt das abziehende Adriatief für anhaltende Niederschläge, die oberhalb von 1000 bis 1200 m zunehmend in Schnee übergehen. Die Temperaturen erreichen dabei kaum zweistellige Werte in den Mittelgebirgen, was den herbstlichen Charakter dieser Maiwoche unterstreicht.


Das Lokalwetter für Bayern und Baden Württemberg
Franken und Oberpfalz: Wechselspiel aus Sonne und Blitzen: In Mainfranken, rund um Würzburg und Schweinfurt, sowie im Regental zeigen sich zwar kurze sonnige Abschnitte, doch die Atmosphäre ist instabil. Es muss mit rasch entwickelnden Schauern gerechnet werden. Lokal können Gewitter auftreten, die mit kleinkörnigem Hagel und Windspitzen um 60 km/h einhergehen. Die Höchstwerte pendeln sich in Bamberg und Regensburg bei etwa 14 bis 15 Grad Celsius ein.


Oberbayern und Schwaben: Dauerregen-Modus: Südlich der Donau-Achse dominieren kompakte Schichtwolken. In den Berchtesgadener Alpen und dem Chiemgau setzt am Nachmittag persistenter Niederschlag ein. Die Schneefallgrenze ist ein entscheidender Faktor für den Straßenverkehr am Brenner und rund um Garmisch-Partenkirchen, da sie nachts auf 1000 Meter absinken kann. In München bleibt es bei maximal 11 Grad Celsius empfindlich kühl.

Oberrhein und Neckarbecken: Gewitterpotenzial im Westen: Im Breisgau und der Kurpfalz bleibt es unbeständig. Besonders im Raum Mannheim und Karlsruhe können kräftige Gewitterzellen durchziehen, die punktuell Starkregenmengen von bis zu 15 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit bringen. Der Wind weht mäßig aus West, frischt aber in Schauernähe böig auf.
Schwarzwald und Schwäbische Alb: Winterliches Gastspiel: Auf den Gipfeln des Hochschwarzwalds (Feldberg) und in den Hochlagen der Alb steigen die Werte kaum über 7 Grad Celsius. In der Nacht zum Samstag droht bei Aufklaren in Tälern wie dem Donautal bei Sigmaringen Bodenfrost bis -1 Grad Celsius, was besonders für die Landwirtschaft im Linzgau kritisch werden könnte.

Der Hintergrund hinter dieser aktuellen Wetterlage
Die großräumige Wetterlage wird durch einen ausgeprägten Höhentrog (upper-level trough) dominiert, der kalte Luftmassen polaren Ursprungs weit nach Süddeutschland führt. Die vertikale Temperaturabnahme sorgt für eine labile Schichtung (unstable stratification), welche die Bildung von Konvektion (Schauer/Gewitter) triggert. Gleichzeitig sorgt die Zirkulation um das Tief im Bereich der Adria für eine Aufgleitbewegung feuchter Warmluft auf die am Boden liegende Kaltluft am Alpenrand, was die anhaltenden Stauniederschläge erklärt.
Der weitere Ausblick
Am Samstag bleibt die unbeständige Witterung bestehen, wobei das Risiko für Blitz und Donner in der Nürnberg-Region und im Neckarbecken erneut ansteigt. Die Temperaturen verharren mit Höchstwerten zwischen 8 und 15 Grad Celsius weiterhin auf einem unterdurchschnittlichen Niveau.
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