Panorama

Thema des Tages: Warum das Wetter gerade so verrückt spielt.

Momentan fühlt es sich vielerorts in Deutschland an, als hätte sich der April heimlich in den Juli eingeschlichen. Statt Grillwetter und Sonnenhut gibt es Regenjacke und heißen Tee. Der Himmel wechselt seine Laune im Stundentakt, und die Temperaturen lassen eher an Herbst denken. Das alles ist das Werk eines höhenkalten Tiefdruckgebiets, das sich über Osteuropa …

Momentan fühlt es sich vielerorts in Deutschland an, als hätte sich der April heimlich in den Juli eingeschlichen. Statt Grillwetter und Sonnenhut gibt es Regenjacke und heißen Tee. Der Himmel wechselt seine Laune im Stundentakt, und die Temperaturen lassen eher an Herbst denken. Das alles ist das Werk eines höhenkalten Tiefdruckgebiets, das sich über Osteuropa festgesetzt hat wie ein ungebetener Gast, der nicht merkt, dass er stört.

“Das aktuelle Wetter erinnert eher an eine meteorologische Wundertüte: Man weiß nie so genau, was als Nächstes herauskommt”, sagt Peter Richter von der Meteoleitstelle. “Aber wir sehen Licht am Horizont – im wahrsten Sinne.”

Dieses Höhentief ist ein Meister der Unordnung. Es lenkt kühle, feuchte Luftmassen aus ungewohnter Richtung nach Deutschland. Statt der üblichen westlichen Strömung kommen die Wolken nun von Osten herangeschlichen, bringen vereinzelt Gewitter und mancherorts sogar Schnee in den Alpen. In den Hochlagen sinkt die Schneefallgrenze auf unter 2000 Meter. Ein seltener Anblick im Hochsommer, doch das Wetter liebt bekanntlich seine Ausnahmen.

Momentan fühlt es sich vielerorts in Deutschland an, als hätte sich der April heimlich in den Juli eingeschlichen. Statt Grillwetter und Sonnenhut gibt es Regenjacke und heißen Tee. Der Himmel wechselt seine Laune im Stundentakt, und die Temperaturen lassen eher an Herbst denken. Das alles ist das Werk eines höhenkalten Tiefdruckgebiets, das sich über Osteuropa festgesetzt hat wie ein ungebetener Gast, der nicht merkt, dass er stört.
Es gab Neuschnee über 2000 Meter bis zu 15 cm!

Am heutigen Tag treffen besonders die Menschen im Südwesten Deutschlands auf die unbarmherzige Seite des Sommers. Dort entladen sich Schauer mit Donner und Blitz, während sich die Osthälfte des Landes eher trocken, aber kühler zeigt. Dresden meldet karge 15 Grad, in Bonn sind es immerhin schon 20. Mancherorts reicht ein einziger Sonnenstrahl aus, um einen ganzen Tag zu retten.

Doch das Blatt wendet sich. Nicht abrupt, aber stetig. Wenn das Höhentief in den kommenden Tagen weiter ostwärts zieht, bahnt sich westlich von uns ein Hoch an, das mit seiner milderen Art neue Hoffnung auf Sommer bringt. Schon am Donnerstag dürfen sich viele wieder über Sonne freuen, in der Südwesthälfte steigen die Temperaturen teils über 25 Grad, an den Alpen wird es angenehm warm. Und zum Wochenende hin legt das Thermometer noch eine Schippe drauf: In Baden-Württemberg oder dem Saarland sind sogar bis zu 30 Grad drin.

Doch dieser Sommer, er will sich nicht einfach ergeben. Das Höhentief könnte am Wochenende ein letztes Mal zurückschlagen und von Osten her Gewitter nach Deutschland schicken. Ein meteorologisches Kuriosum – denn meist kommen diese Unwetter aus dem Westen. Die Modelle widersprechen sich, wie alte Freunde beim Skat: Das ECMWF-Modell sieht ergiebigen Regen, insbesondere im Osten und an den Alpen, während das GFS-Modell die Hauptmengen noch in Polen belässt.

In Dresden käme solch ein Regen gerade recht. Der Wasserstand der Elbe liegt bei besorgniserregenden 55 Zentimetern. Die Böden sind trocken, die Felder dürstend. Eine halbe Woche Wolkenbruch wäre ein Segen, aber auch eine Wundertat. Denn was sich in Monaten aufgebaut hat, lässt sich nicht an einem Wochenende lösen.

Und doch, der Sommer kommt. Nicht geradlinig, nicht ohne Umwege – aber er kommt. Zwischen Schauern, Schneeflocken in den Bergen und Regenbögen am Abendhimmel tastet sich das Hoch langsam vor. Der Wind trägt bald wieder Duft von trockenem Gras und blühendem Flieder.

Momentan fühlt es sich vielerorts in Deutschland an, als hätte sich der April heimlich in den Juli eingeschlichen. Statt Grillwetter und Sonnenhut gibt es Regenjacke und heißen Tee. Der Himmel wechselt seine Laune im Stundentakt, und die Temperaturen lassen eher an Herbst denken. Das alles ist das Werk eines höhenkalten Tiefdruckgebiets, das sich über Osteuropa festgesetzt hat wie ein ungebetener Gast, der nicht merkt, dass er stört.
Das Kälteloch ist bald wieder verschwunden und wir begeben uns zurück in den Hochsommer. Doch eine Mega Hitzewelle ist derzeit nicht in Sicht.

Peter Richter bringt es zum Schluss augenzwinkernd auf den Punkt: “Das Wetter ist momentan wie ein schlecht gelaunter DJ: erst kühle Beats, dann ein plötzlicher Sommer-Hit. Aber das Finale verspricht heiß zu werden.”

Und so bleibt der Rat: Heute lieber noch mit Jacke und Schirm aus dem Haus gehen – aber das Sonnenbrillenetui schon griffbereit halten. Der Sommer steht bereit. Nur eben mit kleiner Verspätung und einer dramatischen Ouvertüre.

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