Aus Sicht der Meteoleitstelle beginnt das erste September-Wochenende mit einem meteorologischen Kontrastprogramm: Während am heutigen Donnerstag, 4. September, im Süden teils schwere Gewitter mit Sturm, Hagel und heftigem Starkregen drohen und sich die Niederschlagsfelder in der Nacht nach Nordosten verlagern, deutet alles darauf hin, dass Samstag und Sonntag landesweit weitgehend entspannt verlaufen.

Die Ursache liegt in einer Kaltfront, die sich nur langsam ostwärts vorarbeitet und die schwülwarme Gewitterluft zunächst im Süden anstaut, ehe sie nach Nordosten abdrängt und dort längeren Starkregen auslöst. Ab dem Wochenende setzt sich vorübergehend freundlicher Spätsommer durch, bevor zu Wochenbeginn erneut Schauer und Gewitter wahrscheinlicher werden. Diese Einordnung stützt sich auf die aktuellen Lageeinschätzungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Die Einleitung zur heutigen Lage beginnt an den Alpen und im Vorland: Entlang eines Tiefdruckkomplexes über dem Nordmeer schwenkt dessen Kaltfront nur zögerlich über Deutschland. Auf ihrer Vorderseite staut sich feuchtwarme, labil geschichtete Luft – der Zündstoff für kräftige Gewitter ist damit gegeben. Nach heutigem Stand formieren sich die ersten Zellen ab dem Nachmittag von Südbaden und Oberschwaben her, greifen auf Schwäbische Alb, Allgäu und Mittelfranken über und erreichen am Abend den Osten Bayerns.

In diesen Linien und Clustern sind orkanartige Böen um 110 km/h, Hagel bis etwa 3 cm und heftiger Starkregen bis 40 l/m² in kurzer Zeit möglich. Das ist klassisches Unwetterpotenzial, das lokal Schäden durch umstürzende Bäume, überflutete Unterführungen und Hagelschläge verursachen kann. Später am Abend und in der Nacht schwächen sich die Gewitter allmählich ab. Gehen aber auf einer breiten Achse in mehrstündigen Starkregen über, der sich von Franken über Thüringen und Sachsen-Anhalt bis nach Mecklenburg-Vorpommern verlagert und gebietsweise 20 bis 40 l/m², bei gewittrigen Einschlüssen auch höhere Mengen bringt.
Im Hauptteil ordnen wir die Regionen und den Zeitablauf ein: Für Baden-Württemberg gilt der Fokus zunächst auf den Südwesten und das Alpenvorland bis zur Alb; für Bayern vom Allgäu über Mittelfranken bis Ostbayern – hier ist am späten Nachmittag und Abend die höchste Wahrscheinlichkeit für schwere Gewitter gegeben.
In Hessen stehen vor allem die ost- und nordost nahen Landesteile im Blick für die nächtliche Starkregenachse, während westlich davon eher einzelne, weniger organisierte Gewitter möglich sind. Sachsen und Thüringen gelangen in der zweiten Nachthälfte in das ausgreifende Regenband; die stärksten konvektiven Signale lassen dann meist bereits nach, doch die regen intensiven Passagen können auch hier Böden und Gewässer belasten.
Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind voraussichtlich in den Frühstunden des Freitags an der Reihe, wenn der Regenkomplex nordostwärts abzieht und nach und nach nachlässt. Die großräumige Steuerung – Kaltfrontvorstoß aus Nordwesten, feuchtlabile Luft im Vorfeld – ist dabei das verbindende Element der kommenden 12 bis 24 Stunden.
Wichtig für die Planung des Wochenendes ist eine Klarstellung: Nach derzeitigem Stand verschiebt sich die Hauptgefahr nicht in den Samstagnachmittag. Im Gegenteil: Die Meteoleitstelle rechnet am Samstag, 6. September, tagsüber mit keinen markanten Wettergefahren; vielfach setzt sich trockenes, freundliches Spätsommerwetter durch.
Auch der Sonntag präsentiert sich verbreitet sonnig und warm; allenfalls im äußersten Westen/Südwesten sind zum Abend hin vereinzelte Schauer oder Gewitter denkbar. Erst in der Nacht zum Montag und am Montag selbst steigt die Gewitterneigung aus Westen wieder an. Diese Einordnung deckt sich sowohl mit der Wochenvorhersage Wettergefahren als auch mit der 14-Tage-Vorhersage. Für Sie bedeutet das: Heute und in der Nacht höchste Aufmerksamkeit – am Wochenende vielerorts Durchatmen.
Mit Blick auf Betroffene und Auswirkungen empfiehlt sich heute im Süden rechtzeitige Vorsorge: Fahrzeuge, wenn möglich unter Dach oder abseits hagelgefährdeter West-/Südwestseiten parken; Gartenmöbel, Trampoline, lose Gegenstände sichern; Außentermine flexibel handhaben. Wer am Abend unterwegs ist, sollte die Gewitterlinie und Starkregengebiete auf dem Radar behalten und Unterführungen sowie waldreiche Strecken bei Durchzug der Zellen meiden.

In den Nachtstunden zwischen Franken und der Ostsee gilt: Regen kann länger anhalten, Pfützen und Aquaplaninggefahr steigen entsprechend – planen Sie mehr Fahrzeit ein und meiden Sie überflutungsgefährdete Senken. Diese Hinweise ergeben sich unmittelbar aus dem heute erwarteten Gefahrenprofil.
Das Fazit der Meteoleitstelle: Der Unwetter-Schwerpunkt liegt heute im Süden mit Gewittergefahr bis in die späte Nacht, gefolgt von einer Starkregenachse in der Mitte und im Nordosten bis in den Freitagvormittag hinein. Am Wochenende dagegen überwiegen Ruhe und Sonne – der Spätsommer meldet sich kurz und freundlich zurück, bevor zu Wochenbeginn von Westen her wieder Schauer und Gewitter ins Spiel kommen. Wer seine Aktivitäten daran ausrichtet und die amtlichen Warnungen im Blick behält, kommt sicher und entspannt durch diese Wetterphase.
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