Ein markanter Wetterwechsel kündigt sich an: Eine weiträumige Hochdruckzone weitet sich im Laufe des Donnerstags schrittweise über Mitteleuropa aus. Die Achse des mächtigen atlantischen Rückens positioniert sich knapp westlich unserer Regionen, während das dazugehörige Bodenhoch langsam ostwärts wandert. Es bildet sich eine stabile Hochdruckbrücke, die von der Iberischen Halbinsel bis weit nach Westrussland reicht.

Einzig an den Rändern des oberfränkischen Waldmeeres sowie entlang der östlichen Mittelgebirge machen sich am Vormittag noch schwache Ausläufer eines abziehenden skandinavischen Höhentroges bemerkbar. Hier dominieren anfangs dichte Quellwolken, aus denen sich vereinzelte, harmlose Schauer entwickeln können. Dank einer sich rasch aufbauenden Absinkinversion, die wie ein stabiler Deckel wirkt, bleibt die Gewittergefahr jedoch verschwindend gering. Von Südwesten her setzt sich die Sonne im Tagesverlauf immer dominanter durch und läutet eine anhaltende sommerliche Hochdruckphase ein.
Nordrhein-Westfalen: Freundlicher Ausklang an Rhein und Ruhr nach bewölktem Start
Wer in der feuchten Frühluft des Münsterlandes oder in den tief hängenden Wolken Westfalens in den Tag gestartet ist, darf sich auf einen versöhnlichen Nachmittag freuen. Während sich am Vormittag besonders im Raum Paderborn und Ahlen noch hartnäckige Wolkenfelder hielten und vereinzelt etwas Nieselregen brachten, setzt sich vom Heinsberger Land und der Kölner Bucht her zunehmend die Sonne durch.


Am Nachmittag lockert die Bewölkung auch im östlichen Hügelland weitgehend auf. Die Höchstwerte erreichen angenehme 21 Grad in Essen und der Bundesstadt Bonn, während das Kölner Umland milde 22 Grad verzeichnet. Im höher gelegenen Sauerland, etwa rund um Olpe, pendelt sich das Thermometer bei 18 Grad ein, während die Spitzenlagen des Uplands um Willingen frische 16 Grad melden. Der Wind weht schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen und schläft zum Abend hin allmählich ein.
Hessen: Strahlender Sonnenschein an der Mainmetropole, zähes Grau in der nordhessischen Senke
Hessen zeigt sich am Donnerstag klimatisch zweigeteilt, doch der freundliche Trend setzt sich überall durch. Am längsten halten sich dichte Wolkenfelder im Waldecker Land sowie entlang der Täler von Fulda und Werra, wo am Vormittag noch vereinzelte Regentropfen niedergehen. Doch auch im Umland der Stadt Kassel und im Raum Eschwege lockert die Bewölkung ab dem Mittag auf und macht Platz für sonnige Abschnitte bei 18 bis 19 Grad.
Deutlich wärmer und bereits sehr freundlich präsentiert sich das Wetter in den südhessischen Ballungsräumen. In der Mainmetropole Frankfurt sowie rund um die Mathildenhöhe in Darmstadt klettert das Quecksilber auf sommerliche 23 Grad. Im Marburger Land an der mittleren Lahn sowie in der fruchtbaren Wetterau um Gelnhausen werden angenehme 21 bis 22 Grad erreicht. Am kühlsten bleibt es auf den windexponierten Höhenzügen des Vogelsbergs und der Kuppenrhön mit Werten um 17 Grad.
Rheinland-Pfalz und Saarland: Frühsommerliche Wärme im Mosel-Saar-Dreieck und im Rheingau-Vorland
Rheinland-Pfalz und das Saarland profitieren am schnellsten von der herannahenden Warmluft aus dem Südwesten. Nach dem Auflösen lokaler Frühnebelbänke in den engen Tälern der Kyll und Prüm präsentiert sich der Tag verbreitet von seiner sonnigen und trockenen Seite.

