Nordwetter

Glatteis und Schneechaos im Nordosten – Was ist los?

Die Wetterlage in Norddeutschland präsentiert sich weiterhin als verzwickt und von einer hartnäckigen Blockadesituation geprägt. Über West- und Südwesteuropa sowie dem Ostatlantik liegt ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet, dessen Drehzentrum sich westsüdwestlich von Irland befindet. Diesem Tiefdruckkomplex steht eine mächtige Hochdruckzone gegenüber, die sich von Grönland über das Nordmeer und Skandinavien bis nach Ost- bzw. Südosteuropa erstreckt. …

Die Wetterlage in Norddeutschland präsentiert sich weiterhin als verzwickt und von einer hartnäckigen Blockadesituation geprägt. Über West- und Südwesteuropa sowie dem Ostatlantik liegt ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet, dessen Drehzentrum sich westsüdwestlich von Irland befindet. Diesem Tiefdruckkomplex steht eine mächtige Hochdruckzone gegenüber, die sich von Grönland über das Nordmeer und Skandinavien bis nach Ost- bzw. Südosteuropa erstreckt. Die Hochdruckgebiete “EMMERAN” über dem Nordmeer und “DANIEL I+II” über Skandinavien bzw. Südwestrussland spielen dabei eine zentrale Rolle.

Diese Konstellation führt zu einer flauen, leicht flatternden südlichen Höhenströmung, die milde Luftmassen in die mittleren und unteren Schichten der Atmosphäre über Norddeutschland transportiert. Die Nullgradgrenze in etwa 1500 Metern Höhe (850 hPa) hat bereits fast die Ostseeküste erreicht. Doch bodennah hält sich die Zufuhr kalter Festlandsluft in den Norden und Osten des Landes hartnäckig. So herrschte heute nördlich einer Linie südliches Emsland, Thüringer Becken und nördliches Sachsen erneut leichter Dauerfrost mit Höchsttemperaturen zwischen 0 und -4 Grad.

Die Warmluftzufuhr wird durch ein leicht zyklonal geformtes Umfeld unterstützt, auch wenn die dynamischen Hebungsantriebe über dem Vorhersagegebiet sich eher in Grenzen halten. Über dem Norden und Osten Deutschlands überlappen sich jedoch die Warmluftadvektion und trogvorderseitige Hebung. Hier lässt sich ein flacher, kurzwelliger Trog erkennen, der im Laufe der Nacht langsam von der Mitte des Landes nordwärts zieht. In dieser Region gab es den ganzen Tag über leichte Niederschläge, die sich am Nachmittag von Süden her wieder etwas verstärkten und im Laufe der Nacht langsam nordwärts abziehen.

Im Zuge des Warmlufteinschubes in der unteren Troposphäre sind die Niederschläge fast überall in Regen übergegangen, lediglich Richtung Ostsee fällt noch teilweise Schnee. Im Übergangsbereich zum Regen können die stündlichen Niederschlagsraten recht hoch sein, sodass es kleinräumig zu markanten Neuschneemengen von über 5 cm in kurzer Zeit kommen könnte.

Dieser Regen fällt auf den gefrorenen Boden und gefriert sofort, was zu erheblicher Glatteisbildung führt. Entsprechend wurden bereits am Nachmittag großflächige Unwetterwarnungen vor Glatteis ausgegeben, die möglicherweise bis in die frühen Morgenstunden des Freitags verlängert werden müssen, wenngleich die Niederschlagsintensität nachlässt. Im Rest des Landes verläuft die Nacht zunächst ruhig.

In der Nacht greift von Südwesten her ein weiterer kurzwelliger Troganteil auf Frankreich über. An dessen Vorderseite verdichten sich die Wolken im Westen und Südwesten, und in den Morgenstunden fällt westlich des Rheins sowie in Südbaden gebietsweise etwas Regen. Meistens bleibt es dort frostfrei. In einigen Mittelgebirgstälern kann es jedoch leichten Frost geben, wodurch gefrierender Regen nicht ausgeschlossen ist. Im Süden lockert die Bewölkung zunächst auf, und es kann sich teils dichter Nebel bilden. Verbreitet gibt es leichten Frost und stellenweise Glätte durch Überfrieren.

🌬️ Wind-Strömungsfilm (Nord)

Der Blick hinter die Kulissen

Was passiert da oben?

Die komplexe Wetterlage entsteht durch das Zusammenspiel von Tief- und Hochdruckgebieten. Die Warmluftadvektion in der Höhe trifft auf die kalte Luft am Boden, was zu Niederschlägen führt. Da die Temperaturen am Boden unter dem Gefrierpunkt liegen, gefriert der Regen sofort und bildet Glatteis. Die kurzwelligen Tröge, die von Westen heranziehen, bringen zusätzliche Niederschläge und verstärken die Glatteisgefahr.

