Die Großwetterlage über Europa präsentiert sich aktuell wenig winterlich. Ein Tiefdruckkomplex über Island und dem Nordatlantik, gern als “Islandtief” bezeichnet, pumpt unermüdlich milde und feuchte Luftmassen in Richtung Mitteleuropa. Gleichzeitig versucht ein Hochdruckgebiet über dem Atlantik, das Azorenhoch, dagegenzuhalten. Dieses Ringen der Drucksysteme lenkt die atlantischen Tiefausläufer auf direktem Weg nach Deutschland. Konkret bedeutet das: Wir liegen mitten in einer Westlage, bei der ein Tief nach dem anderen über uns hinwegzieht.
Diese Tiefs sind nicht einfach nur “Tiefs”, sondern komplexe Gebilde mit Warm- und Kaltfronten, die sich im Laufe ihrer Lebensdauer immer wieder neu formieren. Besonders interessant ist dabei der sogenannte Trog, der sich von Westen her nähert. Stellen Sie sich eine Delle in der Atmosphäre vor, gefüllt mit Kaltluft in höheren Luftschichten. Diese Delle saugt die Luftmassen an ihrer Vorderseite förmlich nach oben, was die Wolkenbildung und Niederschläge verstärkt.
Ein weiteres Phänomen, das wir im Auge behalten müssen, ist die Okklusion. Das passiert, wenn eine Kaltfront eine Warmfront einholt und die Warmluft dazwischen “abgeschnürt” wird. Die Okklusion markiert oft das Ende der Lebensdauer eines Tiefdruckgebiets, kann aber noch einmal für heftige Niederschläge sorgen, da die unterschiedlichen Luftmassen miteinander in Kontakt treten und die Luft weiterhin zum Aufsteigen zwingen. Es ist also einiges los in der Atmosphäre über uns, und die Auswirkungen dieser dynamischen Prozesse werden wir in den kommenden Stunden und Tagen deutlich zu spüren bekommen. Hier ist der HTML-Code für die aktuelle Europa-Wetterkarte:

Aktuelle Druckverteilung über Europa (Quelle: ECMWF/OpenMeteo)
Diese Karte zeigt die Druckverteilung über Europa. Die dichten Linien (Isobaren) zeigen Gebiete gleichen Luftdrucks. Je enger die Linien beieinander liegen, desto stärker ist der Wind. Tiefdruckgebiete sind mit einem “T” gekennzeichnet, Hochdruckgebiete mit einem “H”.
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Trog
Ein Trog in der Meteorologie ist eine Ausbuchtung einer Tiefdruckrinne in höhere Luftschichten. Stellen Sie sich eine Art “Delle” oder “Wanne” in der Atmosphäre vor. Innerhalb dieses Trogs befindet sich meist kältere Luft, die wie ein Staubsauger wirkt und die darüberliegenden Luftmassen zum Aufsteigen zwingt. Dieses Aufsteigen führt zur Kondensation von Wasserdampf und somit zur Wolkenbildung und Niederschlag. Je tiefer und ausgeprägter der Trog, desto heftiger können die Niederschläge ausfallen.
Okklusion
Eine Okklusion entsteht, wenn eine Kaltfront schneller als eine Warmfront vorankommt und diese einholt. Die wärmere Luft zwischen den beiden Fronten wird dabei angehoben und “abgeschnürt”, während die Kaltluft unter die Warmluft gleitet. Die Okklusion ist oft mit komplexen Wettererscheinungen verbunden, da hier unterschiedliche Luftmassen aufeinandertreffen. Sie markiert oft das Ende der Lebensdauer eines Tiefdruckgebiets, kann aber noch einmal für heftige Niederschläge sorgen.
Warmluftadvektion
Warmluftadvektion beschreibt den horizontalen Transport von warmer Luft in ein Gebiet. Dieser Prozess ist entscheidend für die Temperaturverteilung und die Wetterentwicklung. Wenn warme Luft in eine kältere Region transportiert wird, kann dies zu Tauwetter, Nebelbildung und auch zu Niederschlag führen. Die Warmluftadvektion ist oft mit dem Heranführen von Frontensystemen verbunden und kann zu einer deutlichen Erwärmung führen.
