Schlagzeilen

Dauerregen im Süden, stürmische Phasen an den Küsten und erster Schnee in den Alpen

Deutschland steht vor einem meteorologisch komplexen Wochenende, das von einer Kaltfront geprägt wird, die sich nur sehr langsam verlagert. Fachleute sprechen von einer “schleifenden Frontpassage”. Diese Konstellation birgt vor allem für den Süden Deutschlands ein signifikantes Gefahrenpotenzial durch anhaltende Niederschläge. Während der Norden zunächst ruhigeres Wetter erlebt, gerät er zu Beginn der neuen Woche in …

Deutschland steht vor einem meteorologisch komplexen Wochenende, das von einer Kaltfront geprägt wird, die sich nur sehr langsam verlagert. Fachleute sprechen von einer “schleifenden Frontpassage”. Diese Konstellation birgt vor allem für den Süden Deutschlands ein signifikantes Gefahrenpotenzial durch anhaltende Niederschläge. Während der Norden zunächst ruhigeres Wetter erlebt, gerät er zu Beginn der neuen Woche in den Einflussbereich eines kräftigen Atlantiktiefs.

Analyse der Gefahrenlage: Samstagabend bis Montag

Die Hauptgefahr in der Nacht zum Sonntag und am Sonntag selbst geht von der erwähnten, beinahe stationär liegenden Frontalzone über Süddeutschland aus. Diese wird durch eine flache Störung, die über Südfrankreich entsteht, sowie durch zusammenlaufende Strömungsmuster (Konfluenz) in der unteren Atmosphäre zusätzlich intensiviert. Für den Südschwarzwald sind die Prognosen besonders relevant: Modellübergreifend werden hier 12- bis 18-stündige Regenmengen von 30 bis 40 Litern pro Quadratmeter erwartet. Diese Mengen sind ausreichend, um eine offizielle Dauerregenwarnung auszulösen.

Liebe Leserin, lieber Leser, Sie sollten sich in den genannten Regionen, besonders in Hang- und Tallagen des Schwarzwaldes sowie in der Nähe kleinerer Gewässer, auf die Möglichkeit von lokalen Überflutungen und rutschigen Straßen einstellen. Auch im übrigen Baden-Württemberg sind 10 bis 20 l/m² wahrscheinlich. Weiter nordöstlich, von Franken bis nach Sachsen, nehmen die Mengen spürbar ab. Der östliche Alpenrand bleibt durch Föhneinfluss zunächst noch trocken.

Der Sonntag bringt für den Süden keine schnelle Entspannung. Die Kaltfront wird zwar durch eine nachfolgende Druckwelle im Tagesverlauf ruckartig zu den Alpen geführt, doch die Niederschläge halten an. Meteorologen bezeichnen dies als “Anafront-Charakter”, verstärkt durch eine Gegenstromlage und anhaltende Feuchtezufuhr. Dies betrifft eine breite Zone vom Bodenseeraum über den Donauraum bis in die Oberpfalz und zum Erzgebirge. Hier erwarten wir erneut 10 bis 20 l/m², wobei einzelne hochauflösende Modelle kleinräumig sogar Mengen um 30 l/m² simulieren.


Wind, Schnee und die Rolle von Ex-Hurrikan MELISSA

Mit dem Eintreffen der Kaltluft am Sonntagabend sinkt die Schneefallgrenze in den Alpen zügig auf etwa 1500 Meter. Die erwähnte Druckwelle bringt zudem eine markante Windzunahme an den Alpen: Im höheren Alpenvorland sind stürmische Böen möglich, auf den Alpengipfeln selbst muss mit schweren Sturmböen gerechnet werden. In der Nacht zum Montag hält der Niederschlag an den Alpen (Staulage) an, wobei die Schneefallgrenze auf etwa 1200 Meter sinkt. Oberhalb von 1500 Metern können bis Montagmorgen durchaus bis zu 20 cm Neuschnee zusammenkommen – ein erster Hauch von Winter in den Hochlagen.

Während der Süden im Regen liegt, bleibt die norddeutsche Tiefebene am Sonntag weitgehend trocken. An der Nordsee ist die Lage jedoch anders. Schon in der Nacht zum Sonntag kann es im Nordseeumfeld, bedingt durch fortschreitende Labilisierung der Luftmasse, zu Schauern und einzelnen kurzen Gewittern kommen. In deren Nähe sind dann Sturmböen nicht ausgeschlossen, ansonsten bleibt es an der Küste bei stürmischen Böen.

Am Montag verstärkt sich der Wind im Norden erneut. Ein kräftiges, ehemals als Hurrikan “MELISSA” bekanntes Tief (nun ein extratropisches Sturmtief) über dem Nordatlantik, sorgt im Zusammenspiel mit einem Hochkeil über Süddeutschland für eine straffe Südwestströmung. Dies bedeutet für die exponierten Abschnitte der Nordseeküste und auch für den Brocken ein Risiko für schwere Sturmböen.


Fazit und Ausblick

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Wochenende zweigeteilt ist. Der Süden, insbesondere der Südschwarzwald und später der Alpenrand, muss sich auf signifikanten Dauerregen und in den Hochlagen ersten Schnee einstellen.

Sie fragen sich vielleicht, wann sich die Lage beruhigt? Für den Süden bringt der Montag durch einen stabilisierenden Hochkeil eine deutliche Entspannung. Der Norden hingegen gerät in eine windige Südwestlage, die zwar milde Luft, aber auch an der Küste eine erhöhte Sturmgefahr mit sich bringt. Die exakte Zugbahn und Intensität des atlantischen Tiefs wird die Windentwicklung in der neuen Woche maßgeblich bestimmen.

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