Nach den heftigen Regenfällen der letzten Tage hat sich das Wetter zwar etwas beruhigt, doch Deutschland bleibt im Einflussbereich von Tiefdruckgebieten. Für Sie bedeutet das: wechselhaftes Schauer- und Gewitterwetter, gebietsweise längere Regenphasen – und in der kommenden Nacht im Osten teils markante Niederschläge. Im Folgenden erhalten Sie eine klare, praxisnahe Einordnung der aktuellen Lage, der regionalen Schwerpunkte und der Entwicklung bis ins Wochenende.

Der Herbst macht sich bemerkbar, bevor die Blätter bunt werden. Früh am Tag liegt vielerorts Nebel über Feldern, Flusstälern und am Stadtrand – ein klares Signal: Die Nächte kühlen stärker aus, die Luftfeuchte steigt, Bodennebel bildet sich. Währenddessen bleibt der Mittelmeerraum ein Gewitterbrennpunkt. Gestern haben sich über Sardinien und den Balearen kräftige Gewittercluster gebildet, heute schiebt sich die Gewitterneigung ostwärts entlang der italienischen Adriaküste über Kroatien und Istrien bis nach Slowenien. Diese südliche Unruhe ist mehr als Randnotiz: Sie speist eine insgesamt zyklonale, also wechselhafte Großwetterlage, von der Mitteleuropa erfasst ist.

Bei uns zeigt sich das heute in einer markanten Nord-Süd-Teilung. Im Süden, besonders in Bayern, ist der Regen bereits da: kühle, nasse Stunden mit maximal 15 bis 16 Grad, dazu ein graues Himmelsbild. Der Norden und Nordosten kommen zeitweise trockener davon, Wolken mischen mit Auflockerungen, gelegentlich huscht ein Schauer durch. Zwischen Rhein und Eifel blinzelt am Nachmittag sogar ein breiteres Sonnenfenster durch – allerdings nicht von Dauer, denn aus Belgien und Frankreich rücken am Abend neue Schauer nach. Im Westen pendeln die Temperaturen knapp über 20 Grad, im Osten sind örtlich noch bis 25 Grad drin.

Die Nacht auf Donnerstag rückt den Osten in den Fokus. Ein von Österreich und Tschechien nach Polen ziehendes Tief greift mit einem Regenband über, in das sich auch Gewitter einklinken können. Entlang der Oder und in Grenznähe zu Polen sind binnen kurzer Zeit 30 bis 60 Liter pro Quadratmeter möglich, lokal – etwa im Lausitzer Bergland und im Zittauer Gebirge – sind Spitzen um 100 Liter nicht ausgeschlossen. Das ist genug Wasser, um Bäche rasch anschwellen zu lassen und Straßensenken zu fluten. Größere Flüsse in Brandenburg führen derzeit vergleichsweise wenig Wasser, was das großflächige Hochwasserrisiko dämpft – örtliche Überflutungen, Aquaplaning und vollgelaufene Keller bleiben dennoch realistisch. Wer nachts unterwegs ist, fährt besser defensiv und meidet Unterführungen, wenn es schüttet.
Am Donnerstag zieht der nächtliche Regen nach Nordosten ab. Der Osten startet freundlicher, mit einem spürbaren Sonneneinfluss am Vormittag. Aus dem Westen lebt die Schauertätigkeit im Tagesverlauf wieder auf, einzelne Gewitter sind möglich, und mit den Schauern frischt der Wind spürbar auf. Im Süden bleibt es etwas zurückhaltender, ganz ohne Schauer wird es aber auch dort nicht gehen. Die Temperaturen sortieren sich zwischen 18 und 24 Grad ein, die höchsten Werte sind im Elbtal bei Dresden zu erwarten.
Der Freitag trägt die Handschrift einer kräftigen Westlage. Ein Tief bei Island hält die Atlantikzufuhr am Laufen, und mit ihr wechseln Schauer, Auflockerungen und lokale Gewitter. Schon am Vormittag können Baden-Württemberg, Franken und Thüringen in Schauer geraten, während der Osten noch einmal mit sonnigen Abschnitten startet. Später füllt sich die Schauerkarte von West nach Ost, an der Nordsee sind längere Regenphasen und Gewitter ebenso drin wie kräftige Böen bis in den stürmischen Bereich an der Küste. Temperaturmäßig bleibt der Nordwesten deutlich unter 20 Grad, Osten und Süden schaffen um die 20 Grad.
Das Wochenende setzt die Zweiteilung fort. Der Westen und Nordwesten präsentieren sich herbstlich: dichte Wolken, wiederholte Schauer oder längere Regenfälle, dazu eher frische 12 bis 18 Grad. Im Osten und Süden sieht es freundlicher aus. Nicht makellos, aber längere trockene Abschnitte, nur vereinzelt Schauer – etwa im Alpenumfeld oder im östlichen Bergland – und mit rund 20 bis 21 Grad ein angenehmeres Temperaturniveau. Am Sonntag beruhigt sich der Wind, die Sonne zeigt sich verbreitet, doch im Westen verdichten sich im Tagesverlauf die Wolken einer neuen Front, die am Abend frischen Regen bringen kann. An der Nordsee bleiben einzelne Schauer oder Gewitter ein Thema.
Ein kurzer Blick darüber hinaus lohnt sich: Zu Wochenbeginn ist vor allem im Osten und Süden ein kleiner spätsommerlicher Akzent möglich, örtlich nahe 25 Grad. Die Westlage bleibt aber prägend. Das heißt für Sie: wiederholte Frontpassagen, eingebettete Randtiefs, regional kräftiger Regen und auffrischender Wind – nur eben nicht überall gleichzeitig. Der Süden profitiert am ehesten vom Mittelmeerhoch, komplett stabilisiert wird die Lage aber auch dort nicht.
Fazit
Deutschland bleibt im Wechselbad. In der Nacht auf Donnerstag richtet sich der Blick klar auf den Osten: Viel Regen in kurzer Zeit, lokal mit Überflutungsgefahr – bitte aufmerksam bleiben, Keller und Lichtschächte sichern, Fahrweise anpassen. Danach verschiebt sich die Unruhe wieder westwärts, der Freitag wirkt lebhaft und an den Küsten zeitweise ruppig. Am Wochenende zeigt der Westen eher die graue, der Osten und Süden eher die milde, freundlichere Seite des Frühherbstes. Planen Sie flexibel, nutzen Sie die trockenen Fenster – und behalten Sie die Lage lokal im Auge.
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