Aktuelle Wetterkarten (Nord)

Die Wetterlage in Norddeutschland präsentiert sich weiterhin als verzwickt und von einer hartnäckigen Blockadesituation geprägt. Über West- und Südwesteuropa sowie dem Ostatlantik liegt ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet, dessen Drehzentrum sich westsüdwestlich von Irland befindet. Diesem Tiefdruckkomplex steht eine mächtige Hochdruckzone gegenüber, die sich von Grönland über das Nordmeer und Skandinavien bis nach Ost- bzw. Südosteuropa erstreckt. Die Hochdruckgebiete "EMMERAN" über dem Nordmeer und "DANIEL I+II" über Skandinavien bzw. Südwestrussland spielen dabei eine zentrale Rolle.
Die Wetterlage in Norddeutschland präsentiert sich weiterhin als verzwickt und von einer hartnäckigen Blockadesituation geprägt. Über West- und Südwesteuropa sowie dem Ostatlantik liegt ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet, dessen Drehzentrum sich westsüdwestlich von Irland befindet. Diesem Tiefdruckkomplex steht eine mächtige Hochdruckzone gegenüber, die sich von Grönland über das Nordmeer und Skandinavien bis nach Ost- bzw. Südosteuropa erstreckt. Die Hochdruckgebiete "EMMERAN" über dem Nordmeer und "DANIEL I+II" über Skandinavien bzw. Südwestrussland spielen dabei eine zentrale Rolle.

Detailbericht für den Norden

In Norddeutschland gestaltet sich die Wetterlage weiterhin ungemütlich. Besonders betroffen ist der Nordosten, wo weiterhin Glatteisgefahr herrscht. Die Höchsttemperaturen liegen heute an der Küste bei etwa 3 Grad Celsius, im Binnenland sind bis zu 8 Grad Celsius möglich. An der Ostseeküste sind lokal markante Neuschneemengen möglich.

Die Stadtprognosen zeigen für Schwerin, Rostock, Lübeck, Flensburg, Sylt, Emden, Cuxhaven, Wilhelmshaven, Oldenburg, Göttingen, Braunschweig, Lüneburg, Stralsund, Neubrandenburg, Greifswald, Helgoland, Wolfsburg, Wismar und Norderney Höchstwerte zwischen 0 und 3 Grad Celsius. In Rostock wurden bereits 7.1mm Niederschlag gemessen, in Schwerin 0.6mm und in Lübeck 0.3mm.

Die DWD Warnungen vor Glatteis sind weiterhin aktiv und sollten unbedingt beachtet werden. Autofahrer und Fußgänger sind aufgefordert, besonders vorsichtig zu sein und unnötige Fahrten zu vermeiden. Der Küstenwind kann Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h erreichen.

Freitagvormittag ziehen die Niederschläge im Nordosten langsam nordwärts ab, was die Glatteislage zumindest vorübergehend entspannen dürfte. Allerdings bleibt die Luftmasse dort feuchtegesättigt, sodass es immer wieder zu Schneegriesel oder gefrierendem Nieselregen kommen kann. Mit Annäherung eines weiteren Kurzwellentroges am Nachmittag und Abend steigt die Wahrscheinlichkeit dafür sogar noch etwas. Von Westen her greift ein kleiner kurzwelliger Troganteil auf die Westhälfte des Landes über und dreht nach Norden ab. Die Tiefdruckrinne samt eingebetteter Okklusion überquert langsam den Westen und Südwesten des Landes mit leichten Regenfällen.

Wetter-Trend & Analyse

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Trend-Analyse

Der 14-Tage-Trend

Ein Blick auf den 14-Tage-Trend für Kiel und Schwerin zeigt eine deutliche Abkühlung in der zweiten Woche. In Kiel sinkt die Durchschnittstemperatur von 0.5 Grad Celsius in der ersten Woche auf -4.0 Grad Celsius in der zweiten Woche. In Schwerin fällt die Durchschnittstemperatur von 0.8 Grad Celsius auf -5.5 Grad Celsius. Dieser Trend deutet auf eine Fortsetzung des winterlichen Wetters in Norddeutschland hin.

Fazit: Die komplexe Wetterlage in Norddeutschland hält an. Besonders im Nordosten besteht weiterhin Glatteisgefahr. Achten Sie auf die aktuellen Warnungen des DWD und passen Sie Ihr Verhalten den Wetterbedingungen an. Die kommenden Tage versprechen keine grundlegende Wetteränderung, sondern eher eine Fortsetzung des winterlichen Wetters.

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