Die Wetterlage über Norddeutschland präsentiert sich weiterhin komplex. Ein Tiefdruckkomplex namens STEPHIE (international LEONARDO) dominiert das Geschehen über Westeuropa und dem angrenzenden Ostatlantik. Stell dir STEPHIE wie eine riesige Drehscheibe in der Atmosphäre vor, die feuchte Luftmassen nach Norden schleust. Diese “Drehscheibe” hat mehrere Kerne, aber einer wird sich im Laufe der Nacht westlich von Irland als dominierend erweisen. Ein dazugehöriger Langwellentrog, wie eine tiefe Rinne in der oberen Atmosphäre, erstreckt sich bis über die portugiesische Küste und zieht in der Nacht über die Iberische Halbinsel. Ein weiterer Troganteil erstreckt sich über Deutschland nach Ostmitteleuropa und schwenkt dann nach Norden Richtung Dänemark. Korrespondierend zu dieser Höhenstruktur gibt es am Boden das Tief STEPHIE, dessen Okklusion bereits den Südwesten Deutschlands überquert hat. Stelle dir eine Okklusion als eine Art “Wetterschranke” vor, an der warme und kalte Luft aufeinandertreffen. Diese Okklusion kommt nur langsam voran, da sie gegen die Hochdruckgebiete DANIEL über Russland und EMMERAM über Skandinavien anläuft. Zwischen Hoch EMMERAM und Tief STEPHIE existiert über der Nordsee noch ein mäßiger Druckgradient, also ein Unterschied im Luftdruck, der den Wind antreibt.

Aktuelle Großwetterlage über Europa (Quelle: ECMWF/OpenMeteo)
Die mit der Okklusion verbundene mildere Luft gleitet auf die bodennah von Osten herangeführte Kaltluft auf. Dies führt regional zu Glättegefahr. Im Nordosten kann es örtlich leichten Dauerfrost geben, während die Nächte im Westen regional frostfrei bleiben. Die genaue Lage der Glättegebiete wird sich erst im Laufe der Nacht konkretisieren, weshalb kurzfristige Warnungen wahrscheinlich sind. Die Frontalzone mit den eigentlichen Wetteraktivitäten verläuft aber weit südlich über dem Mittelmeerraum. Über dem Norden Russlands befindet sich ein Langwellentrog, der Kaltluft aus der Arktis bringt, während ein Höhenhoch das Bodenhoch EMMERAM über Skandinavien stützt. Über unserem Land ist das Geopotential etwas niedriger, es besteht eine schwache Verbindung zum Langwellentrog im Nordosten und einem Höhentief über dem nahen Atlantik. Zwischen Hoch EMMERAM und Tief STEPHIE weht über der See ein mäßiger Wind aus Ost bis Südost.
🌬️ Wind-Strömungsfilm (Nord)
Wetter-Wissen kompakt
Okklusion
Eine Okklusion entsteht, wenn eine Kaltfront eine Warmfront einholt. Da Kaltluft dichter ist als Warmluft, hebt die Kaltfront die Warmluft an, wodurch die Warmluft vom Boden abgekoppelt wird. Dies führt oft zu komplexen Wetterbedingungen mit Niederschlag und unterschiedlichen Luftmassen in verschiedenen Höhen.
Aktuelle Wetterkarten (Nord)


Detailbericht für den Norden
Vormittag
Am Vormittag liegt die Okklusionsfront noch etwas südwestlich der Elbe und bewegt sich langsam ostwärts. Es muss mit Niederschlag gerechnet werden. Die Temperaturen liegen im Küstenbereich bei etwa 1 Grad, während es im Binnenland mit bis zu 9 Grad in Osnabrück etwas milder ist. In Hamburg, Bremen und Hannover werden Höchstwerte von etwa 1 bis 2 Grad erwartet.
Nachmittag
Am Nachmittag überquert die Okklusion voraussichtlich die Elbe. Im Osten und Nordosten, also in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg, bleibt es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, sodass Niederschläge hier als Schnee fallen können, mit entsprechender Glättegefahr. Der Wind weht mäßig bis frisch, an der Küste sind stärkere Böen bis 44 km/h möglich. Entlang der Küste werden maximale Temperaturen von etwa 4 bis 5 Grad erwartet.
Abend
Auch am Abend bleibt es unbeständig mit Niederschlägen, die je nach Temperatur als Regen oder Schnee fallen können. Besonders im Nordosten ist weiterhin mit Glätte zu rechnen. Die Temperaturen sinken leicht, sodass es auch im Binnenland wieder kälter wird.
Nacht
In der Nacht zum Sonntag muss verbreitet mit Nebel gerechnet werden. Die Temperaturen sinken weiter ab, sodass es gebietsweise zu Frost und Glätte kommen kann.
Wetter-Trend & Analyse
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Der 14-Tage-Trend im Detail
Wohin geht die Reise?
Der Trend für die kommenden zwei Wochen zeigt einen leichten Temperaturanstieg. In Kiel steigen die Durchschnittstemperaturen von 1.7°C in der ersten Woche auf 3.7°C in der zweiten Woche. Ein ähnlicher Trend ist auch in Schwerin zu beobachten, wo die Temperaturen von 2.9°C auf 4.7°C steigen. Dies deutet auf eine allmähliche Milderung der Wetterlage hin, allerdings sind weiterhin frostige Nächte und Glätte möglich.
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