Besonders verwöhnt werden das tief eingeschnittene Moseltal rund um die Römerstadt Trier sowie die Weinlagen an der Nahe im Raum Bad Kreuznach, wo das Thermometer Höchstwerte von bis zu 23 Grad anzeigt. Auch am Deutschen Eck in Koblenz sowie an den Ufern der Saar um Saarlouis dürfen sich die Menschen über milde 22 Grad freuen. In der rauen Hocheifel um Prüm sowie auf den windigen Höhen des Westerwaldes bleibt die Luft mit knapp 19 Grad etwas frischer, fühlt sich in der Sonne jedoch ebenfalls mild an.
Nordbayern: Wolkenbänder im Fichtelgebirge weichen der Sonne in Mainfranken
In Franken und der Oberpfalz gestaltet sich der Vormittag noch wechselhaft. Vor allem das oberfränkische Waldmeer um Kronach sowie die Hochlagen des Fichtelgebirges um Selb liegen zunächst unter dichten Wolkenfeldern, aus denen am Vormittag noch vereinzelte, leichte Schauer niedergehen. Im Raum Hof und Regen im Bayerischen Wald bleibt es mit Höchstwerten um 16 Grad noch spürbar kühler.

Ganz anders das Bild im sonnenverwöhnten Maindreieck: Rund um die Festung Marienberg in Würzburg sowie im dichten Ballungsraum Aschaffenburg setzt sich bereits am Mittag die Sonne durch und erwärmt die Luft auf bis zu 22 Grad. Auch in der mittelfränkischen Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen steigen die Temperaturen am Nachmittag bei einem freundlichen Sonne-Wolken-Mix auf angenehme 20 Grad. Der Wind dreht im Tagesverlauf von West auf Nordwest bis Nord und weht meist nur schwach.
Ausblick: Temperatur-Explosion zum Start ins Wochenende
In der Nacht zum Freitag sinken die Temperaturen unter einem meist wolkenlosen Himmel im gesamten Vorhersagegebiet rasch ab. In windgeschützten Tälern und Senken – insbesondere im Altmühltal, im Lahntal sowie in den Senken der Eifel – bilden sich schwere Kaltluftseen mit Tiefstwerten zwischen 10 und 5 Grad. Vereinzelt kann sich zäher Talnebel bilden, der am Freitagmorgen die Sichtweiten für Berufspendler abrupt einschränken kann.
Freitag: Hochsommerliche Wärme im Anflug
Am Freitag übernimmt das Hochdruckgebiet die absolute Regie. Von der Eifel bis zum Bayerischen Wald erwartet uns ein weitgehend wolkenloser und strahlend sonniger Tag. Mit einer strammen Ostströmung fließt sprunghaft wärmere Luft heran:
- Hessen & NRW: Die Höchstwerte klettern im Flachland großflächig auf 26 bis 29 Grad. Selbst in den Kammlagen der Mittelgebirge werden sommerliche 25 Grad erreicht.
- Rheinland-Pfalz & Saarland: Verbreitet sommerliche 27 bis 29 Grad an Rhein, Mosel und Saar.
- Nordbayern: Während das Fichtelgebirge mit 23 Grad noch die kühlste Region bleibt, knackt das fränkische Tiefland um Würzburg und Kitzingen mit bis zu 28 Grad fast die tropische 30-Grad-Marke.

Wichtige Alltags- & Warnhinweise
- UV-Strahlung & Sonnenbrandgefahr: Durch den sehr hohen Sonnenstand im Mai und den wolkenlosen Himmel am Freitag erreicht der UV-Index hohe Werte. Ein ausreichender Sonnenschutz ist bei Aktivitäten im Freien dringend zu empfehlen.
- Lokale Nebelfelder: Am Freitagmorgen ist in Flussniederungen (insb. Lahn, Mosel, Altmühl und Naab) mit plötzlichen Sichtbehinderungen durch dichten Bodennebel zu rechnen. Bitte passen Sie Ihre Fahrweise im Berufsverkehr entsprechend an.
- Kreislaufbelastung: Der rapide Temperaturanstieg um teilweise mehr als 10 Grad innerhalb von 36 Stunden kann am Freitag zu einer spürbaren Kreislaufbelastung führen. Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
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