Der Start in die neue Woche verlangt den Verkehrsteilnehmern und Pendlern zwischen Reinhardswald und Odenwald höchste Konzentration ab, denn die aktuelle Wetterlage birgt erhebliche Gefahrenpotenziale. Ein Blick auf die großräumige Wetterkarte offenbart die Ursache für diese turbulente Entwicklung: Ein umfangreiches Frontensystem eines Tiefdruckgebiets, das derzeit bei Schottland liegt, greift auf unser Bundesland über und sorgt für einen klassischen, aber tückischen Wetterumschwung. Wir befinden uns in einer meteorologischen Übergangszone, bei der deutlich mildere Luftmassen versuchen, die in Bodennähe lagernde Kaltluft zu verdrängen, was zu einer der gefährlichsten Wettererscheinungen überhaupt führt – dem gefrierenden Regen.

Bereits in den frühen Morgenstunden zogen von Westen her erste Niederschlagsfelder auf, die zunächst noch verbreitet als Schnee niedergingen und für eine kurzzeitige weiße Decke sorgten. Neuschneemengen zwischen einem und drei Zentimetern waren in den Niederungen zu verzeichnen, während in den höheren Lagen des Taunus und Westerwaldes bis zu fünf Zentimeter zusammenkamen. Doch diese winterliche Episode währt nur kurz und wandelt sich rasch in eine ernstzunehmende Unwetterlage. Da die neu einströmende Luft in der Höhe wärmer ist als die bodennahen Schichten, schmilzt der Schnee auf seinem Weg nach unten, trifft dann aber als flüssiger Regen auf den gefrorenen Asphalt. Das Resultat ist blitzartiges Glatteis, das Straßen und Gehwege binnen Sekunden in Rutschbahnen verwandelt.
Besonders im dichten Berufsverkehr rund um das Rhein-Main-Gebiet und in den Ballungsräumen wie Frankfurt und Offenbach ist äußerste Vorsicht geboten, da der Übergang von Schneefall zu Regen fließend verläuft. Während die Niederschläge bis zum Mittag ostwärts abziehen, ist dies leider noch keine Entwarnung. Aus Südwesten nähert sich bereits das nächste Regengebiet. Hier zeigt sich die Topografie Hessens als entscheidender Faktor:
Während in den tiefen Lagen entlang des Mains und der Bergstraße die Temperaturen langsam steigen, hält sich die Kaltluft in den Tälern und Mulden der Mittelgebirge hartnäckig. Im Vogelsberg, der Rhön und im Upland muss daher bis weit in die Nacht zum Dienstag mit anhaltendem gefrierenden Regen gerechnet werden. Die Temperaturen erreichen am heutigen Tag eine Spanne von minus 1 Grad in den Hochlagen bis zu milderen 4 Grad im Südwesten, begleitet von einem schwachen bis mäßigen Wind aus südlichen Richtungen, der auf den Gipfeln der Wasserkuppe oder des Großen Feldbergs durchaus stark böig auffrischen kann.

In der Nacht zum Dienstag bleibt der Himmel über Hessen meist bedeckt, und wiederholte Regenfälle ziehen durch das Land. Kritisch bleibt die Situation vor allem im östlichen und nördlichen Bergland, etwa im Werra-Meißner-Kreis, wo der Regen auf gefrorene Böden treffen kann. Die Tiefstwerte pendeln sich dabei zwischen plus 2 und minus 1 Grad ein. Erst am Dienstag entspannt sich die akute Glättegefahr allmählich, da sich die mildere Luft weiter durchsetzt. Bei starker Bewölkung fällt nur noch gebietsweise etwas Regen, der im Tagesverlauf von Süden her abklingt. Das Thermometer klettert dann bereits auf Werte zwischen 4 und 8 Grad, was das Tauwetter in den meisten Regionen besiegelt.
Der Trend zur Milderung setzt sich zur Wochenmitte weiter fort, wenngleich sich das Wetter nicht von seiner freundlichen Seite zeigt. In der Nacht zum Mittwoch bleibt es bei Tiefstwerten zwischen 3 und 0 Grad frostfrei, abgesehen von vereinzelten Glätteinseln in sehr exponierten Lagen.
Der Mittwoch selbst präsentiert sich dann stark bewölkt bis bedeckt mit zeitweiligem Regen, doch die Temperaturen machen einen spürbaren Sprung nach oben auf 7 bis 10 Grad; selbst im höheren Bergland werden 4 bis 7 Grad erreicht. Ein mäßiger Südwestwind, der in den Kammlagen von Spessart und Taunus stark böig auffrischt, unterstreicht den unbeständigen Charakter dieser Woche. Es empfiehlt sich also, die Regenschirme griffbereit zu halten und in den kommenden Stunden besonders in den Höhenlagen weiterhin fußläufig und im Straßenverkehr wachsam zu bleiben.
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