Südwetter

Droht Süddeutschland das große Tauwetter? Milde Luft und Regen greifen den Schnee an!

(Die Synoptik – Deep Dive) Das Wettergeschehen über Europa wird derzeit von einem ausgeprägten Gegensatz bestimmt. Über dem Nordatlantik und den Britischen Inseln tobt ein Tiefdruckkomplex, der unaufhörlich atlantische Luftmassen in Richtung Kontinent schleust. Im Osten Europas hingegen hält sich hartnäckig ein Hochdruckgebiet, das jedoch zunehmend nach Asien abgedrängt wird. Diese Konstellation führt zu einer …

(Die Synoptik – Deep Dive)
Das Wettergeschehen über Europa wird derzeit von einem ausgeprägten Gegensatz bestimmt. Über dem Nordatlantik und den Britischen Inseln tobt ein Tiefdruckkomplex, der unaufhörlich atlantische Luftmassen in Richtung Kontinent schleust. Im Osten Europas hingegen hält sich hartnäckig ein Hochdruckgebiet, das jedoch zunehmend nach Asien abgedrängt wird. Diese Konstellation führt zu einer südlichen bis südwestlichen Strömung, die milde und feuchte Luft nach Deutschland bringt. Konkret bedeutet das: Die Kaltluft, die uns in den letzten Tagen noch im Griff hatte, wird allmählich nach Nordosten verdrängt. Stattdessen macht sich atlantische Luft breit, die deutlich höhere Temperaturen mit sich führt. Ein sogenannter Trog nähert sich – bildlich gesprochen eine Delle in der Atmosphäre, prall gefüllt mit hochreichender Kaltluft, die wie ein Staubsauger wirkt und die Luftmassen zum Aufsteigen zwingt. Diese Hebungsprozesse sind maßgeblich für die Entstehung von Wolken und Niederschlägen. Dabei spielen auch sogenannte Okklusionen eine wichtige Rolle: Wenn sich eine Kaltfront und eine Warmfront treffen und die Kaltfront die Warmfront überholt, entsteht eine Okklusion. Diese Okklusionen sind oft mit starken Niederschlägen verbunden, da die Warmluft gezwungen wird, über die Kaltluft aufzusteigen. Wir erleben also gerade den Übergang von einer winterlichen zu einer deutlich milderen Wetterlage, die aber auch ihre Tücken hat.

Europäische Isobarenkarte mit Hoch- und Tiefdruckgebieten

Aktuelle Druckverteilung über Europa (Quelle: ECMWF/OpenMeteo)

Die Karte der Druckverteilung über Europa verdeutlicht die beschriebene Wetterlage sehr gut. Man erkennt deutlich den Tiefdruckkomplex über dem Nordatlantik und das Hochdruckgebiet über Osteuropa. Die Isobaren, also die Linien gleichen Luftdrucks, verlaufen eng beieinander, was auf eine hohe Windgeschwindigkeit hindeutet. Vor allem in den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen muss mit stürmischen Böen gerechnet werden.

📡 Aktuelles Radar-Loop

(Wissen)

Wetter-Wissen kompakt

Trog

Ein Trog in der Meteorologie ist, wie bereits erwähnt, eine Art „Delle“ in der Atmosphäre. Stellen Sie sich eine Landschaft vor, in der das Gelände nicht eben ist, sondern Hügel und Täler aufweist. Die Atmosphäre ist ähnlich aufgebaut: Es gibt Bereiche mit höherem und niedrigerem Luftdruck. Ein Trog ist ein Bereich mit relativ niedrigem Luftdruck, der sich in der Höhe erstreckt. Diese „Delle“ zieht kühlere Luft an und zwingt die Luftmassen zum Aufsteigen, was zur Wolkenbildung und zu Niederschlägen führen kann. Ein Trog ist oft ein Vorbote für wechselhaftes Wetter.

Okklusion

Eine Okklusion entsteht, wenn eine Kaltfront schneller vorankommt als eine Warmfront und diese schließlich einholt. Die Kaltluft schiebt sich unter die Warmluft, wodurch diese angehoben wird. Da die Warmluft feucht ist, kühlt sie beim Aufsteigen ab und es bilden sich Wolken und Niederschläge. Eine Okklusion ist oft mit langanhaltenden und intensiven Niederschlägen verbunden, da die Hebung der Luftmassen über einen längeren Zeitraum stattfindet.

Frontogenetische Hebung

Die frontogenetische Hebung beschreibt einen Mechanismus, bei dem die Hebung von Luftmassen durch die Verstärkung einer Wetterfront erzwungen wird. Eine Wetterfront ist eine Übergangszone zwischen zwei Luftmassen unterschiedlicher Temperatur und Feuchtigkeit. Wenn die Gegensätze zwischen den Luftmassen stärker werden (z.B. durch Zusammenströmen von kalter und warmer Luft), wird die Hebung verstärkt. Das führt zu vermehrter Wolkenbildung und Niederschlag.

