In Deutschland steht ab dem Wochenende ein markanter Wetterumschwung bevor. Eine von Westen heranziehende Kaltfront beendet die milde Föhnlage und bringt spürbar kühlere Luftmassen sowie Niederschläge in weite Landesteile. Während im Osten am Samstag kurzzeitig noch bis zu 20 Grad erreicht werden, sinken die Temperaturen in der neuen Woche bundesweit deutlich ab. Vorherrschende Ost- bis Nordostwinde sorgen in den kommenden Tagen für kalte Nächte und wechselhaftes Wetter mit lokalen Schneefällen in den Mittelgebirgen. Prognosemodelle deuten zudem auf einen massiven Polarluftvorstoß Ende März hin.
Die Großwetterlage zeigt sich in der neuen Woche wenig frühlingshaft.
Das synoptische Setup über Mitteleuropa stellt sich grundlegend um. Während im Osten anfangs noch milde Luftmassen wirksam sind, fließt von Westen zunehmend Höhenkaltluft ein. Bei kräftigen Niederschlägen wird die Kälte durch Isothermie verstärkt bis in die unteren Luftschichten transportiert.

Im weiteren Verlauf der neuen Woche etabliert sich ein kräftiges Hochdruckgebiet über der Nordsee und Skandinavien, das in Wechselwirkung mit Tiefdruckeinfluss über Südosteuropa steht. Dies führt zu einer beständigen Strömung aus östlichen bis nordöstlichen Richtungen. In diese Strömung sind wiederholt Kaltlufttropfen eingelagert, welche für Labilität und anhaltend kühles Wetter sorgen. Eine Rückkehr zu milden Südwestlagen ist vorerst ausgeschlossen.
Kaltfront verdrängt milde Föhnluf
Am Samstag (14. März) dominieren im Westen und Südwesten starke Regenfälle, die in den Mittelgebirgen oberhalb von 600 bis 1600 Metern zunehmend in Schnee übergehen. Die Schneefallgrenze sinkt im Tagesverlauf sukzessive ab. Während beispielsweise im hessischen Bergland, in der Eifel oder im Pfälzerwald Höchstwerte von lediglich 1 bis 9 Grad erreicht werden, hält sich im Osten noch Föhneinfluss. Hier sind Temperaturen zwischen 10 und 18 Grad, lokal bis 20 Grad, möglich.

Am Sonntag (15. März) greift die nasskalte Witterung auf das gesamte Bundesgebiet über. Es bleibt wolkenreich mit leichten Schneefällen im Nordwesten sowie anhaltenden Niederschlägen im Südosten, wo die Schneefallgrenze zeitweise auf 500 Meter absinkt. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 5 und 11 Grad.
Wochenstart mit Schauern, Graupel und Wind
Der Montag präsentiert sich bundesweit nasskalt und windig. Neben flächigem Regen ziehen Schnee- und Graupelschauer durch, die punktuell von Gewittern begleitet werden können. Größere Aufheiterungen bleiben die Ausnahme und zeigen sich am ehesten ab dem späten Nachmittag. Die Höchstwerte verbleiben bei 3 Grad in den Kammlagen der Mittelgebirge und erreichen bis zu 13 Grad in geschützten Flusstälern. Am Dienstag beruhigt sich das Wetter in der Osthälfte mit einer Mischung aus Sonne und Wolken, während im Westen weitere Regenfälle durchziehen.
Mittelfrist: Dominierender Nordostwind
Ab Mittwoch dreht die Strömung auf Nordost, wodurch der Wind auffrischt und das Temperaturempfinden deutlich reduziert. Rund um die Alpen und im bayerischen Alpenvorland setzen weitere Regen- und Schneefälle ein. Am Donnerstag und Freitag sorgt ein heranziehendes Höhentief im Südosten Deutschlands für weitere teils winterliche Niederschläge, wohingegen der Nordwesten von trockeneren und sonnigeren Abschnitten profitiert.
Fazit:
Für das letzte Märzdrittel weisen die deterministischen Vorhersagen sowie die Ensemble-Modelle auf einen deutlichen Temperaturrückgang hin. Sowohl das amerikanische GFS- als auch das europäische ECMWF-Modell berechnen für die Tage um den 28. und 29. März einen massiven Polarluftvorstoß in Richtung Mitteleuropa. Dies würde eine spätwinterliche Witterungsphase mit Schneefällen bis in Lagen von 300 bis 500 Metern und entsprechende Glättegefahr im Bergland nach sich ziehen.

FAQ: Die wichtigsten Wetterfragen der kommenden Tage
Wird es in der nächsten Woche wieder wärmer?
Durch den höheren Sonnenstand können die Temperaturen tagsüber bei Sonnenschein vereinzelt auf bis zu 15 Grad ansteigen. Die vorherrschende Ost- bis Nordostströmung bringt jedoch anhaltend kalte Luftmassen heran, was zu Frost in den Nächten und einem allgemein kühlen Temperaturempfinden führt.
Wo muss am Wochenende mit Schnee gerechnet werden?
Schneefälle treten vor allem in den westlichen und südlichen Mittelgebirgen sowie an den Alpen auf. Die Schneefallgrenze sinkt von anfangs rund 1600 Metern am Samstag auf 500 bis 800 Meter am Sonntag ab.
Kommt der Winter Ende März zurück?
Die aktuellen Langfristmodelle zeigen eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Polarluftvorstoß Ende März. Es besteht das Risiko einer markanten spätwinterlichen Phase mit Schnee- und Graupelschauern bis in tiefe Lagen sowie Dauerfrostgefahr im Bergland.
Wie wirkt sich die Abkühlung auf die Vegetation aus?
Phänologisch befindet sich Deutschland derzeit am Übergang vom Vorfrühling (Haselblüte) zum Erstfrühling. Die Grünlandtemperatursumme ist im Westen bereits weit fortgeschritten, jedoch wird die nun einsetzende Kältephase die rasche Entwicklung der Vegetation und den Pollenflug deutlich ausbremsen.
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