Die wichtigsten Karten im Überblick


Wie wird das Wetter in Bayern und Baden-Württemberg?
Heute Vormittag präsentiert sich das Wetter in Süddeutschland von seiner ungemütlichen Seite. Dichte Wolkenfelder dominieren den Himmel und es regnet verbreitet. Besonders im Schwarzwald und im Allgäu ist mit teils kräftigem Dauerregen zu rechnen. Im Flachland, entlang von Donau und Main, fällt der Regen etwas schwächer aus. Die Temperaturen erreichen Werte zwischen 10 und 12 Grad, im Bergland um den Feldberg liegen die Höchstwerte nur bei etwa 3 Grad.
Am Nachmittag setzt sich das trübe und regnerische Wetter fort. Der Schwerpunkt der Niederschläge verlagert sich etwas in Richtung Osten, sodass auch in Bayern mit teils ergiebigem Regen zu rechnen ist. Im Schwarzwald und im Allgäu hält der Dauerregen an. Achten Sie bitte auf die Pegelstände der Flüsse, da die anhaltenden Niederschläge und die einsetzende Schneeschmelze zu Hochwasser führen können. Der Wind frischt im Laufe des Nachmittags auf, vor allem im Bergland sind stürmische Böen möglich.
Am Abend beruhigt sich die Lage nur wenig. Der Regen lässt zwar etwas nach, ganz trocken wird es aber nirgends. Besonders im Schwarzwald und auf dem Feldberg muss weiterhin mit ergiebigen Niederschlägen gerechnet werden. Die Temperaturen sinken kaum, sodass es weiterhin mild bleibt.
Die kommende Nacht wird kritisch.
Durch den anhaltenden Regen und die milden Temperaturen setzt im Bergland Tauwetter ein. Achten Sie auf mögliche Erdrutsche und Hangrutschungen. Im Hochschwarzwald sind unwetterartige Abflussmengen zu erwarten. Im Flachland besteht lokal Nebelgefahr, die Sicht kann stellenweise unter 150 Meter sinken. In einigen Teilen Niederbayerns ist anfangs noch gefrierender Regen vorstellbar. Im Bergland sind Sturmböen bis zu 95 km/h möglich, vor allem auf dem Feldberg. Der DWD hat für den Südschwarzwald eine markante Warnung vor Dauerregen ausgegeben (Stufe 2 von 4).
*Die wichtigsten Karten im Überblick:*
*Die Niederschlagskarte zeigt die erwarteten Regenmengen für die kommenden Stunden. Achten Sie besonders auf die rot und violett gefärbten Gebiete, da dort mit ergiebigem Dauerregen zu rechnen ist. Die Karte visualisiert die Warngebiete, sodass Sie die potenziell am stärksten betroffenen Regionen schnell erkennen können.*
*Die Windkarte zeigt die erwarteten Windgeschwindigkeiten und Windböen. Beachten Sie die Farben: Gelb und Orange deuten auf stärkere Winde hin, Rot auf Sturmböen. Die Karte zeigt, dass vor allem im Bergland mit Sturmböen zu rechnen ist, die eine Gefahr darstellen können.*
Mittelfristige Aussichten
MOS 5‑Tage Prognosen
Niederschlag
Der 5-Tage-Trend im Detail
Wohin geht die Reise?
Der 5-Tage-Trend für Garmisch zeigt eine Zunahme der Niederschlagsmenge von durchschnittlich 6.2mm in der ersten Hälfte der Periode auf 8.0mm in der zweiten Hälfte, was auf weiterhin feuchtes Wetter hindeutet. Im Gegensatz dazu zeigt der Feldberg einen abnehmenden Trend von 24.1mm auf 5.4mm, was eine Entspannung der kritischen Regensituation signalisiert. Die MOS-Spaghetti-Diagramme für verschiedene Städte wie München, Nürnberg, Hof, Passau, Kempten, Stuttgart, Freiburg, Konstanz, Mannheim und Karlsruhe zeigen alle stabile und niedrige Niederschlagswerte von Ø 0.2mm bis 0.4mm, die sich in der zweiten Hälfte des Zeitraums weiter stabilisieren oder leicht abnehmen. Es gibt also keine Anzeichen für eine signifikante Verschlechterung der Niederschlagssituation in diesen Städten.
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