Die wichtigsten Karten im Überblick

Aktuelle Druckverteilung über Europa (Quelle: ECMWF/OpenMeteo)
Aktuelle Druckverteilung über Europa (Quelle: ECMWF/OpenMeteo)

Wie wird das Wetter in Bayern und Baden-Württemberg?

(Regionalbericht Süd)
Am Nachmittag präsentiert sich das Wetter in Süddeutschland zweigeteilt. Während im Flachland, entlang von Donau und Main, die Temperaturen auf Werte zwischen 5 und 10 Grad steigen, bleibt es in den höheren Lagen der Alb, des Schwarzwaldes und der Alpen deutlich kälter. Hier herrscht teils noch Frost, und auf dem Feldberg werden sogar Sturmböen bis zu 82 km/h gemessen. Im Breisgau und am Hochrhein sind Höchstwerte um 11 Grad zu erwarten, wobei immer wieder Schauer durchziehen. Die Niederschläge sind im Schwarzwald am ergiebigsten.

Die kommende Nacht wird besonders kritisch. Im Flachland sinken die Temperaturen kaum unter den Gefrierpunkt, sodass keine flächendeckende Glättegefahr besteht. Anders sieht es jedoch in den höheren Lagen aus. Hier muss mit Frost und Glätte gerechnet werden, insbesondere in den Tälern und Senken, in denen sich kalte Luft sammelt. Vorsicht ist auch auf Brücken geboten, da diese schneller auskühlen als der umliegende Boden. Im Nordosten Bayerns und im südöstlichen Bereich kann sich sogar Glatteis bilden, da die Niederschläge auf den gefrorenen Boden treffen. Es ist ratsam, die Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes aufmerksam zu verfolgen. Die Temperaturen werden dabei auf Werte zwischen -12 und 11 Grad fallen.

Auch in den Morgenstunden des morgigen Tages bleibt die Wetterlage unbeständig. Die Temperaturen steigen zwar weiter an, erreichen aber noch keine frühlingshaften Werte. Im Flachland sind Höchstwerte zwischen 9 und 12 Grad zu erwarten, während es in den Bergen deutlich kühler bleibt. Es muss weiterhin mit Schauern gerechnet werden, die vor allem im Schwarzwald und in den Alpen ergiebig ausfallen können. Sie sollten sich auf wechselhaftes Wetter einstellen.

Im Detail sieht es für einige Städte wie folgt aus: In München steigen die Temperaturen von 7 Grad heute auf 10 Grad morgen. In Stuttgart sind es 9 Grad heute und 11 Grad morgen, wobei mit 0.3mm Niederschlag zu rechnen ist. In Nürnberg steigen die Temperaturen von 6 auf 10 Grad. Freiburg bleibt mit 11 Grad konstant, erhält aber weitere 1.8mm Niederschlag.

Mittelfristige Aussichten



MOS 5‑Tage Prognosen

Aktuelle Druckverteilung über Europa (Quelle: ECMWF/OpenMeteo)

Niederschlag

(5-Tage-Trend)

Der 5-Tage-Trend im Detail

Wohin geht die Reise?

Die Analyse der 5-Tage-Trends zeigt ein gemischtes Bild. In Augsburg bleiben die Niederschläge mit einem Durchschnitt von 3.0mm in der ersten und 3.5mm in der zweiten Hälfte der Periode nahezu konstant. In Karlsruhe hingegen ist ein deutlicher Anstieg der Niederschläge von 5.2mm auf 6.6mm zu beobachten. Die MOS-Spaghetti-Diagramme deuten darauf hin, dass die Temperaturen in den kommenden Tagen weiter ansteigen werden, allerdings mit regionalen Unterschieden. Der Wind wird voraussichtlich schwach bis mäßig wehen, wobei in den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen weiterhin mit stürmischen Böen gerechnet werden muss. Die Schneefallgrenze steigt weiter an, sodass in den tieferen Lagen kein Schnee mehr zu erwarten ist. In den höheren Lagen der Alpen kann es jedoch weiterhin zu Schneefällen kommen.

Fazit: Die Wetterlage in Süddeutschland bleibt vorerst unbeständig. Milde Atlantikluft drängt die Kaltluft nach Osten ab, was zu einem deutlichen Temperaturanstieg führt. Gleichzeitig bringt ein Tiefdruckkomplex über dem Nordatlantik immer wieder Niederschläge, die vor allem im Schwarzwald und in den Alpen ergiebig ausfallen können. In den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen muss weiterhin mit stürmischen Böen gerechnet werden. Besonders in der kommenden Nacht besteht Glättegefahr, vor allem in den Tälern und Senken. Die steigenden Temperaturen und die Niederschläge lassen die Schneefallgrenze weiter ansteigen, sodass in den tieferen Lagen kein Schnee mehr zu erwarten ist. Die weitere Entwicklung wird genau beobachtet, um rechtzeitig vor möglichen Gefahren zu warnen.

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