Feuchtmilde und labil geschichtete Luftmassen aus Westeuropa bestimmen das Wetter in Bayern und Baden-Württemberg. Ab dem Dienstagnachmittag entwickeln sich in weiten Teilen Süddeutschlands Schauer und Gewitter, die punktuell von unwetterartigem Starkregen, Hagel und Sturmböen begleitet werden. Lediglich der Norden Bayerns verzeichnet witterungsbedingt weniger Dynamik, dafür aber dichtere Bewölkung.
Gewitterluft in Bayern und Baden Württemberg, das sind die Gründe.
Im Vorfeld eines umfangreichen Tiefdruckgebietes über Westeuropa strömt von Südwesten her feuchtwarme Luft nach Baden-Württemberg und Bayern ein. Die Großwetterlage ist durch schwache Luftdruckgegensätze gekennzeichnet. Während weite Teile Süddeutschlands im Einflussbereich dieser labilen Luftmasse liegen, befindet sich das nördliche Franken in direkter Nähe zu einer Luftmassengrenze, die über der Mitte Deutschlands verläuft und dort für wolkenreicheres, weniger sonniges Wetter sorgt.
Die aktuelle meteorologische Dynamik wird durch eine Kurzwellenpassage in der Höhe angetrieben. Im Südwesten organisiert sich zudem eine Bodentiefdruckrinne mit ausgeprägter Massenflusskonvergenz, an der sich Hebungsprozesse intensivieren. Die Prognosemodelle zeigen moderate Labilität mit MUCAPE-Werten um 700 J/kg bei adäquater Windscherung.
Dies stützt besonders in den östlichen mittleren Landesteilen die Bildung von Hagel und markanten Böen. Das Hauptrisiko stellt jedoch der Starkregen dar: Bedingt durch eine sehr geringe Zellverlagerung und hohe Feuchte innerhalb der Tiefdruckrinne können regional extreme Niederschlagsmengen zusammenkommen.


Südlich der Donau zeigen die Modelle zudem erhöhte DCAPE-Werte. Wenn sich Gewitterzellen am Nachmittag vom westlichen Alpenrand lösen, können sie durch die veränderte Grenzschicht verclustern und im Rahmen einer nordostwärts verlagernden Druckwelle teils schwere Sturmböen auslösen, bevor sie sich beim Verlassen des CAPE-Bereichs wieder abschwächen.
Aktuelle Prognosen für den Süden von Deutschland
Baden-Württemberg Der Schwerpunkt der konvektiven Entwicklung liegt am Nachmittag und Abend in einem Streifen vom Odenwald über den Raum Heilbronn bis zur Ostalb um Aalen und Heidenheim. Hier bilden sich einzelne, aber teils kräftige Gewitter. Es muss mit Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, stürmischen Böen bis 70 km/h sowie kleinkörnigem Hagel gerechnet werden. Eng begrenzt ist auch unwetterartiger Starkregen mit Niederschlagssummen um 30 Liter pro Quadratmeter nicht auszuschließen.
Bayern Nord – Franken In Unterfranken, Mainfranken und Oberfranken (Raum Würzburg bis Bamberg und Hof) dominiert durch die Nähe zur Luftmassengrenze starke Bewölkung. Längere sonnige Abschnitte bleiben die Ausnahme. Im Tagesverlauf kommt es hier häufiger zu schauerartigen Regenfällen und vereinzelt zu Gewittern. Die Höchsttemperaturen liegen am Fuß der Rhön bei kühleren 19 Grad.
Bayern Süd – Donauachse und Voralpenland In einem breiten Streifen von Augsburg über Ingolstadt bis in den Raum Regensburg und Passau sowie am Alpenrand entstehen ab dem frühen Nachmittag zahlreiche, teils kräftige Gewitterzellen. Besonders südlich der Donau ist das Böenpotenzial erhöht: Zellen, die aus dem Allgäu und den westlichen Alpentälern nach Nordosten ziehen, können Sturmböen bis 80 km/h sowie lokalen Starkregen bringen. Entlang der niederbayerischen Donau werden die landesweit höchsten Werte von bis zu 27 Grad erreicht.
Nacht zum Mittwoch und Ausblick In der Nacht ziehen die schauerartigen Regenfälle und Gewitter langsam in Richtung Nordosten ab. Die Bewölkung lockert gebietsweise auf. Die Tiefstwerte liegen bei 12 Grad im fränkischen Flachland sowie im Raum Passau und sinken in einigen westlichen Alpentälern auf bis zu 6 Grad. Bereits ab Mittwochmittag steigt die Gewitterneigung in beiden Bundesländern mit ähnlichen Begleiterscheinungen erneut an.
Fazit und Lageeinschätzung
Durch die schwüle Luft und geringe Zuggeschwindigkeit der Gewitterzellen liegt das Hauptgefahrenpotenzial am heutigen Dienstag beim Starkregen, der lokal unwetterartig ausfallen kann. Entlang der bayerischen Donauachse gesellt sich eine markante Sturmböen-Gefahr hinzu. Die Warnlage erfordert in den betroffenen Regionen erhöhte Aufmerksamkeit, besonders ab den Nachmittagsstunden.
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