Ein weitreichendes Hochdruckgebiet bestimmt in den kommenden Tagen das Wettergeschehen. Dabei fließt anhaltend trockene Luft subpolaren Ursprungs ein, die nach Auflösung letzter Wolken für viel Sonnenschein sorgt. Gleichzeitig frischt der Wind aus nordöstlichen Richtungen spürbar auf und erreicht in höheren Lagen steife Böen. Während die Nachmittage bei viel Sonne angenehme Temperaturen erreichen, kühlt es nachts massiv ab. In einigen Tälern und Mittelgebirgen tritt leichter Bodenfrost auf.
Die Großwetterlage verharrt im alten Trott.
Am Boden erstreckt sich ein umfangreiches Hochdruckgebiet über weite Teile Nord-, West- und Mitteleuropas. In der höheren Atmosphäre verlagert sich zeitgleich ein Tiefdrucksystem in Richtung der Biskaya und koppelt sich von der Zirkulation über Osteuropa ab. Durch den damit verbundenen Geopotenzialgewinn über Westdeutschland stabilisiert sich die Luftschichtung weiter. Die eingeflossene Feuchtigkeit wird durch die Höhenströmung nach Süden abgedrängt und trocknet rasch ab. Einzig kurzwellige Störungen auf der Rückseite des osteuropäischen Tiefs sorgen zeitweise für Hebungsprozesse und harmlose Quellbewölkung in der Osthälfte, ohne dass sich Niederschlag bildet.

Die aktuelle Konstellation aus einem kräftigen Bodenhoch und einem Höhentief über Südwesteuropa führt zu einem markanten Druckgradienten über Mitteleuropa. Dieser äußert sich in einem spürbaren Nordostwind, der eine vertikale Durchmischung erzwingt und die Auskühlung in windanfälligen Lagen nachts etwas dämpft. Sobald der Wind jedoch in windgeschützten Senken abflaut, greift die Ausstrahlung in der extrem trockenen Luftmasse ungehindert. Dies erklärt die immensen Temperaturdifferenzen zwischen den milden Nachmittagen und den einstelligen Frühwerten. Die Advektion von Kaltluft in 850 Hektopascal mit Werten bis minus 4 Grad untermauert das punktuelle Potenzial für Frostereignisse am Erdboden.


Regionale Prognosen und Vorhersagen für die Bundesländer
Nordrhein-Westfalen: Am Niederrhein bei Wesel und im Raum Asbach lösen sich letzte hohe Wolkenfelder auf. Die Temperaturen steigen auf 17 bis 22 Grad, im Bereich von Bad Marienberg auf maximal 18 Grad. Nachmittags treten entlang des Rheins Windböen bis 55 km/h auf. In der Nacht zum Mittwoch kühlt es auf 7 bis 3 Grad ab. In den Hochlagen des Kannenbäckerlands sind Werte um 1 Grad und lokaler Bodenfrost zu erwarten, begleitet von anhaltenden Windböen um 60 km/h (Stärke 7), die auf Talbrücken zu einer erhöhten Seitenwindgefahr führen.


Hessen: Zwischen dem Habichtswald und der Mainmetropole Frankfurt dominiert zunehmend sonniges Wetter. Die Thermometer zeigen 17 bis 23 Grad, in den Kammlagen der Rhön 16 bis 18 Grad. Auf dem Großen Feldberg und der Wasserkuppe frischt der Nordostwind ab dem Abend mit Böen um 60 km/h auf. Nachts sinken die Werte im dichten Frankfurter Umland auf 9 Grad, während in der Kaltluftrinne zwischen Bad Sooden-Allendorf und Eschwege Werte um 1 Grad erreicht werden, was eine akute Frostgefährdung für empfindliche Pflanzen bedeutet.

Rheinland-Pfalz: Von Andernach über das Mainzer Becken bis in die Rheinaue bei Germersheim setzt sich heiteres und niederschlagsfreies Wetter durch. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 24 Grad. Auf den rauen Eifelhöhen rund um Prüm sowie am Erbeskopf werden 16 bis 18 Grad erreicht. Hier nimmt die Windintensität in den Abendstunden mit Böen der Stärke 7 zu. Die Nacht verläuft sternenklar bei Tiefstwerten zwischen 9 und 4 Grad.

Nordbayern: Über dem Maindreieck, der Fränkischen Alb und dem Fichtelgebirge lockern Wolkenfelder zügig auf. Die Maxima reichen von kühlen 14 Grad rund um Kronach und Naila bis zu 23 Grad am Untermain bei Aschaffenburg. Am Großen Arber werden 10 Grad gemessen. Es weht ein mäßiger bis frischer Nordostwind, der lokal stark böig durchgreift. In der Nacht begünstigen klare Verhältnisse eine rasche Auskühlung, besonders in den bekannten Kaltluftseen entlang der Fränkischen Saale.
Das Fazit und die Beurteilung
Die blockierende Hochdruckwetterlage erweist sich als äußerst stabil und bestimmt das Wettergeschehen bis in die zweite Wochenhälfte hinein. Niederschläge bleiben in sämtlichen Fokusregionen vollständig aus. Das meteorologische Augenmerk liegt weiterhin auf den markanten tageszeitlichen Temperaturschwankungen sowie dem lebhaften, stark abtrocknenden Wind aus nordöstlichen Richtungen.
Keine Unwetterwarnung mehr verpassen!
Unterstützen Sie unsere unabhängige Redaktion: Fügen Sie die Meteozentrale mit nur einem Klick als bevorzugte Nachrichtenquelle in Ihrer Google-Suche hinzu. So erhalten Sie unsere Warnungen bei kritischen Wetterlagen garantiert immer sofort als Erstes.
⭐ Bei Google als bevorzugt markieren





