Ein kleinräumiges Tief schiebt heute am frühen Morgen ein Starkregenband aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland nach Hessen. Die Zellen sind mit Gewittern durchsetzt, liefern in kurzer Zeit kräftige Schauer und ziehen dann weiter in Richtung Lahn-Dill- und Gießener Land, über den Vogelsberg in die Region Kassel. Auf dem Weg nach Nordosten schwächt sich das System spürbar ab – trotzdem sind zunächst markante Regenmengen drin. Nach aktuellem Stand sind bis zum Mittag 25 bis 35 Liter pro Quadratmeter möglich, lokal – besonders entlang der Main-Metropole Frankfurt, über die Wetterau bis in den Main-Kinzig-Kreis – kurze Ausreißer um 50 l/qm nicht völlig vom Tisch. Das deckt sich mit den amtlichen Einschätzungen, die heute Vormittag verbreitet schauerartig verstärkten, teils gewittrigen Regen mit Unwetterpotenzial hervorheben.

Meteorologisch betrachtet speist sich die Lage aus feuchtlabiler Meeresluft, die an der Ostflanke eines Tiefdruckkomplexes herangeführt wird. Die Meteoleitstelle hat im “Das Unwetter Thema des Tages“ zuletzt auf intensive Regenfälle im Westen abgestellt – der Auslöser räumt den Spätsommer raumgreifend weg und verlagert sich im Tagesverlauf weiter ostwärts. Für Hessen bedeutet das: Zunächst nasse Schwerpunkte zwischen Rheingau, Rhein-Main und Bergstraße/Odenwald; später verschiebt sich der Fokus über Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und den Vogelsberg zur Fulda-Achse bis in den Raum Kassel. Mit dem Vorankommen verliert das Regenband an Biss.

Modelldaten – etwa die kurzfristigen ICON-D2-Läufe – zeigen diese Zugbahn mit dem Maximum am Vormittag zwischen Groß-Gerau/Offenbach und der Wetterau, nachfolgend abklingend und streifig weiter nach Nordosten ziehend. In den späten Nachmittagsstunden sind zwischen Darmstadt, dem Ried und Teilen des Rhein-Main-Gebiets wieder Auflockerungen möglich, während nach Kassel zu noch einige Schauer durchlaufen. Nowcasting-Details können sich hier kurzfristig verschieben; wer pendelt, sollte den Radarblick im Auge behalten.

Die Temperaturen bleiben gedämpft: Für Kassel stehen um 21 Grad im Plan, rund um Marburg und Gießen etwa 20 Grad, ebenso in Wiesbaden und Darmstadt. Mit dem abziehenden Regen wird es am Abend verbreitet ruhiger. In der Nacht zum Mittwoch klart es phasenweise auf, stellenweise bildet sich Nebel, die Luft kühlt auf 12 bis 8 Grad ab. Der Mittwoch gestaltet sich in weiten Teilen Hessens freundlich bis wechselnd – mal Sonne, mal dichte Wolken, einzelne Schauer sind vor allem zwischen dem Knüll und der Vorderrhön möglich.
Zum Donnerstag kündigt sich wieder mehr Bewegung an: Der Tagesverlauf bringt ein wechselhaftes Paket aus Wolken, sonnigen Abschnitten und einzelnen Schauern, lokal auch Gewitter. Der Wind frischt zeitweise auf, was besonders in exponierten Lagen des Taunus und auf der Wasserkuppe zu spüren ist; die Spanne reicht morgens von 13 bis 7 Grad, nachmittags von 16 bis 22 Grad. Regionale Medien und der DWD stellen die unruhige Wochenmitte ebenfalls heraus – ernst zu nehmen, aber gut planbar, wenn man Regenfenster und Böen im Blick behält.
Einschätzung der Redaktion: Für den Vormittag liegt das größte Starkregen-Risiko im Streifen vom Rhein-Main-Gebiet über die Wetterau bis in den Main-Kinzig-Kreis; das Band arbeitet sich anschließend über Vogelsberg und Hersfeld-Rotenburg in Richtung Kassel und Schwalm-Eder vor und schwächt sich dabei ab. Wer in diesen Regionen unterwegs ist, plant besser mit längeren Fahrzeiten, meidet überflutungsanfällige Unterführungen und parkt nicht unter alten Bäumen, falls Gewitterböen durchziehen.
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