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Schneetief Birgit und die Folgen für unser Wetter.

Die letzten 3 Jahre war Winterwetter ein Fremdwort, doch dieser Dezember scheint im Zeichen der Energiekrise anders zu verlaufen. In den kommenden Tagen wird es frostig kalt werden, dazu lauert ein Schneetief mit dem Namen Birgit über dem Mittelmeer, welches in den kommenden Tagen eine weiße Vorweihnachtszeit über Deutschland bringen wird. Welche Wetterlage die Modelle derzeit auf dem Schirm haben, erläutern wir im folgenden Bericht.

Ab Freitag kommt die Kälte und der Schnee

Am heutigen Donnerstag ändert sich nur wenig an der aktuellen Wetterlage. Es bleibt oftmals trübe, hier und da kann es etwas Regen oder Schneeregen geben. In Lagen über 400 Meter sind auch Schneeschauer wahrscheinlich. Die Temperaturen bleiben zunächst mit 1 bis 5 Grad in einem erträglichen Rahmen. Doch zum Freitag ändert sich die Wetterlage. Das Wetterbestimmende Tief mit dem Namen Annika wird durch ein Tief mit dem Namen Birgit über dem Mittelmeer abgelöst.

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So stellt sich die Luftdruckverteilung über Europa ab dem kommenden Freitag dar. Das Tief über dem Mittelmeer mit dem Namen Birgit verlagert sich in den kommenden Tagen nach Osteuropa. In Verbindung mit dem Tief Annika über dem Nordmeer wird polare Luft angesaugt. Somit wird es in den nächsten Tagen deutlich kühler. Dauerfrost am Tag und strenger Frost in der Nacht sind die Folgen.

5-B-Tief Birgit hat einiges an Schnee im Gepäck

Glaubt man manchen Modelllösungen, so könnte ein sogenanntes VB-Tief in der kommenden Woche eine Menge Schnee bringen. Dieses wird allerdings nicht von jedem Modell getragen.Ein VB-Tief ( V = römisch 5 ) ist ein spezielles Tief, das sich über dem Golf von Genua bildet. Dabei saugt das Tief sich mit Feuchtigkeit aus dem Mittelmeer voll und verlagert sich, auf einer ungewöhnliche Toute nord- bis nordostwärts. Dabei kann die hohe Feuchtigkeit mit Hebungsimpulsen hohe Niederschlagsmengen bringen. Oftmals als Regen, aber auch Schnee ist im Winter eine erhöhte Option.

Sobald das Tief das östliche Europa erreicht, zapft es kalte Polarluft aus Norden an und über die Westflanke des Tiefs vermischt sich die Luft mit der mitgeführten feuchten Luftmasse. Dadurch kann es zu Schneefällen kommen und besonders im Nordstau, mancher Mittelgebirge und den Alpen kann es sogar zu ergiebigen Niederschlagsmengen kommen.

Wie viel Schnee ist derzeit in den Rechnungen der Modelle zu sehen?

Die Modellwelt tut sich nach wie vor schwer in der Berechnung der Schneehöhen, welche in den kommenden Tagen anstehen sollen. Waren in den gestrigen Modellläufen noch katastrophale Schneehöhen über NRW zu sehen, ist heute davon nur noch wenig zu sehen. Das liegt vielmehr daran, dass die Berechnung des Tiefs Birgit nach wie vor unsicher ist. Was sagen die Wettermodelle heute, dazu ein kleiner Blick in die Grafiken.

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Aktuelle Berechnungen der Schneehöhen über Deutschland bis zum 17. Dezember 2022 Zusehen auf der rechten Seite das ECMWF Modell und auf der linken Seite das US Modell GFS.

Wie Sie anhand dieser beiden Modelle erkennen können, hat sich schon wieder einiges geändert. Zum Vergleich unser Beitrag von gestern, da sah alles noch ganz anders aus. Wir sind uns sicher, dass sich in den kommenden Tagen weitere Änderung. Die be ergeben. Die beiden Mittelfristmodelle haben nach wie vor verschiedene Ansichten von den Schneehöhen welche uns in den nächsten Tagen erwartet. Das GFS sieht aktuell deutlich mehr Schnee, welcher vor allem im Osten und Südosten des Landes fallen wird. Generell sich sind sich beide Modelle in einem Punkt einig, es wird wohl überall Schnee geben, die Frage wie viel bleibt nach wie vor spannend.

Wie kalt wird es werden? Gibt es wirklich -20 Grad?

Dazu schauen wir uns die aktuelle Berechnung der Temperaturen für die kommenden 10 Tage über Hessen an. Ja, es wird richtig kalt in einigen Regionen. Das ECMWF Modell hat derzeit bis zu -9 Grad auf dem Schirm. Mit einer Steifen-Brise aus Nordost können die gefühlten Temperaturen gut und gerne auf bis zu -20 Grad ansteigen.

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Aktuelle Berechnung der Temperaturen für Mittelhessen in den nächsten 10 Tagen. Es wird immer kälter werden. Teils mit strengem Frost in der Nacht.

Fazit: Der Winter kommt in großen Schritten auf Deutschland zu. Die Wahrscheinlichkeit für Schnee in der Vorweihnachtszeit war noch nie so groß wie derzeit.

Aktualisiert am 8. Dezember 2022 9:52 Uhr

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Angelo D Alterio

Seit dem Jahr 2013 beschäftige ich mich mit dem Thema Meteorologie. 2015 wurde die Unwetteralarm Schweiz GmbH gegründet. Bis ins Jahr 2021 war ich dort verantwortlicher Gesellschafter und Chef-Meteorologe. Nach meinem Ausstieg wurde die Meteoleitstelle Hessen ins Leben gerufen. Meine Spezialgebiete sind Unwetterwarnungen und die Synoptik. Weiterhin findet man mich auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram.
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