Nachdem Hoch „EMIL“ mit seinem auslaufenden Keil den Wochenstart vielerorts noch freundlich und warm einläutet, nähert sich von Westen her unaufhaltsam das nächste wettermäßig bestimmende System: Tief „ROSI“. An dessen schleifender Kaltfront formiert sich über der Nordsee ein Randtief, das den Einzug feuchterer und labil geschichteter Atlantikluft beschleunigt. Während die trocken-warme Luftmasse im Umfeld des ostbayerischen Grenzkamms und im Regnitztal am Montag noch die Oberhand behält, setzt sich die Bewölkung im Rheinland und an der Mosel bereits am Nachmittag durch. In der Nacht zum Dienstag überquert uns die Kaltfront schließlich ostwärts, gefolgt von einem markanten Temperatursturz und unbeständigem Schauerwetter am Dienstag.

Hessen: Erst Sommerwärme, dann nächtliches Grollen
Rund um Kassel startet der Tag zunächst noch freundlich und heiter, doch das Zeitfenster für ungetrübten Sonnenschein schließt sich im Tagesverlauf von den Lahn-Dill-Bergen her. Am Nachmittag ziehen dichte mittelhohe Wolkenfelder auf. Die Temperaturen steigen zuvor in der Mainmetropole Frankfurt am Main sowie in der nordhessischen Senke um Baunatal und Vellmar auf angenehme 24 °C. Etwas frischer bleibt es im Schatten des Rothaargebirges um Willingen mit maximal 19 °C, während die mittlere Lahn um Marburg Werte um 22 °C registriert.


Zum Abend hin steigt das Regenrisiko spürbar an – in Wiesbaden liegt die Regenwahrscheinlichkeit dann bereits bei 28 Prozent, im Vordertaunus um 21 Prozent. In der Nacht zum Dienstag überqueren uns von Frankreich her schauerartig verstärkte Regenfälle, die vereinzelt von Blitz und Donner begleitet werden.
Am Dienstag zeigt sich das Wetter von seiner ungemütlichen Seite: Bei wechselnder bis starker Bewölkung ziehen wiederholt Schauer durch, die sich besonders im Kaufunger Wald und im Werra-Tal entladen. In der Region Kassel sind am Dienstagnachmittag auch kurze Gewitter mit Sturmböen der Stärke 7 (um 60 km/h) aus West nicht ausgeschlossen. Mit Höchstwerten zwischen 16 °C im Raum Korbach und bis zu 20 °C an der Bergstraße wird es spürbar kühler. Im hohen Bergland wie auf dem Hoherodskopf im Vogelsberg werden kaum mehr als 13 °C erreicht.

