Während sich das Wettergeschehen in einigen Landesteilen kurzzeitig beruhigt, formiert sich über dem Atlantik bereits eine neue, weitaus brisantere Wetterlage. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Wintertag anmutet, entwickelt sich in der Nacht zum Freitag zu einer ernsten Bewährungsprobe für den Straßen- und Schienenverkehr. Ein neues Sturmtief nimmt Kurs auf Mitteleuropa und bringt ein explosives Gemisch aus starkem Schneefall, Sturm und gefährlichem Glatteis mit sich. Wir ordnen für Sie ein, welche Regionen besonders betroffen sind und warum die Situation so komplex ist.

Die Ruhe vor dem Sturm: Der Donnerstag als Übergang
Aktuell sorgt noch das abziehende Tief “Constanze” für winterliche Impressionen, doch dessen Einfluss schwindet zusehends. Der Donnerstag dient als meteorologische Atempause, bevor sich die Wetterküche neu sortiert. Ein flacher Höhenrücken bringt vorübergehend Beruhigung, doch diese ist trügerisch.
Richten wir den Blick nach Westen: Dort nähert sich rasch das neue Sturmtief, welches international den Namen “Goretti” trägt, bei uns aber als “Elli” wetterwirksam wird. Dieses System ist äußerst dynamisch und weist Eigenschaften einer sogenannten Schnellläufer-Entwicklung auf. Das bedeutet für Sie: Das Wetter ändert sich rasant. Während es im Tagesverlauf beispielsweise in Münster oder Köln noch verhältnismäßig ruhig zugehen mag, frischt der Wind in den Hochlagen des Schwarzwaldes und später auch in den Alpen bereits spürbar auf. Die Temperaturen steigen im Westen und Südwesten leicht an, was die Schneefallgrenze nach oben drückt.
Die kritische Phase: Schneewalze im Norden, Eispanzer im Süden
In der Nacht zum Freitag und am Freitagvormittag erreicht das Wettergeschehen seinen kritischen Höhepunkt. Das Tiefzentrum zieht voraussichtlich über Belgien und die Mitte Deutschlands hinweg. Dies führt zu einer Zweiteilung des Wetters mit hohem Unwetterpotenzial.

Im Norden und in der Mitte: Hier trifft die Feuchtigkeit des Tiefs auf vorhandene Kaltluft. Es drohen langanhaltende und intensive Schneefälle. Besonders brisant wird die Lage durch den gleichzeitig auffrischenden Ostwind. Wenn starker Schneefall auf stürmische Böen trifft, sind massive Schneeverwehungen die Folge. Straßen können binnen kurzer Zeit unpassierbar werden. Nach aktuellen Berechnungen könnte sich ein Schwerpunkt dieser Schneefälle von der Region um Osnabrück bis hinüber in den Raum Potsdam und das nördliche Sachsen-Anhalt erstrecken. Hier sind Neuschneemengen möglich, die den Alltag empfindlich stören werden.
Im Süden und Südosten: Südlich der Mainlinie gestaltet sich die Gefahr anders, aber nicht minder bedrohlich. Hier führt das Tief mildere Luftmassen heran. Der Schnee geht in Regen über. Da die Böden jedoch – insbesondere in Bayern – noch tief gefroren sind, droht beim Auftreffen des Regens sofortiges Gefrieren. Meteorologen warnen hier vor markantem Glatteis (Blitzeis). Besonders im Einzugsbereich von Regensburg bis hinunter nach Kempten ist mit spiegelglatten Flächen zu rechnen. Zusätzlich wird es stürmisch: In den Niederungen Süddeutschlands sind schwere Sturmböen möglich, auf den Gipfeln der Alpen drohen Orkanböen.

Fazit: Warum ist die Lage so explosiv?
Sie fragen sich vielleicht, warum dieses Tief so viel Energie besitzt. Die Ursache liegt in den enormen Temperaturgegensätzen auf engstem Raum. Tief “Elli” saugt auf seiner Vorderseite Warmluft an, während auf der Rückseite und nördlich des Kerns kalte Luft aus Skandinavien dagegenhält. Dieser “Kampf der Luftmassen” befeuert die Intensität des Tiefdruckgebiets.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
- Norden: Bereiten Sie sich auf erhebliche Behinderungen durch Schnee und Verwehungen vor.
- Süden: Rechnen Sie mit der Gefahr von Eisregen und Sturm.
- Verkehr: Planen Sie für den Freitagvormittag deutlich mehr Zeit ein oder verschieben Sie nicht notwendige Fahrten.
Das Wetter am Freitag wird diktiert durch den sogenannten “Luftdruckgradienten” – den Unterschied zwischen hohem und tiefem Druck. Je größer dieser Unterschied auf kurzer Distanz ist, desto stärker weht der Wind. Da sich “Elli” sehr schnell verstärkt, wird dieser Gradient extrem steil, was die prognostizierten Sturmböen erklärt. Bleiben Sie informiert und achten Sie auf die amtlichen Warnungen.
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