Die Wetterlage über Europa ist weiterhin von einem ausgeprägten Gegensatz geprägt. Ein kräftiges Hochdruckgebiet, von den Meteorologen liebevoll “EMMERAM” genannt, hat sich über Fennoskandien, also dem Gebiet rund um Finnland und Skandinavien, festgesetzt und blockiert die Ankunft milder Atlantikluft nach Nordosten. EMMERAM wird dabei in der Höhe von einer Höhenantizyklone gestützt, was seine Position zusätzlich festigt. Zeitgleich schickt ein Tiefdruckkomplex namens “STEPHIE” vom nahen Atlantik, genauer gesagt über Großbritannien und Irland, seine Ausläufer in Richtung Kontinent. Dieser Komplex, entstanden aus einem Doppel-Tief, versucht, mit einer Okklusion (einem komplizierten Gebilde aus Warm- und Kaltfront) nach Osten vorzudringen, scheitert aber an der massiven Sperrwirkung des Hochs. Die Okklusion schafft es voraussichtlich nicht über die Elbe hinaus.

Aktuelle Druckverteilung über Europa (Quelle: ECMWF/OpenMeteo)
Die Folge ist ein Patt: Während im Westen und Süden Deutschlands mildere Luftmassen vorherrschen, bleibt es im Norden und Osten deutlich kälter. Entscheidend für Norddeutschland ist die Gradientkraft, die aus dem Zusammenspiel von Hoch und Tief entsteht. Diese Gradientkraft verursacht einen spürbaren Ostwind, der vor allem in Küstennähe zu bemerken ist. Dieser Wind ist zwar nicht stark genug für eine Sturmwarnung, sorgt aber für unangenehme Temperaturen. Die Luftmasse selbst ist eine Mischung aus Kaltluft, die aus dem Hoch ausströmt, und feuchter Meeresluft vom Atlantik. Diese Mischung begünstigt die Bildung von Niederschlägen, die allerdings nicht flächendeckend, sondern eher vereinzelt auftreten. Die große Frage ist, in welcher Form diese Niederschläge fallen werden. Im Tagesverlauf gab es bereits Regen, Schnee und Schneeregen. In der Nacht zum Montag wird sich der Schneeanteil voraussichtlich erhöhen, da die Temperaturen in der Höhe sinken. Die Wahrscheinlichkeit für Eiskerne, die zur Schneebildung notwendig sind, ist hoch. Allerdings sind die Niederschlagsmengen gering, sodass es schwer vorherzusagen ist, ob und wo es tatsächlich zu einer Schneedecke kommt. Im Nordosten ist noch ausreichend Frost im Boden vorhanden, sodass die Gefahr von Glätte besteht. Aus diesem Grund wurde bereits eine prophylaktische Glätte-Basiswarnung herausgegeben. Zusätzlich wird in den Regionen, in denen noch Schnee liegt, die Bildung von Mischungsnebel begünstigt, was die Sichtverhältnisse beeinträchtigen kann.
🌬️ Wind-Strömung (Nord)
Wetter-Wissen kompakt
Okklusion
Eine Okklusion entsteht, wenn eine Kaltfront eine Warmfront einholt und die Warmluft dazwischen vollständig vom Boden abhebt. Dies führt zu komplexen Wettererscheinungen und oft zu Niederschlag.
Gradientkraft
Die Gradientkraft entsteht durch den Unterschied im Luftdruck zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten. Sie ist die treibende Kraft für den Wind und bestimmt dessen Stärke und Richtung.
Höhenantizyklone
Eine Höhenantizyklone ist ein Hochdruckgebiet in höheren Luftschichten. Sie stabilisiert die Wetterlage und verstärkt oft ein am Boden liegendes Hochdruckgebiet.
Die wichtigsten Karten im Überblick


Wie wird das Wetter im Norden?