Rheinland-Pfalz und das Saarland: Kaltfront erfasst das Mosel-Saar-Dreieck zuerst
Am unteren Lauf der Saar und im Pfälzerwald kündigt sich der Wetterwechsel bereits am frühen Montagnachmittag an. In Saarlouis steigt die Regenwahrscheinlichkeit rasch auf über 60 Prozent an. Während sich links des Rheins im Pfälzer Bergland und der Eifel die Wolken verdichten und erster schauerartiger Regen einsetzt, bleibt es in den Weinlagen des Wonnegau und der Vorderpfalz am längsten sonnig. Hier klettert das Quecksilber in der Spitze noch auf bis zu 25 °C (z. B. im Raum Speyer und Ludwigshafen). Auf den rauen Eifelhöhen um Prüm werden dagegen gedämpfte 19 °C gemessen, in Koblenz am Deutschen Eck freundliche 24 °C.
In der Nacht zum Dienstag zieht der Regengürtel unter Verstärkung ostwärts ab. Dabei kühlt es auf milde 14 °C am Rhein und bis zu frostigen 7 °C in den Tälern der Hocheifel ab.
Am Dienstag bestimmen dichte Wolkenfelder, einzelne Schauer und ein auffrischender Westwind das Bild. Mit Höchsttemperaturen von 16 bis 20 °C ist der Sommer erst einmal auf Pause geschaltet. Im Umfeld von Schauern im Westerwald und dem Soonwald kann der Wind böig auffrischen.
Nordrhein-Westfalen: Schneller Wolkenaufzug im Ruhrgebiet
Im westlichen Westfalen und dem Rheintal machen sich schon am Vormittag dichte Schleierwolken bemerkbar. Im Großraum Essen klettert die Regenwahrscheinlichkeit im Tagesverlauf auf hohe 62 Prozent, in der Kölner Bucht auf knapp 27 Prozent. Die Höchsttemperaturen pendeln sich vor dem Regen auf 22 °C im Ruhrgebiet, 24 °C in Köln und 23 °C im Raum Paderborn ein. Hochlagen wie das Kahler Asten im Sauerland erleben Höchstwerte um 18 °C.
Am Abend und in der Nacht zieht teils kräftiger, schauerartiger Regen durch, der örtlich von kurzen Gewittern durchsetzt ist. Am Dienstag stellt sich ein klassischer Mix aus Sonne, Wolken und wiederkehrenden Schauern ein. Die Höchstwerte verharren bei herbstlich anmutenden 16 bis 19 °C (Hochsauerland um 13 °C) unter mäßigem, in Böen stark auffrischendem Westwind.
Warnungen & Auswirkungen auf den Alltag
1. Aquaplaning & Sichtbehinderung (Montagabend bis Dienstagmorgen)
- Aufhänger: Wer am Montagabend oder im nächtlichen Berufsverkehr auf den Autobahnen unterwegs ist, muss sich auf plötzlich wechselnde Straßenverhältnisse einstellen.
- Verortung: Betroffen sind zunächst die Eifel-Aufstiege und das Saarland, im weiteren Verlauf der Nacht das gesamte Rhein-Main-Gebiet sowie die Hauptverkehrsachsen Frankens (A3, A9, A73).
- Impact: Durch den einsetzenden Starkregen (örtlich über 15 l/m² in kurzer Zeit) besteht akute Aquaplaning-Gefahr durch Wasseransammlungen auf den Fahrbahnen. In engen Tälern, insbesondere im Lahntal und im Rheingau, kann die Sicht durch Starkregen und plötzlich aufziehenden Nebel stark eingeschränkt sein. Passen Sie Ihre Fahrgeschwindigkeit unbedingt an!
2. Gefahr durch Windböen & herabfallende Äste (Dienstag tagsüber)
- Aufhänger: Am Dienstag verlagert sich die Gefahr von den Niederschlägen auf das auffrischende Sturmfeld hinter der Front.
- Verortung: Besonders exponierte Kammlagen im Fichtelgebirge, der Rhön (Wasserkuppe), dem Harzvorland und den rauen Westerwaldhöhen (Fuchskaute) sowie das Umland von Kassel.
- Impact: Mit Durchzug der Schauer und einzelnen Gewitterzellen sind stürmische Böen bis zu 65 km/h (Bft 7 bis 8) aus westlichen Richtungen möglich. Auf waldreichen Strecken besteht vereinzelt die Gefahr von Astbruch. Lose Gegenstände auf Balkonen und in Gärten sollten rechtzeitig gesichert werden.
3. Markanter Temperatursturz & Kreislaufbelastung
- Aufhänger: Der rapide Luftmassenwechsel binnen weniger Stunden fordert den menschlichen Organismus heraus.
- Verortung: Großräumig über ganz Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordbayern.
- Impact: Nach sommerlichen Höchstwerten um 27 °C am Montag stürzen die Temperaturen am Dienstag flächig um teils mehr als 8 °C ab. Dieser abrupte Übergang von feucht-warmer Luft zu kühler Meeresluft kann bei wetterfühligen Personen zu Kreislaufbeschwerden und Kopfschmerzen führen. Planen Sie am Dienstag für Aktivitäten im Freien entsprechend wärmere Kleidung ein.
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