Lageeinordnung (Drucksysteme): Ein kräftiges Sturmtief hat sich vom Ärmelkanal in die südliche Nordsee verlagert und spannt zwischen seinem Kern und höherem Luftdruck über Frankreich und dem Alpenraum einen scharfen Druckgradienten. Das Ergebnis: verbreitet Sturm, an der Nordsee zeitweise orkanartige Böen. Die Kaltfront ist durch, postfrontal fluten Schauerstaffeln nach – in höheren Lagen der Alpen setzt in der Nacht zum Freitag zunehmend Schneefall ein.

Kurz einordnen, was das für Sie bedeutet: In Nordrhein-Westfalen (v. a. Münsterland und Ruhrgebiet), in Niedersachsen (u. a. Emsland, Südniedersachsen) bis hinauf nach Schleswig-Holstein und Hamburg stehen sehr stürmische Stunden bevor. Direkt an der Nordseeküste sind Böen um 105 bis 120 km/h möglich – hier kann es am Deich ruppig werden. Gleichzeitig kühlt es im Süden ab; in den Alpen sinkt die Schneefallgrenze bis Freitagabend/Nacht deutlich.

Heute, Donnerstag (23.10.): Erste Sturmphasen – lokal schwere Sturmböen
In der ersten Nachthälfte nimmt der Wind über nördlichem Nordrhein-Westfalen und Südniedersachsen spürbar zu. Wir rechnen hier mit Sturmböen um 80 km/h und einzelnen schweren Sturmböen um 95 km/h. Gegen Mitternacht greift die Sturmlage auch auf das Emsland über (um 80 km/h, kurzzeitig bis 95 km/h). Über der Mitte und im Süden beruhigt sich der Wind hingegen langsam – es bleibt windig, aber mit abnehmender Tendenz.
Unser Rat: Planen Sie für nächtliche Fahrten Zeitpuffer ein, parken Sie nicht unter alten Bäumen, sichern Sie leichte Gegenstände auf Balkon und Terrasse. Lkw-Fahrer und Gespann-Lenker: Seitenwind beachten!
Nacht zum Freitag & Freitag (24.10.): Höhepunkt an der Küste, im Binnenland weit verbreitet stürmisch
In der zweiten Nachthälfte und am Morgen legt der Wind im Nordwesten wieder deutlich zu. Binnenland von Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein: teils Sturmböen. Direkt an der Nordsee: orkanartige Böen (Bft 11) bis Orkanböen (Bft 12) um 105–120 km/h – insbesondere bei auflandigem Wind und in exponierten Lagen.
Tagsüber am Freitag über der Nordhälfte verbreitet stürmische Böen, örtlich Sturmböen. Im küstennahen Umfeld der Nordsee sind schwere Sturmböen (Bft 10) zu erwarten, direkt an der See auch weiterhin orkanartige Böen (Bft 11). In tiefen Lagen der Südhälfte bleibt es windig mit starken bis vereinzelt stürmischen Böen; auf den Bergen weiter Sturm, exponiert Bft 10–11.
Alpen: In der Nacht auf Freitag setzt bis etwa 1300 m Schneefall ein, zunächst 1–5 cm, in Staulagen lokal 10–20 cm – bis Samstag sinkt die Schneefallgrenze zeitweise auf nahe 1000 m. (Mehrere Nachrichten-Lagenberichte nennen die sinkende Schneefallgrenze auf ~1000 m.)
Samstag (25.10.): Weiter windig, Schauer – im Süden herbstlich frisch, in den Alpen winterlich angezuckert
Am Samstag bleibt es im Küstenumfeld lebhaft mit frischem bis starkem Westwind und einzelnen Schauern, im Binnenland phasenweise ruhiger mit sonnigen Auflockerungen zwischen durchziehenden Schauern. Im Süden herbstlich kühl – in den Alpen oberhalb von etwa 1000–1200 m weiterhin einzelne Schneeschauer. Die Straßen können in höheren Lagen schlüpfrig werden; bitte an Winterausrüstung denken, wenn Sie Richtung Alpen unterwegs sind.

Meteoleitstelle – Fazit & Handlungsempfehlungen
Fazit: Die Sturmlage erreicht Donnerstagnacht bis Freitagvormittag ihren Höhepunkt – Nordseeküste mit orkanartigen Böen, das niedersächsische Binnenland und Schleswig-Holstein/Hamburg mit Sturmböen. NRW und das Emsland erleben schon in der ersten Nachthälfte starke bis schwere Sturmböen, danach verlagert sich der Schwerpunkt nordostwärts. Im Süden kühlt es ab; die Alpen sehen den ersten nennenswerten Schnee bis in mittlere Lagen.
Das hilft jetzt konkret: Fahrzeuge umparken, Bauzäune/Banner sichern, lose Gegenstände verstauen, Fahrten über Hochbrücken gut abwägen, Waldgebiete meiden. Küste: Deichbereiche meiden, Fährpläne prüfen. Wintersport-Fans: Samstag früh auf die Straßensituation achten.
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