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Erste Sommergewitter am Wochenende: Starkregen und Sturmböen erwartet

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Am kommenden Wochenende beendet eine markante Wetterumstellung die bisherige Hochdruckphase in weiten Teilen Deutschlands. Eine feuchtwarme Strömung aus Südwesten lenkt schauer- und gewitteranfällige Luftmassen in die Bundesrepublik. Schwerpunkte der Gewitteraktivität sind zunächst Regionen vom Niederrhein bis zum Saarland sowie das nordwestliche Binnenland, wo kurzfristiger Starkregen, kleinkörniger Hagel und teils schwere Sturmböen auftreten. In der östlichen und südöstlichen Landeshälfte bleibt es hingegen hochsommerlich heiß und weitgehend trocken.

Eine Kaltfront bringt Unwettergefahr, jedoch nicht überall.

Das wetterbestimmende Hochdruckgebiet “Winfried” verlagert sein Zentrum in den kommenden Tagen schrittweise in Richtung Osteuropa. Deutschland gerät dadurch an die Nordwestflanke dieser Antizyklone. Diese synoptische Konstellation öffnet den Weg für eine feuchtwarme und zunehmend labile Südwestströmung, die das Potenzial für teils kräftige Konvektion in sich birgt. Die herangeführten Luftmassen weisen dabei große Temperatur- und Feuchtegegensätze innerhalb des Bundesgebietes auf.

Diese Animation zeigt die Gewitter Entwicklung in den nächsten 48 Stunden

Mit dem Einfließen der feuchtwarmen Luftmasse steigt die verfügbare Energie für konvektive Ereignisse deutlich an. Aus meteorologischer Sicht bilden sich lokal kräftige Gewitterzellen, die vor allem durch raschen Starkregen von bis zu 20 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit gekennzeichnet sind. Begleitet werden die Niederschläge von Windböen zwischen 60 und 70 Kilometern pro Stunde. Örtlich sind Spitzen bis 80 Kilometer pro Stunde sowie kleinkörniger Hagel mit Durchmessern von bis zu einem Zentimeter möglich.

So wird das Wetter am Wochenende, wo drohen Gewitter?

Samstag: Gewitterauftakt in den westlichen Bundesländern Am Samstag formieren sich die ersten Sommergewitter. Die konvektive Aktivität beginnt zunächst im äußersten Westen, ausgehend vom Niederrhein und dem Saarland, und breitet sich im Tagesverlauf über Nordrhein-Westfalen und Hessen in Richtung Hannover aus. Bis zum Abend erreichen die Niederschläge mitunter auch den Großraum Hamburg. Während die Temperaturen im Westen bei etwa 25 Grad liegen und auf Helgoland lediglich 16 Grad erreicht werden, dominiert in der Osthälfte Sonnenschein bei Höchstwerten von 29 bis punktuell 30 Grad.

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Der Samstag wird der wärmste Tag in der Region mit Örtlich 27 Grad.

Sonntag: Verlagerung der Niederschläge in die Nordhälfte Am Sonntag intensiviert sich die Gewitterneigung von Nordrhein-Westfalen über Niedersachsen bis an die Küsten. Die Zellen können hier kräftig ausfallen und starken Wind mit sich bringen. Gleichzeitig kühlt die Luftmasse in den westlichen Bundesländern auf Werte knapp über 20 Grad ab. Die südöstliche Landeshälfte von Bayern bis nach Sachsen verzeichnet bei lockerer Bewölkung weiterhin sehr warme Temperaturen von 30 bis maximal 31 Grad.

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Ab dem Samstagnachmittag drohen aus Südwesten Gewitter welche jedoch nach Stand heute nur Rheinland Pfalz und NRW treffen werden.

Montag: Zunehmende Wetterberuhigung bei anhaltenden Kontrasten Die Gewittergefahr schwächt sich zum Wochenstart tendenziell wieder ab. Das Wetter präsentiert sich von Nordrhein-Westfalen bis nach Schleswig-Holstein jedoch weiterhin unbeständig. Insbesondere entlang des Rheins und im äußersten Westen vollzieht sich ein spürbarer Temperaturrückgang. Der Südosten Deutschlands profitiert weiterhin von stabilem Einfluss mit trockenen Bedingungen und Tageshöchstwerten von etwa 25 Grad.

Das Fazit zum Gewitterauftakt

Zu Beginn der neuen Woche beruhigt sich das Wettergeschehen bei einer leichten bis moderaten Abkühlung schrittweise. Die akute Gewittergefahr nimmt landesweit ab, obgleich unbeständige Abschnitte in den nordwestlichen Landesteilen weiterhin zu erwarten sind. In den südlichen und östlichen Regionen setzt sich die ruhige und niederschlagsfreie Witterung fort.

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Angelo D Alterio

Angelo D'Alterio analysiert seit dem Jahr 2013 professionell komplexe Wetterphänomene. Sein meteorologischer Schwerpunkt liegt auf der Synoptik und der Erstellung präziser Unwetterwarnungen. Im Jahr 2015 war er Mitgründer der Unwetteralarm Schweiz GmbH, wo er bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2021 als Chef-Meteorologe die fachliche Leitung innehatte. In dieser Zeit kooperierte er unter anderem mit dem Meteorologen Jörg Kachelmann, um präzise Unwetterwarnungen für die Schweiz und Deutschland bereitzustellen (dokumentiert im Wikipedia-Eintrag von Kachelmann). Im Anschluss begleitete er maßgeblich den Aufbau der Meteoleitstelle Hessen, wo er bis heute seine Expertise bei der Auswertung lokaler Wettermodelle und der Herausgabe von verlässlichen Unwetterwarnungen einbringt. Aktuelle Wetter-Einschätzungen und fachliche Updates veröffentlicht Angelo D'Alterio regelmäßig auf seinen Profilen bei LinkedIn, Twitter/X, Facebook, Threads, Instagram und TikTok. More »
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