Der Sonntag bringt eine markante Zweiteilung des Wetters in Deutschland mit sich. “Während im Norden immer wieder Schauer und Gewitter durchziehen, präsentiert sich der Süden mit sonnigen Abschnitten fast wie im Hochsommer”, erklärt Angelo D Alterio, Meteorologe bei der Meteoleitstelle. Besonders in Regionen wie Kassel, Magdeburg oder Berlin sollte man den Regenschirm griffbereit halten: Hier können bis zum Abend 20 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.

Ganz anders das Bild zwischen Freiburg und Rosenheim: Dort steigen die Temperaturen auf bis zu 30 Grad, ehe sich am Nachmittag auch in den südlichen Mittelgebirgen erste Gewitter zusammenbrauen. “Diese Temperaturdifferenz zwischen Nord und Süd ist der Zündstoff für die entstehende Labilität der Atmosphäre”, so D Alterio.
Montag: Neue Gewitterwelle aus dem Südwesten
Der Wochenstart gestaltet sich alles andere als ruhig. Zwei Aktivzonen für Schauer und Gewitter bestimmen das Bild: Zum einen wirkt das bereits bekannte Höhentief weiter im Nordosten nach, zum anderen nähert sich aus Frankreich ein neues Tief, das warme, feuchte Luftmassen nach Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland führt.
Ein Höhentief ist ein Tiefdruckgebiet, das sich in größeren Höhen der Atmosphäre, typischerweise in mehreren Kilometern Höhe, befindet. Es ist durch kältere Luft in diesen Höhen im Vergleich zur Umgebung gekennzeichnet. Oftmals hat ein Höhentief keine direkte Entsprechung in Bodennähe, kann aber dennoch das Wettergeschehen stark beeinflussen. Es ist ein wichtiger Indikator für die Entwicklung von Wetterlagen und kann zu instabilen Wetterbedingungen führen.

“Diese Kombination sorgt für eine neue Unwettergefahr. Besonders im Süden sind Starkregen, Hagel und Sturmböen nicht auszuschließen”, warnt D Alterio. Betroffen sind vor allem Regionen entlang der Mittelgebirge und Alpenränder. Auch NRW und Hessen könnten gegen Nachmittag in eine Gewitterlinie geraten, die sich von der Eifel bis nach Franken zieht.
Am Montag über der Südhälfte Schauer und Gewitter. Nachmittags vor allem von der Mitte bis in den Südosten teils starke Gewitter mit Starkregen, Hagel und teils stürmischen Böen. Örtlich unwetterartige Entwicklungen nicht ausgeschlossen. Das sagt der Deutsche Wetterdienst.
Dienstag: Wetterberuhigung im Westen, Regen im Osten
Am Dienstag ziehen die gewittrigen Regengebiete weiter Richtung Polen und Tschechien. Während der Osten noch mit Platzregen und einzelnen Gewittern zu rechnen hat, lockert es im Westen zusehends auf. “Zwischen Oldenburg und Saarbrücken könnte sich die Sonne wieder öfter zeigen”, Die Temperaturen bleiben mit Werten zwischen 20 und 26 Grad angenehm sommerlich.
Mittwoch: Neues Tief bringt Kälte und Wind
Zur Wochenmitte kündigt sich ein neuer Wetterumschwung an. Ein kräftiges Tiefdruckgebiet, das mit einem Höhentief über Deutschland liegt, bringt spürbar kühlere Luft und erneut Schauer und Gewitter mit sich. “Ein Sommertag fühlt sich anders an. Maximal 20 Grad und starker Wind lassen wenig Sommergefühl aufkommen”, mit Blick auf das Mittwochs-Wetter.

Wochenendtrend: Sommer ja, aber nur kurzzeitig
Die Hoffnung auf einen stabilen Hochsommer dämpft der Meteorologe: “Zwar könnte sich am kommenden Wochenende ein Hochdruckkeil aus dem Mittelmeerraum bemerkbar machen, doch bleibt dieser wohl nicht beständig.” Schauer und Gewitter wären auch dann weiter ein Thema.


Der Vergleich zwischen den Wettermodellen zeigt zudem ein uneinheitliches Bild: Während das europäische ECMWF-Modell eher sommerlich warme Werte zwischen 25 und 30 Grad sieht, geht das US-Modell stellenweise bis 35 Grad oder mehr. “Beide Varianten eint allerdings die Einschätzung, dass stabiles Sommerwetter mit langanhaltendem Sonnenschein vorerst nicht in Sicht ist.”
Fazit: Vorsicht statt Hochsommer-Feeling
Die Wetterlage bleibt auch in der neuen Woche spannend und dynamisch. Besonders im Osten und Nordosten Deutschlands können die Regenmengen beachtlich sein: “Lokal sind auch 100 Liter pro Quadratmeter möglich, insbesondere bei wiederholten Gewittern”, betont D Alterio. Im Süden bleibt es hingegen insgesamt trockener, aber nicht minder gewitteranfällig.

Die Empfehlung des Experten: “Wer in den kommenden Tagen unterwegs ist, sollte das Wetter aufmerksam beobachten und bei drohenden Gewittern Schutz suchen. Besonders am Montag und Mittwoch ist das Unwetterpotenzial erhöht.”
Die Prognosen zeigen: Der Juli 2025 bleibt ein Monat zwischen feuchtwarmer Labilität und kurzen sommerlichen Aufhellungen – echte Hochsommerfreude muss sich also noch etwas gedulden.
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