Am Vormittag zeigt sich der Himmel über Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern meist bedeckt, vereinzelt kann es zu leichten Schneefällen kommen. Im Binnenland, beispielsweise in der Lüneburger Heide, ist mit Temperaturen um den Gefrierpunkt zu rechnen, während es an der Ostseeküste etwas milder bleibt. In Hamburg, Lübeck und Kiel können Sie mit Temperaturen um 1 Grad rechnen.
Der Nachmittag bringt wenig Veränderung. Die Niederschläge werden weniger, aber die Bewölkung bleibt bestehen. In Niedersachsen und Bremen steigen die Temperaturen leicht an, wobei Osnabrück mit bis zu 3 Grad die wärmste Stadt sein könnte. An der Nordseeküste, von Emden bis Cuxhaven, weht ein weiterhin spürbarer Ostwind, der die gefühlte Temperatur deutlich senkt.
Am Abend zieht sich die Bewölkung weiter zurück, und es kommt vermehrt zu Auflockerungen. Besonders im Osten Mecklenburg-Vorpommerns und in Teilen Schleswig-Holsteins ist mit klarem Himmel zu rechnen. Dies führt jedoch auch zu einer deutlichen Abkühlung.
Die kommende Nacht wird kritisch. Durch die klare Sicht und die anhaltende Ostströmung droht in ganz Norddeutschland Frost. Besonders gefährdet sind Regionen mit noch feuchten oder schneebedeckten Böden, da hier die Gefahr von Glätte durch Reif oder gefrierende Nässe besteht. Der DWD hat bereits eine entsprechende Warnung herausgegeben. Im Binnenland, beispielsweise im Harz, können die Temperaturen auf bis zu -5 Grad fallen. An der Küste bleibt es etwas milder, aber auch hier ist mit Frost zu rechnen. Achten Sie auf jeden Fall auf die Straßenverhältnisse, wenn Sie in der Nacht unterwegs sind. In den Morgenstunden könnte sich stellenweise Nebel bilden, der die Sicht zusätzlich beeinträchtigt.
Die wichtigsten Karten im Überblick:
* **Temperaturkarte:** Zeigt die erwarteten Temperaturen in verschiedenen Höhenschichten. Wichtig, um die Wahrscheinlichkeit von Schnee oder Regen einzuschätzen.
* **Niederschlagsprognose:** Gibt Auskunft über die Intensität und Art der Niederschläge. Hilfreich, um sich auf mögliche Glättegefahr vorzubereiten.
Mittelfristige Aussichten
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MOS 5‑Tage Prognosen (Nord-Stationen)
Temperatur
Der 5-Tage-Trend im Detail
Wohin geht die Reise?
Der 5-Tage-Trend deutet auf eine langsame Milderung hin. Während die erste Hälfte des Zeitraums noch von kühlen Temperaturen und geringen Niederschlägen geprägt ist, steigt die Niederschlagsmenge in der zweiten Hälfte deutlich an. Die MOS-Spaghetti-Diagramme zeigen, dass die Temperaturen in den meisten Städten Norddeutschlands allmählich ansteigen werden. In Hamburg beispielsweise ist ein Anstieg von durchschnittlich 1,2 Grad in der ersten Hälfte auf 3,6 Grad in der zweiten Hälfte zu erwarten. Auch in Bremen, Hannover, Rostock, Schwerin, Lübeck und Emden ist ein ähnlicher Trend erkennbar. Einzig Sylt zeigt eine andere Tendenz. Hier ist mit weiterhin niedrigen Temperaturen zu rechnen. Die steigende Niederschlagsmenge könnte jedoch dazu führen, dass es in den tieferen Lagen regnet anstatt schneit.
* In der Nacht zum Montag besteht in ganz Norddeutschland Frostgefahr, besonders im Binnenland und in Regionen mit feuchten Böden.
* Der DWD hat eine Glätte-Basiswarnung herausgegeben.
* Stellenweise kann sich Nebel bilden, der die Sicht beeinträchtigt.
* Der 5-Tage-Trend deutet auf eine langsame Milderung hin, wobei die Niederschlagsmenge in der zweiten Hälfte des Zeitraums zunimmt.
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